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- Die dritte Sitzreihe beim Auffahrunfall -

Van-Heckcrash

Der "Van" - das ideale Familiengefährt, wenn Dank dritter Sitzreihe mehr als fünf Insassen Platz finden sollen. Die sitzen dann auch recht nah am Fahrzeugheck. Womit sich die Frage stellt: Sind Hinterbänkler bei Auffahrunfällen einem zu hohen Risiko ausgesetzt? Um das zu klären, wurde, stellvertretend für ähnliche Modelle, der Renault Grand Scénic ausgewählt. Eine mobile 1400 kg Barriere krachte ihm mit 60 km/h ins Heck.

Als "Familienkutsche" ausgewählt wurde der Renault Grand Scénic, der in diesem Marktsegment weit verbreitet ist und hier stellvertretend für Modelle wie Opel Zafira oder Toyota Corolla Verso steht.

Typisch die Innenraum-Ausnutzung: Die Oberkante der Kopfstützen an den hintersten Sitzen reicht bis nahe an die Heckscheibe. Um den Einfluss von Gepäckstücken zu untersuchen, wurden hinter dem linken Sitz noch zwei Hartschalenkoffer platziert. Dran glauben mussten wieder unsere Dummies: Zwei in der dritten Sitzreihe, einer auf dem linken mittleren Platz, dazu noch der Fahrer. Auf das stehende Fahrzeug wurde mit 60 km /h die fahrbare Barriere geschossen, mit 70 Prozent "Überdeckung" (also seitlich versetzt).

Dummies und Ingenieure berichten

Die Grafik zeigt es: Zwei Dummies haben in der dritten Sitzreihe (dort reicht die Oberkante der Kopfstützen bis nahe an die Heckscheibe) Platz genommen, einer auf dem linken mittleren Platz, dazu noch der Fahrer. Um den Einfluss von Gepäckstücken zu untersuchen, wurden hinter dem linken Sitz noch zwei Hartschalenkoffer untergebracht.


Der Ablauf beim Aufprall mit 60 km/h: Das Heck gibt nach, aber moderat: links um 26 cm, rechts um 8 cm (Folge des seitlich versetzten Aufpralls.) Der "Überlebensraum" im Bereich der zweiten und ersten Sitzreihe bleibt nahezu unverändert erhalten, in der dritten Sitzreihe weitgehend. Ein deutlich höheres Verletzungsrisiko ist freilich dann gegeben, wenn sich Gepäck hinter dieser Sitzreihe befindet. Der links sitzende Passagier muss den Stoß verdauen, den das Gepäck an den Rücksitz weitergibt. Er wird nach vorn geschleudert, trifft mit seinen Knien die Sitzlehne des Vordermanns, der nun seinerseits in Richtung Fahrersitz gedrückt wird. Durch das leichte Zurückbiegen der erstaunlich massiven Rücksitzlehnen steigt der Hinterbänkler in seinem Sitz hoch und trifft mit dem Kopf das Dach. Das erklärt auch die hohen Belastungswerte an seinem Hals. Zudem befinden sich beim Grand Scenic unter dem Dachhimmel Blechkanten der Karosseriestruktur, die das Verletzungsrisiko am Kopf gefährlich erhöhen.

Die Grafik zeigt, wie die Testkonfiguration aussah. Das Verletzungsrisiko auf den einzelnen Plätzen zeigen unsere farbigen "Männchen": Grün bedeutet geringes Verletzungsrisiko, gelb bis rot steht für höhere Belastungen (16 Punkte sind die maximal. erreichbare positive Punktezahl.


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