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- Fahrspaß so weit der Akku reicht -

Drei Leichtkrafträder unter Strom 

Oft werden motorisierte Zweiräder nur für Kurzstreckenfahrten in der Stadt genutzt - hier können elektrische Antriebe bereits eine ideale Alternative sein.

Drei unterschiedliche Leichtkrafträder mit reinen Elektroantrieben zeigten ihre Eignung als Alltagfahrzeuge. Die Fahrzeuge mit Preisen zwischen 7600 Euro (QvR VR One) und knapp 14 000 Euro (Zero DS ZF9) können mit dem Führerschein der Klasse A und A1 bzw. mit dem alten Führerschein 3 (Ausstellung vor dem 1.4.1980) gefahren werden und bieten deutlich mehr Spaß und Souveränität als die Elektroroller der Kleinkraftrad-Klasse. Bei Höchstgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr kann mit ihnen uneingeschränkt und konfliktfrei am Straßenverkehr teilgenommen werden. 

Alle Elektroantriebe bieten einen im Vergleich zu Leichtkrafträdern mit Verbrennungsmotoren angenehmeren und gleichmäßigen Schub und produzieren dabei deutlich weniger Geräusche. Das Handling ist einfach: Draufsetzen und zügig losfahren. Die Reichweiten haben sich dank der Li-Po-Batterie-Technik im Vergleich zu den ersten Fahrzeugen mit Säurebatterien um ca. 50 bis 70 % erhöht. Die Fahreigenschaften und Gewichte sind standesgemäß. Nicht mehr standesgemäß ist bei allen drei Elektromotorräder das Fehlen eines ABS. 

Alle drei E-Zweiräder machen Spaß und erfüllen die Erwartungen, wenn Streckenlängen, Lademöglichkeiten und Ladezeiten in die persönlichen Gebrauchsplanungen passen. Letztere sollten ebenso wie die Finanzierung vor einem Kauf eingehend geprüft werden. Die niedrigen Unterhaltskosten nimmt man dann gerne mit. Die CO2-Produktion ist bei der in Deutschland üblichen Stromerzeugung teilweise höher als die von kleinen Maschinen mit Verbrennungsmotor. Sie liegt zwischen ca. 30 g/ km (VR One im Eco-Modus) und 68 g/ km (ZERO DS).


  • Zerso DS: Die Teuerste
    Die teuerste Maschine Zero DS ist als Supermoto ausgelegt und verfügt über eine fahraktive Sitzposition, die das spielerische, agile Fahrverhalten unterstützt. Antrieb, Bremsen und Handling passen hervorragend zusammen. Die Höchstgeschwindigkeit von ca. 120 km/h erlaubt auch auf Landes- und Bundesstraßen flüssiges Fahren inklusive souveränes Überholen. In Anbetracht des ausgeprägten Spaßfaktors, den das die Zero DS auszeichnet, erscheint eine sportlich gefahrene Reichweite von ca. 65 km als noch akzeptabel.

  • Vectrix VX-1 LI+: Der Altbekannte

    Der alt bekannte, bereits 2009 vom ADAC getestete Vectrix VX-1 wird seit dem Modelljahr 2012 mit Lithium-Eisen–Phosphat-Batterien angeboten, die danke einer Kapazität von 42 AH eine Reichweite von 80 bis 120 km ermöglichen soll. Bei den Fahrversuchen konnte dies nicht ganz bestätigt werden. Der Roller als solcher ist deutlich leichter als sein Vorgänger und hat als Komfortroller ein für seine Größenklasse gutes Handling.


  • VR One: Relativ günstige Neuheit

    Als relativ günstige Neuheit mit eher funktionalem Design präsentiert der VR One vom schweizerischen Hersteller QvR einen erstaunlich kräftigen Antrieb, der über zwei verschiedene Modi gesteuert werden kann. Im ECO-Modus endet eine Beschleunigung bei ca. 50 km/h, im Sportmodus werden ca. 90 km/h erreicht. Auf etwas schlechteren Untergründen wirkt die Fahrwerksauslegung mit den kleinen 12-Zoll-Rädern störend. Die Ladung der Batterien reicht für 46 km im Sport und 65 km im Ecomodus. 


Vectrix VX-1 LI+:Angabe der Restreichweite im Display teilweise sehr ungenau

Vectrix VX-1 LI+:Federelemente etwas unterdämpft, besonders Hinterradfederung stampft etwas auf unebener Fahrbahn

QvR VROne: So wie das Display ist an dem VR One fast alles einfach und funktional gestaltet

QvR VROne: Fahrwerk und Federelemente wegen der kleinen Räder (12 Zoll) auf Unebenheiten schnell überfordert

ZERO DS: Hinterradabdeckung für wirksamen Verschmutzungsschutz des Antriebes und des Federbeines zu kurz

ZERO DS: Kleine Rückspiegel an kurzen Auslegern erlauben nur schlechte Rücksicht:

 ZERO DS: Hinterradabdeckung für wirksamen Verschmutzungsschutz des Antriebes und des Federbeines zu kurz

 ZERO DS: Steckdose für Ladekabel an der Front des Batterieblockes vollkommen ungeschützt gegen Verschmutzung


Fotos: ADAC; Moritz Herrmann

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