DruckenPDFBookmarkKontaktieren Sie uns

- ADAC Crashtest -

Kleiner Crash mit großen Folgen

Assistenzsysteme retten Leben. Doch sie können unerwartet hohe Reparaturkosten nach Bagatell-Unfällen verursachen, wie der ADAC bei Versuchen nachgewiesen hat. Deshalb müssen die teuren Sensoren besser vor Beschädigung geschützt und günstigere Reparaturlösungen angeboten werden.

Kurz nicht aufgepasst, schon ist es passiert: ein Auffahrunfall in der Stadt bei gerade einmal 10 km/h. Keine große Sache, möchte man meinen. Doch die Reparatur kann schnell 5000 Euro kosten, wenn Sensoren von Assistenzsystemen an Bord sind. 

Auswertungen der Versicherungen zeigen, dass Auffahrunfälle am häufigsten bei Geschwindigkeiten bis 15 km/h passieren. Daher ist es sehr wichtig, die Schadenhöhe bei solchen Unfällen so niedrig wie möglich zu halten, damit die Versicherungsbeiträge nicht weiter steigen. Der ADAC hat untersucht, welcher Kosten für die Reparatur nach einem Bagatellunfall auftreten – bei einem Auto, das mit einem Radar-Sensor (für automatische Distanz-Regelung und Notbrems-Assistent) ausgestattet ist.

  • Teure Sensoren im Frontbereich
    Durch energieabsorbierende Pralldämpfer hinter Front- und Heckschürzen ist bei vielen Autos nach kleinen Auffahrunfällen eine kostengünstige Reparatur möglich. Anders sieht es aus, wenn Assistenzsysteme an Bord sind. Denn die dafür nötigen Sensoren befinden sich oft im gefährdeten Frontbereich. Notbremssysteme können zwar Zusammenstöße vermeiden oder zumindest deren Schwere reduzieren. Kommt es dann aber doch zur Kollision und werden die Sensoren beschädigt, steigen die Reparaturkosten erheblich.
  • Erhebliche Preisunterschiede bei Ersatzteilen
    Eine Recherche des ADAC brachte erstaunliche Preisunterschiede bei Radarsensoren (für Abstandsregeltempomat oder Notbremssystem), Parksensoren und Xenonscheinwerfern ans Licht. Radarsensoren sind etwa beim Hersteller Mercedes für moderate 464 Euro zu haben. Am anderen Ende der Skala rangieren Honda, Jaguar und Toyota, die alle über 3.000 Euro, teils noch deutlich mehr verlangen – und das noch ohne Einbau und Ausrichten. Bei Parksensoren liegt die Preisspanne zwischen 40 Euro (Citroen C4) und 171 Euro (Toyota Land Cruiser).

    Wer Xenonscheinwerfer für sein Auto will, muss meist beim Kauf einen hohen Aufpreis zahlen. Die Ersatzteilpreise sind oft noch üppiger: Während beispielsweise Toyota beim Avensis für Ersatz 657 Euro kalkuliert, stellt Jaguar beim XJ über 1.400 Euro in Rechnung – wohlgemerkt pro Scheinwerfer. Deutlich günstiger ist Ersatz für Halogenlicht erhältlich. Beispiel Peugeot 308: Ein Halogenscheinwerfer kostet 296 Euro, für die Xenon-Variante wären üppige 1.233 Euro fällig.
  • Bagatell-Unfall am Beispiel Toyota Avensis
    Ein exemplarischer Crash mit einem Toyota Avensis zeigt, welche Reparaturkosten auf den Unfallverursacher zukommen können. Mit gerade einmal 10 km/h fuhr die Limousine auf einen stehenden Audi Q7 auf.
    Das Ergebnis: 5.000 Euro Schaden allein am Avensis, der mit einem Abstandsregeltempomat ausgerüstet war. Bei der Kollision wurde der hinter dem Kühlergrill montierte Radarsensor beschädigt. Allein der Ersatz dieses Bauteils kostet 3.271 Euro und macht damit etwa zwei Drittel der gesamten Reparaturkosten aus. 
    Lägen die Stoßfänger auf gleicher Höhe wie beim Audi, wäre die Schadenshöhe erheblich niedriger ausgefallen, wahrscheinlich sogar unter 1.000 Euro. Auch eine Reparaturmöglichkeit für den Radarsensor könnte die Schadenshöhe deutlich reduzieren. Fehlen Diagnosemöglichkeiten für diese Komponenten, bleibt der Werkstatt nur ein kostenintensiver kompletter Tausch.

 


Fotos: ADAC/Ralph Wagner

Weitere interessante Themen für Sie

Schwer geladen

Reisegepäck und Dachbox wirken sich auf das Fahrverhalten aus - wie stark, zeigen unsere Tests auf der Hindernisstrecke.  Mehr

Der ADAC Autotest

Das Angebot an neuen Fahrzeugen wächst. Um so besser, wenn sich die ADAC-Tester mit allen Vor- und Nachteilen schon befasst haben.  Mehr

Die Rettungskarte

Damit Helfer am deformierten Unfallfahrzeug zielgerichtet arbeiten können: Mit der Rettungskarte können Rettungszeiten deutlich verkürzt werden. Sie gehören deshalb in jedes Auto.  Mehr

Kindersitzberater

Die gesetzlichen Vorschriften sind klar formuliert - und trotzdem ergeben sich in der Praxis eine Vielzahl an Problemen und Fragen. Unser Kindersitzberater weiß auf jede Frage die richtige Antwort.  Mehr


– Mitgliedschaft –

Mitgliederrabatte

Zeigen Sie Ihre ADAC Clubkarte und profitieren Sie weltweit von zahlreichen Ermäßigungen für ADAC Mitglieder. Mehr





Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität