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- Anschnallquote zu niedrig -

Ohne Gurt ist lebensgefährlich

Wer sich nicht anschnallt, riskiert tödliche Verletzungen. Das hat ein Crash-Test des ADAC gezeigt. Damit soll die zu geringe Anschnallquote verbessert werden. Denn nach einer Länder-Umfrage von 2011 trugen 20 Prozent der tödlich verunglückten Fahrzeug-Insassen keinen Gurt.

Auf den ersten Blick scheint doch alles in Ordnung: Laut offiziellen Angaben der Bundesanwalt für Straßenwesen (BASt) legen 98 Prozent der Fahrzeuginsassen den Sicherheitsgurt an. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Nach einer Länderumfrage des Deutschen Verkehrssicherheits-Rates (DVR) im Jahr 2011 trugen 20 Prozent der tödlich verunglückten Fahrzeuginsassen keinen Gurt. Es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil dieser Getöteten den Unfall überlebt hätte, wäre er vorschriftsmäßig angegurtet gewesen. Diese Zahlen und der ADAC Test zeigen, dass trotz Airbags ein Unfall ohne Gurt sehr schnell tödlich enden kann. 

Gurtwarner sind wichtig
Laut ADAC Unfallforschung sind verunfallte Fahrzeuge im Schnitt etwa acht Jahre alt. Nicht alle verfügen deshalb schon über Gurtwarner, die optisch und akustisch darin erinnern, sich anzuschnallen. Sie sollten auf allen Plätzen (auch im Fond) verbaut sein. Denn ein nicht angeschnallter Heckpassagier gefährdet nicht nur das eigene Leben, sondern ebenso das der anderen Insassen, die er bei einem Unfall mit seinem eigenen Körper förmlich erschlagen kann. Bei diesem ADAC Crashtest wurde ein Opel Astra (gebaut von 2004 bis 2010) verwendet, der mit 64 km/h auf eine verformbare Barriere prallte. Beim methodisch identischen EuroNCAP-Test hatte dieses Fahrzeug seinerzeit volle fünf Sterne erreicht (geringe bis sehr geringe Verletzungs-Wahrscheinlichkeit), kann also als sehr sicher gelten. Aber eben nur dann, wenn sich die Insassen vorschriftsgemäß anschnallen 

Lebensgefährliche Verletzungen
Ohne Gurt ändert sich das Verletzungsbild dramatisch. Denn die Airbags allein können die vorderen Insassen nicht zurückhalten. Knie und Oberschenkel prallen gegen Armaturenbrett und Lenksäule, beide Insassen durchschlagen den Airbag mit Brust und Kopf. Dabei wird sogar das Lenkrad verformt. Es gibt auch Kollisionen mit Frontscheibe und Dachhimmel. Nach dem Anprall des Fahrzeuges schleudern die Insassen unkontrolliert zurück und stoßen mit den Köpfen aneinander. Fast wie zusammengefaltet stecken die Beine des Fahrers nach dem Crash im Fußraum, die Knie verbiegen das Armaturenbrett, die Füße klemmen abgeknickt unter den Pedalen. Vor allem für den Fahrer besteht das Risiko lebensgefährlicher Verletzungen an Brust und Kopf. Doch selbst wenn ein Mensch diesen Unfall überlebt hätte - eine langwierige bis dauerhafte Schädigung der unteren Extremitäten bis hin zur Hüfte ist für beide Insassen eine sehr wahrscheinliche Unfallfolge.

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Fotos: ADAC/Axel Griesch

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