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- Auch in der Stadt: Nie ohne Gurt -

Crashtest mit niedrigem Tempo

Autos werden immer sicherer, die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle geht seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück. Sicher auch ein Verdienst von ABS, ESP und natürlich dem Airbag. Daraus aber abzuleiten, dass sich damit  das Anlegen des Sicherheitsgurtes etwa bei niedrigen Geschwindigkeiten oder auf den hinteren Plätzen erübrigt, ist ein schwerwiegender und eventuell sogar äußerst gefährlicher Trugschluss. Was nicht angeschnallten Passagieren bereits bei mäßiger, innerstädtischer Geschwindigkeit droht, zeigen die ADAC Crashtests.

  • Crash-Ergebnis Fahrer

    Die eingefärbten Dummys machen es deutlich: Ein ordnungsgemäß angeschnallter Fahrer übersteht einen Crash mit Tempo 30 unbeschadet – abgesehen vom Schreck vielleicht. Ohne Gurt steigt die Verletzungsschwere allerdings deutlich an. Beim unangeschnallten Fahrer treten bereits bei niedrigem Tempo hohe und sehr hohe Belastungen im Bereich des Halses, der Brust, des Kopfes und der Oberschenkel auf. Schwerwiegende Verletzungen wären die Folge.

    Doch selbst wenn der Fahrer sich anschnallt, aber der hinter ihm sitzende Insasse dies versäumt, tragen beide Verletzungen davon.

    Insassen
    angeschnallt
    Hinten nicht angeschnalltFahrer nicht
    angeschnallt
     0 ms:
    Aufprall / Beginn der Fahrzeugverzögerung
    70 bis 85 ms:  
    Crash_ohne_Gurt_Insassen_01_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_01_95x95Crash_ohne_Gurt_Fahrer_01_95x95
    Die Knie des Fahrers berühren das Armaturenbrett. Da sowohl die maximale Eindringtiefe, als auch die gemessenen Kräfte gering sind, ist das zu erwartende Verletzungsrisiko niedrig.Die Knie des Fahrers berühren das Armaturenbrett. Da sowohl die maximale Eindringtiefe, als auch die gemessenen Kräfte gering sind, ist das zu erwartende Verletzungsrisiko noch gering.Die Knie des Fahrers treffen mit rund 25 km/h auf das Armaturenbrett.
    Durch die Wucht des Aufpralls wird die Oberfläche des Armaturenbretts durchschlagen.
    Daraus resultiert ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko für Knie und Oberschenkel.
     95 bis 155 ms:  
    Crash_ohne_Gurt_Insassen_02_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_02_95x95Crash_ohne_Gurt_Fahrer_02_95x95
    Der Fahrer erreicht die maximale Vorverlagerung. Der Kopf bleibt dabei auf Distanz zum Lenkrad.Der unangeschnallte Mitfahrer prallt gegen den Vordersitz und drückt ihn nach vorne. Deshalb berührt der Kopf des Fahrers das Lenkrad.Brust, Kinn und
    Kehlkopf des Fahrers treffen aufs Lenkrad,
    die Stirn durchschlägt
    die Frontscheibe. Insbesondere die Belastungen für
    den Nacken erreichen
    ein besorgnis-
    erregendes Niveau.
     250 bis 300 ms:  
    Crash_ohne_Gurt_Insassen_03_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_03_95x95Crash_ohne_Gurt_Fahrer_03_95x95
    Der Fahrer ist wieder in seine Ausgangsposition zurückgekehrt.Die beiden Insassen schlagen mit den Köpfen zusammen.Der schwerverletzte Fahrer schleudert zurück in seinen Sitz.
     Ergebnis:  
    Crash_ohne_Gurt_Insassen_04_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_04_95x95Crash_ohne_Gurt_Fahrer_04_95x95
     Crash_ohne_Gurt_Legende_213x92

     


  • Crash-Ergebnis Beifahrer
    Ähnliche Ergebnisse zeigen die Tests für den hinten sitzenden Passagier. Angeschnallt übersteht er den Crash bei Tempo 30 unbeschadet. Unangeschnallt kann auch ein Aufprall mit niedriger Geschwindigkeit zu ernsthaften Verletzungen führen. Belastet werden der Kopf durch einen Zusammenprall mit dem Vordermann sowie die Brust und die Oberschenkel. Damit gefährdet der leichtsinnige Passagier nicht nur sich selbst sondern auch andere Insassen im Fahrzeug.

    ZeitHinten sitzender Mitfahrer angeschnalltHinten sitzender Mitfahrer nicht angeschnallt
    0 msAufprall / Beginn der Fahrzeugverzögerung
    75 bis
    85 ms
    Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_angeschnallt_01_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_nicht_angeschnallt_01_95x95
    Die Knie des hinten Sitzenden haben noch genug Abstand zum Vordersitz, die Schienbeine berühren den Sitz bereits. Die gemessenen Belastungen für die Unterschenkel sind niedrig.Die Knie des Insassen treffen auf den Fahrersitz. Da sich unter dem Bezug harte Strukturen (z. B. Rahmen der Sitzlehne) befinden und weil der Insasse ungebremst auftrifft, geht von diesem Aufprall ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko aus.
    120 bis 155 msCrash_ohne_Gurt_Mitfahrer_angeschnallt_02_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_nicht_angeschnallt_02_95x95
    Der Kopf des hinten Sitzenden ist in seiner vordersten Position angekommen. Er hat noch ausreichend Abstand zum Fahrersitz.Der hintere Insasse schlägt mit Kopf, Hals und Brust auf den Fahrersitz und schiebt diesen nach vorne. Die Polsterung des Vordersitzes kann Verletzungen nicht verhindern.
    250 bis 300 msCrash_ohne_Gurt_Mitfahrer_angeschnallt_03_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_nicht_angeschnallt_03_95x95
    Der Mitfahrer ist wieder in seine Ausgangsposition zurückgekehrt.Die beiden Insassen schlagen mit den Köpfen zusammen.
    ErgebnisCrash_ohne_Gurt_Mitfahrer_angeschnallt_04_95x95Crash_ohne_Gurt_Mitfahrer_nicht_angeschnallt_04_95x95
    (Wenn der unangeschnallte Insasse hinter einem unbesetzten Vordersitz sitzt, verringert sich sein Verletzungsrisiko nicht, er fügt dann aber keinem anderen Schaden zu)
     Crash_ohne_Gurt_Legende_213x92

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