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- Wenn im Heckbereich die Knautschzone fehlt -

Crashtest: Dem Van ins Heck

Heck-Crash: Wenig Verformung bis zur dritten Sitzreihe.


Der Heckaufprall ist mit einem Anteil von 2% an getöteten Personen im Straßenverkehr im Gegensatz zum Frontal- mit 40% und Seitenaufprall mit 35% eher einer der unkritischeren Unfälle. Trotzdem stellt sich bei vielen Autofahrern die Frage, ob diese Tatsache auch für die Insassen von Fahrzeugen mit einer dritten Sitzreihe zutrifft.

Da diese Fahrzeuge aber in den meisten Fällen hinter der dritten Sitzreihe sehr wenig Knautschzone aufweisen, sollte bei dieser ADAC-Untersuchung geklärt werden, ob das Verletzungsrisiko bei einem Heckaufprall auf der dritten Sitzreihe höher ist als auf den mittleren Sitzplätzen und welchen Einfluss das Gepäck hat.

Neue Ergebnisse von unserer ADAC Unfallforschung
  • Ergebnis

    Die Grafik zeigt anschaulich, wie das Verletzungsrisiko auf den einzelnen Plätzen einzuschätzen ist. Grün bedeutet geringes Verletzungsrisiko, gelb bis rot steht für höhere Belastungen und 16 Punkte bedeuten max. erreichbare Punktezahl.
    Vorne und auf der mittleren Sitzreihe gibt es keine Probleme. Die Belastungen liegen im grünen bis max. gelben Bereich.
    Auch auf der dritten Sitzreihe ist man keinem deutlich höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt als in der Reihe davor, aber nur, wenn sich kein Gepäck hinter den Insassen befindet. Die größten Probleme hat der links sitzende Passagier der letzten Reihe. Er muss den Stoß verdauen, den das Gepäck an den Rücksitz weitergibt. Er wird nach vorn geschleudert, trifft mit seinen Knien die Sitzlehne des Vordermanns, der nun seinerseits in Richtung Fahrersitz gedrückt wird. Durch das leichte Zurückbiegen der erstaunlich massiven Rücksitzlehnen steigt der Hinterbänkler in seinem Sitz hoch und trifft mit dem Kopf das Dach. Das erklärt auch die hohen Belastungswerte an seinem Hals.
    Die Karosserie-Struktur im Heckbereich ist aber so stabil, dass der Überlebensraum auf allen drei Sitzreihen ausreichend bestehen bleibt. Dadurch ist es möglich die Insassen trotz schlechtem Zugang zur dritten Sitzreihe bergen zu können.

    Heckcrash_350x225.jpg


  • ADAC Tipp

    Der ADAC empfiehlt auf kompakte Gepäckstücke hinter der dritten Sitzreihe zu verzichten, wenn auf diesen Plätzen Personen transportiert werden. Da der Raum hinter dieser Sitzreihe sowieso nicht genügend Platz für das Gepäck von sieben Insassen bietet, sollte man alternativ unter Berücksichtigung der max. zulässigen Lasten einzelne Gepäckstücke in einer Dachbox transportieren. So bleibt die kleine Knautschzone im Heckbereich vollständig erhalten.
  • Methodik

    Bislang gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Heck-Crashtest zur Absicherung der Insassensicherheit. Aus diesem Grund wurde auf Basis des US-Normvorschlages zur Untersuchung der Tankdichtheit (FMVSS 301) ein Heck-Crashtest durchgeführt, bei dem ein Barrierewagen mit ca. 1400 kg und 70% Überdeckung mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf ein gebremstes Fahrzeug gefahren wird. Diese Geschwindigkeit wurde gewählt, da hierdurch bereits mehr als 90 % aller Heckcrashs im realen Unfallgeschehen abgedeckt werden. Bei dem ADAC-Versuch wurden drei instrumentierte Dummies (2. Sitzreihe links, 3. Sitzreihe links und rechts) und ein nicht instrumentierter Dummy (Fahrer) eingesetzt.

    Um den Einfluss von Gepäck hinter der dritten Sitzreihe zu ermitteln, wurde der Gepäckraum hinter dem links sitzenden Dummy mit zwei Hartschalenkoffern und der Gepäckraum hinter dem rechts sitzenden Dummy ohne Gepäck belegt.

    Stellvertretend für diese Fahrzeugklasse diente ein Renault Grand Scenic mit dritter Sitzreihe und kleinem Gepäckabteil.


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