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– Vorschau auf das erweiterte Euro NCAP-Programm (11/2015) –

So werden Fußgänger-Notbremsassistenten ab 2016 getestet

Am besten ist es, wenn Unfälle mit Fußgängern vermieden werden. Deshalb testet die europäische Initiative Euro NCAP ab 2016 auch Notbremsassistenten, die Fußgängerunfälle verhindern (oder deren Folgen zumindest verringern). Der hier beispielhaft gezeigte Audi Q7 schafft das in einigen Fällen bei Fahrgeschwindigkeiten bis 45 km/h.

Einen Unfall mit einem querenden Erwachsenen konnte der Audi Q7 bis etwa 45 km/h vermeiden. Im Szenario mit dem verdeckten Kind war eine Unfallvermeidung bis maximal 35 km/h möglich, allerdings mit großer Streuung. Das Fahrzeug kommt nur wenige Zentimeter vor dem Fußgänger zum Stehen. Durch die sehr knappe Bremsung kann ein Anprall nicht immer vermieden werden. Technisch ist dies gut erklärbar: Die Kamera wertet pro Sekunde etwa zehn Bilder aus. Das Fahrzeug legt bei 35 km/h 9,7 Meter pro Sekunde zurück. Erkennt die Kamera den Fußgänger nur eine Abtastrate später (100 Millisekunden), hat das Fahrzeug in diesem Sekundenbruchteil bereits fast einen Meter zurückgelegt. So ist eine Kollision nicht mehr zu vermeiden. Da der Q7 bei Bedarf in die Vollbremsung geht, hätte auch eine glatte oder nasse Fahrbahn einen ähnlichen Effekt.

Dieser Vor-Test wurde bei einigen ausgewählten Fahrzeuggeschwindigkeiten je Szenario des für 2016 geplanten Euro NCAP-Tests durchgeführt. Diese wurden teils mehrfach geprüft, um Aussagen über die Zuverlässigkeit treffen zu können.


Testszenario 1

Erwachsener läuft mit 8 km/h von links vor das Auto.

Ergebnis: Der Audi Q7 kann bis 35 km/h sicher, bis 45 km/h meistens eine Kollision vermeiden.


Testszenario 2

Erwachsener läuft mit 5 km/h von rechts vor das Auto (sehr knapp, Kollision auf Beifahrerseite).

Ergebnis: Kommt der Fußgänger sehr knapp vor dem Auto auf die Fahrbahn, kann die Kollision schon ab etwa 25 km/h nicht mehr vermieden werden.


Testszenario 3

Erwachsener läuft mit 5 km/h von rechts vor das Auto (größerer Abstand zum Auto, Kollision auf Fahrerseite).

Ergebnis: Läuft die Person relativ früh auf die Fahrbahn und wird dadurch länger registriert, kommt es erst ab etwa 50 km/h zur Kollision.


Testszenario 4

Kind läuft mit 5 km/h zwischen parkenden Autos (Sichtverdeckung) hervor auf die Straße.

Ergebnis: Ab etwa 30 km/h kann eine Kollision nicht mehr sicher vermieden werden.


Vor der selbständigen Bremsung wird der Fahrer mit einem hör- und sichtbaren Signal gewarnt, darüber hinaus gibt es als letzten Hinweis einen Bremsruck. Durch die sehr knappe Zeitschiene kommen Warnung und Bremsruck allerding so knapp vor dem Aufprall, dass der Fahrer kaum Zeit hat zu reagieren.


 


Fotos: ADAC/Uwe Rattay

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