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– ADAC Crashtest Kompatibilität 2013 –

Neues ADAC Testverfahren bewirkt weniger Tote und Schwerverletzte

Die Sicherheit im Auto gibt es nicht durch eine lange Motorhaube oder ein hohes Fahrzeuggewicht. Es kommt auf die Gestaltung der Karosserieelemente an, damit die Energie eines Zusammenstoßes für die Fahrzeuginsassen möglichst ungefährlich absorbiert wird. Dafür haben in den letzten Jahrzehnten die Autohersteller ihre Hausaufgaben – wie etwa die Crashtests gemäß Euro NCAP-Standard offenbarten – mehr oder minder gut erledigt. Laut ADAC Unfallforschung deckt der Standard-Crashtest rund 75 % der Frontunfälle ab. Durch den vom ADAC entwickelten Kompatibilitätstest können aber auch die restlichen Unfalltypen, wie z. B. Streifkollisionen, Baumunfälle, Unfälle mit sehr unterschiedlichen Unfallgegnern usw. abgedeckt werden.

Wichtig dabei: Die Strukturen der Karosserie müssen zueinander passen. Die Fahrzeuge benötigen ein sogenanntes Schutzschild unter der Frontverkleidung, das bei allen Unfalltypen einen optimalen Energieabbau gewährleistet. Das neue ADAC Testverfahren mit drei Vertretern aus der Mittelklasse zeigt, dass es möglich ist.

Der neue ADAC-Crashtest für mehr Kompatibilität ist bereits international anerkannt und soll in absehbarer Zeit beim Crashtest nach EuroNCAP aufgenommen werden. Hierdurch können nach Einschätzung von Unfallexperten in Deutschland pro Jahr über 150 weniger Verkehrstote und rund 2100 weniger Schwerverletzte realisiert werden.


Audi A4

Honda Accord 

(in Europa derzeit nicht erhältlich)

Volvo S60
Kompatibilität

Der Audi A4 bietet eine schlechte Kompatibilität. Es gibt sowohl sehr steife Längsträger, die sich in den Unfallgegner bohren, als auch sehr weiche Bereiche, in denen bei einer Kollision nur wenig Energie abgebaut werden kann. Der Schutzschild des Audi weist besonders im äußeren Bereich deutliche Schwächen auf. Wird er dort getroffen, dann besteht die Gefahr, dass der Gegner mit hoher Geschwindigkeit auf die Fahrgastzelle trifft und diese zerstört. Durch den ungleichmäßigen Aufbau ist die Gefahr von lokalen Überlastungen – beim Unfallgegner, aber auch beim A4 selbst – sehr groß.

Insgesamt wird die Kompatibilität des Honda Accord mit gut bewertet. Sein Vorbau hat keine sehr harten Strukturen, ist vergleichsweise homogen aufgebaut und nimmt beim Unfall viel Energie auf. Er überlastet deshalb auch leichtere Unfallgegner nicht. Sein „Schutzschild“ deckt nahezu den gesamten Bereich an der Fahrzeugfront ab, was bei ungünstigen Unfallkonstellationen, z. B. bei geringer Überdeckung, auch seinen eigenen Insassen zugute kommt.

Die Kompatibilität des Volvo S60 wird mit befriedigend bewertet. Durch die tragenden Strukturen außerhalb der Längsträger kann die Knautschzone bei Unfällen mit geringer Überdeckung effektiv genutzt werden, aber die beiden Längsträger sind zu steif ausgeführt und beaufschlagen deshalb den Gegner mit hoher Energiedichte. Die Konstruktion seiner Front kommt im Wesentlichen seinen eigenen Insassen zugute, sein Partnerschutz kann aber noch verbessert werden.


Kompati_Schild_A4_165x118.jpgAccord_165x118
Kompati_Schild_S60_165x118.jpg
Schutzschild an der Fahrzeugfront:schlechtgutbefriedigend


Bewertung der Struktur: Bewertung_01_533x19.jpg        


Audi A4

Honda Accord

(in Europa nicht erhältlich)

Volvo S60
FahrerÜberdeckung_A4_47x143.jpg
Accord_Überdeckung_A4_49x143.jpg
Überdeckung_Volvo_S60_45x143.jpg
Wie in der obigen Abbildung zu erkennen, hat der Audi A4 außerhalb seiner Längsträger keine stabilen Strukturen.Wird der A4 ausschließlich außerhalb seiner Längsträger getroffen, so kann er kaum Energie in seiner Knautschzone abbauen. Bei einem Unfall mit geringer Überdeckung wird die Fahrgastzelle deshalb mit extremen Kräften beaufschlagt – die Gefahr, dass sie bei dieser Belastung kollabiert ist sehr groß.Die obige Abbildung zeigt, dass beim Honda Accord beim Unfall mit geringer Überdeckung immer noch Strukturen getroffen werden, die geeignet sind, um Energie abzubauen (grün dargestellt). Das reicht aus, um die Geschwindigkeit mit der die Fahrgastzelle getroffen wird, so weit zu reduzieren, dass sie dem Anprall weitgehend standhält. Der Überlebensraum für den Fahrer bleibt erhalten und Gurte und Airbags können ihn schützen.Auch beim Volvo S60 werden beim Unfall mit geringer Überdeckung tragende Strukuren getroffen – das Loch in seinem Schutzschild (orange dargestellt) ist sehr klein. Da die Knautschzone zum Energieabbau genutzt werden kann, wird die Fahrgastzelle nicht extrem beaufschlagt. Dadurch bleibt der Überlebensraum für den Fahrer erhalten und die Rückhaltesysteme können Verletzungen effektiv verhindern.

Verletzungs-
risiko:
Verletzungsrisiko_630x20.jpg


 


Fotos: Marek Vogel/Martin Hangen

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