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– Frontalkollision mit geringer Überdeckung (08/2018) –

Small Overlap Crashtest

Anhand des Crashtests von drei Kleinstwagen wird die Auswirkung eines schrägen Anpralles mit verminderter Überdeckung geprüft. Bei dieser Konstellation trifft der Unfallgegner – in diesem Falle die Crashbarriere – nicht mehr die energieabbauenden Fahrzeugstrukturen und kann bis zur A-Säule vordringen. Zusätzlich stellt der winklige Anprall besondere Anforderungen an das Rückhaltesystem. Eine derartige Unfallkonstellation, wie sie häufig in der Realität vorkommt, wird derzeit in Europa weder in Verbraucherschutztests, noch in der Gesetzgebung abgeprüft. Ausgewertet werden neben den Dummymesswerten und dem Dummyverhalten auch die Pkw-Struktur und die Funktion der Rückhaltesysteme.

Die drei Versuche mit geringer Überdeckung und leicht winkeligem Anprall zeigen auf, dass heutige Fahrzeuge hier noch Schwächen haben, die sich im Versuchsergebnis widerspiegeln. Trotz der vergleichsweise geringen Geschwindigkeitsänderung dieser Fahrzeuge von ca. 40 km/h (entspricht einem Unfall innerorts) gegenüber einem standardmäßigen 40 Prozent Offset Crashtest mit mehr als 64 km/h Änderung, treten an den Karosserien Verformungen auf, die darauf basieren, dass die tragenden Strukturen nicht getroffen werden. Speziell der Bereich der A-Säulen-Schweller und Türen werden in diesem Falle zusätzlich belastet und sind das einzig energieaufnehmende Element. Auch die Rückhaltesysteme im Fahrzeug zeigen, dass eine leicht winklige Anprallsituation erheblichen Einfluss auf die Funktion haben.


Hersteller / TypADAC UrteilGesamtpunkteInsassenbelastungRückhaltesystemeFrontstruktur
Skoda Citigo19x19_gut.gif13,1gutausreichendgut
Renault Twingo19x19_befriedigend.gif12,1befriedigendausreichendausreichend
Toyota Aygo19x19_befriedigend.gif10,9ausreichendausreichendbefriedigend

  • Skoda Citigo

     

    small_overlap_crash_skoda_citigo_01_150x113.jpg

    ADAC Urteil: gut | Testsieger

    Der Skoda Citigo überzeugt im Test durch seine niedrigen Belastungswerte der Dummys. Leichte Schwächen offenbaren sich bei den Rückhaltesystemen. Während der Fahrerdummy durch seinen Airbag aufgefangen wird, gleitet der Beifahrer mit seinem Kopf am Airbag ab. Ein zusätzlicher Curtainairbag, in Kombination mit einer ausreichenden Abdeckung des Luftsacks im Fahrzeuginnenraum, würde noch Verbesserungspotential beinhalten. Strukturtechnisch besticht der Skoda mit seiner Karosserieauslegung, die während des Crashs keine Intrusion in den Fahrgastraum erlaubt hat.

     

    small_overlap_crash_skoda_citigo_fahrer_49x100.jpg

    Fahrer

    Die Belastungswerte liegen auf niedrigem Niveau, nur der Brustbereich und der rechte Unterschenkel weisen eine erhöhte Verletzungswahrscheinlichkeit auf.


    small_overlap_crash_skoda_citigo_beifahrer_47x100.jpg

    Beifahrer

    Die gemessenen Dummywerte sind auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Nachteilig ist das Abrutschen des Kopfes vom Airbag.


    small_overlap_crash_Verletzungsrisiko_371x84.jpg


    Skoda CitigoBewertungBesonderheiten
    Insassenbelastung
    • Niedrige Belastungswerte beim Fahrer und Beifahrer
    • Punktabzug beim Beifahrer (Kopf) aufgrund Abgleiten vom Airbag
    Rückhaltesysteme
    • Gute Auslegung der Gurtsysteme
    • Frontairbag Fahrer stabil
    • Frontairbag Beifahrer unzureichend
    • Keine Curtainairbags
    • Beifahrer gleitet aufgrund des winkligen Anstoßes vom Airbag ab
    Struktur
    • Fahrgastzelle intakt
    • Steife Karosseriestruktur positiv

  • Renault Twingo

     

    small_overlap_crash_renault_twingo_01_150x113.jpg

    ADAC Urteil: befriedigend

    Solides Ergebnis im Test. Der Twingo offenbart jedoch einige Schwächen bei den Rückhaltesystemen. Fahrer und Beifahrer gleiten beim Aufprall vom Airbag ab und kommen den Interieurteilen gefährlich nahe. Ein zusätzlicher Curtainairbag, in Kombination mit einer ausreichenden Abdeckung des Fahrzeuginnenraums, würde Schlimmeres vermeiden. Trotz der relativ geringen Geschwindigkeitsänderung hält die Struktur des Renault den Belastungen nicht Stand. Das Versagen der Fahrgastzelle im Bereich der A-Säule und des Schwellers wirkt sich negativ auf die Bewertung der Frontstruktur aus und gibt somit einen Punktabzug beim Fahrer.

