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– ADAC Crashtest Kompatibilität 2012 –

Partnerschutz: Keine Sicherheit zu Lasten der Kleinen

Die Sicherheit im Auto gibt es nicht durch eine lange Motorhaube oder ein hohes Fahrzeuggewicht. Es kommt auf die Gestaltung der Karosserieelemente an, damit die Energie eines Zusammenstoßes für die Fahrzeuginsassen möglichst ungefährlich absorbiert wird. Dafür haben in den letzten Jahrzehnten die Autohersteller ihre Hausaufgaben – wie etwa die Crashtests gemäß Euro NCAP-Standard offenbarten – mehr oder minder gut erledigt. 

Doch der Gegner auf der Straße ist keine Barriere, sondern ein anderes Auto, was größer oder kleiner sein kann. Damit in beiden Autos die Passagiere gute Chancen auf möglichst geringe Verletzungen haben, müssen die Strukturen der Karosserie zueinander passen. Ein neue ADAC Testverfahren offenbart bei vier kleineren Fahrzeugen etwaige Stärken und Schwächen.


Fiat 500Smart FortwoRenault TwingoKia Picanto
Kompatibilität

Die Kompatibilität des Fiat 500 ist befriedigend. Ein recht großer Bereich der Fahrzeugfront ist homogen aufgebaut und der 500 baut viel Energie in der eigenen Knautschzone ab – dadurch fügt er seinem Unfallgegner nur wenig Schaden zu.

Sein Schutzschild hat allerdings im Bereich der Vorderräder Schwächen. Dort kann sich der Unfallgegner nicht abstützen und es wird nur wenig Energie und Geschwindigkeit abgebaut. Trifft der Gegner dann mit großer Restgeschwindigkeit auf die Fahrgastzelle, kommt es zu sehr hohen Verzögerungen und Belastungen der Insassen. Zudem steigt für den Fiat das Risiko der Zerstörung der Fahrgastzelle stark an.

Insgesamt bietet der Smart Fortwo eine befriedigende Kompatibilität; ein großer Bereich der Fahrzeugfront ist homogen aufgebaut, aber sein Vorbau ist sehr kurz und kann dementsprechend wenig Energie aufnehmen. Um die Fahrgastzelle dennoch nicht extrem zu überlasten, ist die gesamte Antriebseinheit mit Hinterachse an deformierbaren Elementen befestigt. Der Antrieb schiebt sich beim Crash nach vorne, baut dabei Energie ab und entlastet so die Fahrzeugfront. 

Aufgrund seines niedrigen Gewichts belastet der Smart den Unfallgegner kaum und fügt ihm nur wenig Schaden zu. Sein Schutzschild weist zwar keine größeren Lücken auf, ist jedoch insgesamt eher weich.

Der Renault Twingo besitzt eine gerade noch eine befriedigende Kompatibilität. Seine Front ist vergleichsweise inhomogen aufgebaut. Da der Twingo aber ein leichter Pkw ist, fügt er einem durchschnittlichen Unfallgegner dennoch relativ wenig Schaden zu. 

Dass sein Schutzschild größere Lücken aufweist und die Energie beim Unfall nicht optimal in seiner Knautschzone abgebaut werden kann, schadet hauptsächlich seinen eigenen Insassen. Der Gegner kann mit großer Restgeschwindigkeit auf die Fahrgastzelle treffen und dadurch sehr hohe Verzögerungen und Insassenbelastungen bewirken. Zudem steigt dadurch das Risiko der Zerstörung der Fahrgastzelle stark an.

Auch der Kia Picanto bietet eine befriedigende Kompatibilität. Die Fahrzeugfront ist relativ homogen aufgebaut. Seine Längsträger deformieren sich gleichmäßig und er baut viel Energie in der eigenen Knautschzone ab. Seinem Gegner fügt er nur wenig Schaden zu. 

Sein Schutzschild hat allerdings im Bereich der Vorderräder Schwächen. Dort kann sich der Unfallgegner nicht abstützen. Wird der Kia in diesem Bereich getroffen, so wird das Fahrzeug zunächst nur wenig abgebremst. Trifft der Gegner dann mit hoher Geschwindigkeit auf die Fahrgastzelle, kommt es zu sehr hohen Verzögerungen und Belastungen der Insassen. Zudem steigt dadurch das Risiko der Zerstörung der Fahrgastzelle stark an.

Schutzschild an der FahrzeugfrontKompatibilität_Schild_Fiat500_120x82.jpg
Kompatibilität_Schild_Smart_120x81.jpg
Kompatibilität_Schild_Twingo_120x82.jpg
Kompatibilität_Schild_Picanto_120x82.jpg

Bewertung: Bewertung_01_533x19.jpg        

Insassen-BelastungenFiat 500Smart FortwoRenault TwingoKia Picanto
EuroNCAP
Frontal-
aufprall
Kompati-
bilitäts-
Crashtest
EuroNCAP
Frontal_
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Kompati-
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EuroNCAP
Frontal-
aufprall
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Crashtest
EuroNCAP
Frontal-
aufprall
Kompati-
bilitäts-
Crashtest
FahrerKompatibilität_Fahrer_Fiat500_130x75.jpgKompatibilität_Fahrer_Smart_130x75.jpgKompatibilität_Fahrer_Twingo_130x75.jpgKompatibilität_Fahrer_Picanto_130x75.jpg
Aufgrund der hohen Fahrzeugverzögerung können Front- und Knieairbag den Durchschlag von Brust und Knien nicht verhindern. Deshalb ist das Verletzungsrisiko in diesen Körperregionen deutlich höher als im Euro NCAP-Versuch.Die Barriere schiebt die Vorderachse des Smart ein gutes Stück nach hinten. Dabei stellt sich die Lenksäule auf, der Fußraum verformt sich und die Pedale werden in den Fußraum geschoben. Dies sorgt für ein ansteigendes Verletzungsrisiko für Kopf und die Beine des Fahrers.Durch den Aufprall werden die Pedale in den Fußraum geschoben und verursachen ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko für die Beine des Fahrers. Wegen der hohen Fahrzeugverzögerung prallen die Knie hart an die Armaturentafel und das Verletzungsrisiko für die Brust steigt an.Aufgrund der hohen Fahrzeugverzögerung durchschlägt die Brust den Airbag und die Knie schlagen hart an die Armaturentafel. Außerdem dringen die Pedale in den Fußraum ein und erhöhen der Verletzungsrisiko der Beine deutlich.
BeifahrerKompatibilität_Beifahrer_Fiat500_130x75.jpgKompatibilität_Beifahrer_Smart_130x75.jpgKompatibilität_Beifahrer_Twingo_130x75.jpgKompatibilität_Beifahrer_Picanto_130x75.jpg
Auch bei den an den Unterschenkeln gemessenen Belastungen des Beifahrers macht sich die hohe Fahrzeugverzögerung bemerkbar. Alle anderen Messwerte bleiben unauffällig.Aufgrund unnachgiebiger Komponenten hinter der Armaturentafel ist das Verletzungsrisiko für die Knie bereits beim Standardcrash erhöht. Die hohe Fahrzeugverzögerung sorgt zusätzlich für steigende Brustbelastungen.Beide Versuchskonfigurationen offenbaren ein erhöhtes Verletzungsrisiko des linken Knies durch stabile Bauteile in der Mittelkonsole. Die Belastungen der anderen Körperpartien sind jeweils niedrig.Gurt und Airbag schützen den Beifahrer sowohl beim Kompatibilitäts als auch beim Euro NCAP-Test gut vor schweren Verletzungen.

Verletzungs-
risiko:
Verletzungsrisiko_630x20.jpg


 


Fotos: ADAC/Uwe Rattay/Fzg.-Hersteller

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