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– Fußgängerschutzbewertungen bei Euro NCAP, gesetzliche Vorgaben, statistische Auswertungen –

Fußgängerschutz von SUV und Geländewagen

Schwere Geländewagen und große SUV stehen häufig in der Kritik, und erwecken den Eindruck, dass von ihnen im Falle einer Kollision mit Fußgängern eine erhöhte Gefahr ausgeht. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Bauform bzw. dem Fahrzeugsegment von SUV oder Geländewagen, und einem erhöhten Risiko von schweren Verletzungen und Todesfällen bei der Kollision mit einem Fußgänger, ist anhand der hier ausgewerteten Daten aber nicht ersichtlich. Trotzdem gibt es im Bereich des Fußgängerschutzes noch große Verbesserungspotenziale. Der ADAC befürwortet daher die geplante Einführung von gesetzlichen Pflichten für aktive Sicherheitssysteme, die schon jetzt oder in naher Zukunft bei Euro NCAP bewertet werden. 

Während sowohl die Zahlen der getöteten Pkw-Insassen als auch die der getöteten Fußgänger in den letzten 25 Jahren (1990 bis 2015) um mehr als 74% gesunken sind, ist das Risiko als Fußgänger bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden immer noch 8 mal höher als bei Pkw-Insassen [1]. Bei Zusammenstößen von Fahrzeugen mit Fußgängern besteht zudem die Möglichkeit von schweren Verletzungen. Gerade ältere Menschen haben ein deutlich erhöhtes Risiko bei entsprechenden Unfällen ums Leben zu kommen. Durch geringere körperliche Belastbarkeit, können auch leichte Kollisionen schlimme Folgen haben. Besonders die schweren Geländewagen und großen SUV stehen häufig in der Kritik. Durch die oft bullige und hohe Frontpartie erwecken sie den Eindruck, dass von ihnen im Falle einer Kollision mit Fußgängern eine erhöhte Gefahr ausgeht. Ab 2019 müssen dann auch Neufahrzeuge aus diesen Segmenten die strengeren gesetzlichen Anforderungen für den Fußgängerschutz erfüllen.

In den vergangenen Jahren ist der prozentuale Anteil der SUV und Geländewagen am Gesamtbestand der Pkw in Deutschland stark gestiegen, wobei viele SUV mit der Bauform eines „klassischen“ Geländewagens nur noch wenig gemein haben. Parallel hierzu stieg auch die Gesamtanzahl an Fahrzeugen an, und es gab einen leichten Anstieg an Verkehrsunfällen. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Bauform bzw. dem Fahrzeugsegment von SUV oder Geländewagen, und einem erhöhten Risiko von schweren Verletzungen und Todesfällen bei der Kollision mit einem Fußgänger, ist anhand der ausgewerteten Daten aber nicht ersichtlich. Auch das teilweise höhere Fahrzeuggewicht in diesen Segmenten spielt hier offensichtlich keine entscheidend verschlechternde Rolle (wegen der sehr unterschiedlichen Massenverhältnisse von Fußgänger und Fahrzeug). Vergleicht man Euro NCAP Fußgängerschutz-Bewertungen von SUV und Kompakt-SUV aus den Jahren 2016 und 2017 mit den Bewertungen von Fahrzeugen aus der Kompaktwagen-Klasse, schneiden die SUV und Kompakt-SUV im Durchschnitt sogar besser ab.

Passive Sicherheitssysteme wie die sich im Crashfall aktiv aufstellende Motorhaube, sind mittlerweile sowohl in der Herstellung als auch in der Reparatur zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten verfügbar. Trotz der Fortschritte der letzten Jahre existieren im Bereich des Fußgängerschutzes noch große Verbesserungspotenziale in der Weiterentwicklung der aktiven Sicherheit, wie z.B. der unfallvermeidenden Notbremssysteme. Durch den Einsatz verfügbarer und zukünftiger Systeme kann ein erheblicher Beitrag zur Verhinderung von Kollisionen bzw. zur Reduzierung von Kollisionsgeschwindigkeiten geleistet werden. Solche Entwicklungen dürfen aber gleichzeitig nicht das Niveau der passiven Sicherheit beeinflussen.


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