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- Auf den Kopf gefallen -

Kleine Cabrios im Überschlagtest

Salto mortale im ADAC-Crashtest-Zentrum: Cabrios fliegen mit knapp 50 Kilometern pro Stunde durch die Luft und landen kopfüber. Das unerfreuliche Ergebnis: Citroën C3 Pluriel, Mini Cooper und Peugeot 207 CC offenbaren – wie auch die bereits 2003 geprüften Modelle der Mittelklasse von Mazda, Opel und VW – ein erhebliches Verbesserungspotenzial.

Cabrios liegen im Trend: Sie sehen schick aus und bringen den Autofahrern die Natur ein Stück näher. Doch das fehlende Dach beschert ihm nicht nur Licht und Luft, sondern im sehr seltenen Fall eines Überschlages auch unerfreulich nahen Kontakt mit der Erde. Verstärkte Frontscheibenrahmen und Überrollbügel sollen Schlimmstes verhindern. Um zu überprüfen, ob der Überschlagschutz für die Passagiere auch wirklich funktioniert, haben die ADAC-Crashtest-Ingenieure drei kleine, aktuelle Cabrios auf den Kopf fallenlassen.

Für den Überschlag wählten wir besonders populäre Modelle: den extravaganten Citroën C3 Pluriel, den trendigen Mini Cooper und den adretten Peugeot 207 CC. Die Überrollschutzsysteme dieser viersitzigen Freiluftversionen sind unterschiedlich konzipiert. Während Citroën nur auf die Stabilität des Frontscheibenrahmens (A-Säule) setzt, haben die BMW-Konstrukteure ihrem Cabrio serienmäßig zwei starre Überrollbügel spendiert und Peugeot sogar zwei automatisch hoch ausfahrende Schutzbügel.

Der Überschlagtest der ADAC-Ingenieure offenbarte erneut Mängel im Insassenschutz: Die vorderen Insassen von Cabriolets sind schlecht geschützt, wenn die A-Säulen nicht die gebotene Stabilität aufweisen. So kann der Citroën, in dem sowohl die vorderen als auch die hinteren Passagiere einem sehr hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt sind, nur die ADAC-Note „mangelhaft“ bekommen. Der Mini kassiert trotz eines stabilen Frontscheibenrahmens für die erste Sitzreihe die ADAC-Note „ausreichend“ und für Hinterbänkler ein „befriedigend“. Von den recht hoch Ausfahrenden automatischen Überrollbügen des Peugeot profitiert besonders die zweite Sitzreihe, was sich mit der ADAC-Note „gut“ auszahlt, hingegen gibt wegen es der verformungsfreudigen „A-Säule“ für vorne nur das Prädikat „ausreichend“.

Mehr Sicherheit im Cabrio ist indes keine Zauberei: Neben der lebenswichtigen Stabilität des Frontscheibenrahmens und eines ausreichend hohen hinteren Überrollbügels sind Sicherheitsgurte mit Höhenverstellung sowie beim Überschlag auslösende Gurtstraffer als elementarer Schutz unverzichtbar. Zur Vermeidung von Überschlägen sollte jedes Cabrio zudem mit dem elektronischen Schleuderschutz ESP ausgerüstet sein. Hier sind die Fahrzeughersteller gefordert.


Ergebnisse:

Kopf-
belastung
Überlebens-
raum
ADAC-
Urteil
FrontsitzePeugeot 207CC19x19_befriedigend.gif19x19_mangelhaft.gif19x19_ausreichend.gif
Mini Cooper19x19_mangelhaft.gif19x19_befriedigend.gif19x19_ausreichend.gif
Citroen Pluriel19x19_mangelhaft.gif19x19_ausreichend.gif19x19_mangelhaft.gif
RücksitzePeugeot 207CC19x19_sehr_gut.gif19x19_befriedigend.gif19x19_gut.gif
Mini Cooper19x19_gut.gif19x19_ausreichend.gif19x19_befriedigend.gif
Citroen Pluriel19x19_mangelhaft.gif19x19_mangelhaft.gif19x19_mangelhaft.gif

  • Einzelergebnis: Peugeot 207 CC

    Der frische Nachfolger des beliebten Bestsellers 206 CC ist seit gut einem Jahr auf der Straße. Für den Insassenschutz bietet Peugeot automatisch hoch ausfahrende Überrollbügel, von denen besonders die Hinterbänkler profitieren. Dafür verdient sich der offene Franzose die ADAC-Note „gut“, obwohl hinten der Schutz für größere Personen (ab 1,75 Meter) noch verbesserungswürdig ist. Weniger sicher sind die Plätze in der ersten Reihe, weil sich der Frontscheibenrahmen (A-Säule) mit etwa 11 Zentimetern am stärksten im Vergleich zu den Testkonkurrenten verformt. Trotz des hinteren Überrollbügels ist damit der vordere Überlebensraum drastisch reduziert, weshalb hier der Insassenschutz nur mit der ADAC-Note „ausreichend“ bewertet werden kann. Zudem ist für alle Passagiere die fehlende Gurthöhenverstellung unvorteilhaft und nur die gezündeten Gurtstraffer können dem gefährlichen Herausrutschen aus den Gurten entgegenwirken.


  • Einzelergebnis: Mini Cooper Cabrio

    Der trendige Klassiker rollt bereits seit sieben Jahren fast unverändert vom südenglischen Band. Der Überschlagschutz ist grundsolide: Ein stabiler Scheibenrahmen in Verbindung mit hinteren, starren Überrollbügeln bietet den größten verbleibenden Überlebensraum aller Testprobanden. Leider wird dieser Erfolg durch unvorteilhafte Gurte zunichtegemacht: Bei unserem Test rutschte der Beifahrer mit dem Oberkörper stark aus dem Gurt und schlug sehr hart auf die Fahrbahn auf. Dieser gefährliche Effekt könnte durch eine Gurthöhenverstellung und einen Gurtstraffer wirksam vermindert werden. Auch die hinteren Insassen sind nur befriedend geschützt, weil es im Test zu einem kurzen Kopfkontakt kam. Die Überrollbügel sind zudem für Mitfahrer ab 1,75 Meter zu knapp dimensioniert.


  • Einzelergebnis: Citroën C3 Pluriel

    Mit einem extravaganten Design und einer pfiffigen Dachmechanik lässt der französische Wagen besonders die Herzen Frischluft liebender Frauen seit Mitte 2003 höher schlagen. Weniger Mühe haben die Citroën-Konstrukteure in den Insassenschutz investiert: Ein adäquater Überrollschutz fehlt, wenn der Pluriel mit versenkten Dachholmen über Land fährt. Damit sind die vorderen und hinteren Passagiere einem sehr hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt und der Insassenschutz kann insgesamt nur mit „mangelhaft“ bewertet werden. Um mit dem Citroen trotzdem besser für den Fall eines seltenen Überschlags gesichert zu sein, sollte man nicht auf die abnehmbaren Dachholme verzichten.


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