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- ADAC Crash-Test: Gefahr für Heckpassagiere? -

Insassensicherheit: Vorne Top, hinten Flop

Die Insassen-Sicherheit beim Frontalaufprall hat inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht – zumindest für die vorne Sitzenden. Passagiere auf den Rücksitzen hingegen müssen so gut wie immer noch auf Schutz-Systeme wie Airbags, Gurtkraftbegrenzer, Gurtstrammer und „aktive“ Kopfstützen verzichten. Sie sind also Passagiere 2. Klasse. Crashversuche belegen, wie gravierend sich diese schlechtere Ausstattung auswirken kann.

Die Tester simulierten mit Front- und Heckpassagieren einen Frontalaufprall aus Tempo 64. Dabei wurde das Potential der unterschiedlichen Sicherheitsgurt-Techniken vorne und auf der Rückbank verglichen - einmal nur mit dem Gurt, einmal mit Gurt, Gurtkraftbegrenzer und Gurtstraffer. Wird der Heck-Insasse allein vom Gurt zurückgehalten, wirken Kräfte von rund 1.000 Kilogramm auf die Person. Kommt zum Gurt noch der Kraftbegrenzer, halbiert sich diese Belastung und der Insasse wird erheblich „weicher“ gebremst. In dem getesteten Beispiel kann durch einen Energie aufnehmenden Gurt das Risiko eines bleibenden Hirnschadens um bis zu 80% reduziert werden. Auch die Belastung der Brust kann um ca. 10% sinken.

Viel Potential gibt es zudem bei den Kopfstützen hinten. Der Abstand der Kopfstütze zum Hinterkopf ist nach Messungen der ADAC Autotester häufig doppelt so groß, wie er eigentlich sein dürfte – äußerst nachteilig vor allem beim Heckaufprall. Zusätzliches Problem beim Einstellen der Kopfstütze ist auch die fehlende Möglichkeit der Fixierung. Man hat das Gefühl, die Autobauer haben die Rückbank bei der Weiterentwicklung der Sicherheitssysteme vergessen - von einigen positiven Ausnahmen abgesehen. Wie man direkt am Gurt erkennen kann, ob Gurtkraftbegrenzer bzw. Gurtstrammer an Bord sind, zeigen wir im Kapitel Bilder/Videos.


  • Forderungen

    Die Ansage ist klar: Die Hersteller müssen die Rücksitzbank dringend aufrüsten. Im Detail:

    • Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer gehören serienmäßig auch auf die Rückbank (Serie bislang nur: Mercedes. Kraftbegrenzer bei VW Serie, Straffer kostet Aufpreis)
    • Bessere Nackenstützen-Geometrien, um den Abstand zwischen Kopf und Stütze zu verringern. Dies gilt auch und gerade bei größeren Personen
    • Kopfairbags sollten auch eine mögliche dritte Sitzreihe abdecken
    • Optimale Auslegung der Rückhaltesysteme auf unterschiedlich große Passagiere ermöglichen
    • Die Rückhaltesysteme dürfen nur eine begrenzte Vorverlagerung zulassen um einen Kopf-Anstoß an der vorderen Sitzreihe zu vermeiden
    • Der Gesetzgeber ist gefordert, Anforderungen für Energie aufnehmende Gurte für die Rücksitzbank zu definieren (verschiedene Insassen-Gewichte bzw. Größen)

  • Verhalten am Stauende

    Wenn Autofahrer in eine Stausituation kommen, sollten sie folgendes zu ihrer Sicherheit beachten:

    • Abstand halten und Warnblinkanlage rechtzeitig einschalten

    • Nachfolgenden Verkehr im Rückspiegel beobachten

    • Falls erkannt wird, dass nachfolgendes Fahrzeug nicht reagiert, wenn möglich seitlich ausweichen

    • Vor Anprall Bremse stark durchtreten und Oberkörper und Kopf im Sitz stemmen


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