     

    small_overlap_crash_renault_twingo_fahrer_49x100.jpg

    Fahrer

    Bis auf die Unterschenkel befinden sich die Dummywerte auf einem geringen bzw. sehr geringen Niveau. Die instabile Fahrgastzelle und das Abgleiten vom Airbag führen zu Abzügen.


    small_overlap_crash_renault_twingo_beifahrer_58x100.jpg

    Beifahrer

    Die Belastungswerte sind auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Einen Wermutstropfen stellt das Abgleiten vom Airbag dar.


    small_overlap_crash_Verletzungsrisiko_371x84.jpg


    Renault TwingoBewertungBesonderheiten
    Insassenbelastung
    • Niedrige Belastungswerte beim Fahrer und Beifahrer
    • Punktabzug beim Fahrer/Beifahrer (Kopf) aufgrund Abgleiten vom Airbag
    Rückhaltesysteme
    • Weiche Auslegung der Gurtsysteme
    • Frontairbags Fahrer/Beifahrer unzureichend
    • Keine Curtainairbags
    • Fahrer und Beifahrer gleiten aufgrund des winkligen Anstoßes vom Airbag ab
    Struktur
    • Abknicken der A-Säule
    • „Aufplatzen“ der Schweißverbindungen im Bereich A-Säule/Schweller
    • Punktabzug beim Fahrer (Brust)

  • Toyota Aygo

     

    small_overlap_crash_toyota_aygo_01_150x112.jpg

    ADAC Urteil: befriedigend

    Schlechtestes Ergebnis im Test, jedoch noch befriedigend im ADAC Urteil. Der Toyota Aygo zeigt deutliche Schwächen bei den Rückhaltesystemen. Fahrer und Beifahrer gleiten beim Aufprall vom Airbag ab und kommen den Interieurteilen gefährlich nahe. Ein größerer Curtainairbag mit anderer Auslösezeit, in Kombination mit einer ausreichenden Abdeckung des Fahrzeuginnenraums, würde Schlimmeres vermeiden. Zusätzlich ist das Gurtsystem für diese Konstellation zu hart ausgelegt, woraus die schlechten Brustwerte beim Fahrer resultieren. Bei der relativ geringen Geschwindigkeitsänderung hält die Struktur des Toyota gerade den Belastungen Stand. Erste Anzeichen für ein Strukturversagen bei höheren Geschwindigkeiten zeichnen sich bereits ab.

     

    small_overlap_crash_toyota_aygo_fahrer_54x100.jpg

    Fahrer

    Die Fahrzeugstruktur des Aygo wird in Mitleidenschaft gezogen. Daraus resultieren die erhöhten Belastungen im Beinbereich. Ein nicht optimales Gurtsystem belastet den Insassen zusätzlich.


    small_overlap_crash_toyota_aygo_beifahrer_52x100.jpg

    Beifahrer

    Das Verletzungsrisiko ist auf einem geringen Niveau. Nachteilig ist das seitliche Abrutschen des Kopfes vom Airbag.


    small_overlap_crash_Verletzungsrisiko_371x84.jpg


    Toyota AygoBewertungBesonderheiten
    Insassenbelastung
    • Erhöhte Belastungswerte beim Fahrer
    • Niedrige Belastungswerte beim Beifahrer
    • Punktabzug beim Fahrer/Beifahrer (Kopf) aufgrund Abgleiten vom Airbag
    Rückhaltesysteme
    • Harte Auslegung der Gurtsysteme
    • Frontairbags Fahrer/Beifahrer unzureichend
    • Auslösung des Curtainairbags zu spät
    • Größe Curtainairbag unzureichend
    • Fahrer und Beifahrer gleiten aufgrund des winkligen Anstoßes vom Airbag ab
    • Ungünstiger Zündzeitpunkt des Seitenairbags (150 ms nach Crash)
    Struktur
    • Beginnendes Knicken der A-Säule
    • Strukturfestigkeit noch ausreichend

Die Qualität unserer Verbraucherschutztests wird umfassend und zuverlässig abgesichert. Die Qualitätssicherung umfasst alle Maßnahmen, die der Schaffung, Sicherung und Verbesserung der Qualität dienen. Wir legen deshalb höchste Maßstäbe bei unserer Arbeit an. Mehr


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