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- Euro 6-Diesel im Dauerlauf - ADAC Test 03/2015 -

Volkswagen CC BlueTDI DSG

Im BlueTDI setzt Volkswagen auf ein SCR-System (Selective Catalytic Reduction). Dabei werden die NOx-Molekühle im Abgas im SCR-Katalysator in elementaren und damit ungefährlichen Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) mit Hilfe des Reduktionsmittels AdBlue® umgewandelt.
  • Die Abgaswerte im EcoTest
    Niedrige Stickstoffoxid-Emissionen auch unter hoher Last sind die Stärke des CC BlueTDI mit seinem aufwendigen SCR-System. Im NEFZ bleibt er unter dem Euro 6-Grenzwert, wie auch seine beiden Konkurrenten. Besonders niedrig und damit deutlich besser als bei BMW und Mazda fallen jedoch die Emissionswerte im WLTC und im Autobahnzyklus aus: sogar in diesen anspruchsvollen Tests kann er noch unter dem 80-mg-Grenzwert bleiben.

  • Die Verbrauchswerte im EcoTest

    Die Herstellerangabe für den NEFZ-Verbrauch gibt VW beim CC BlueTDI mit 5,2 l Diesel pro 100 km an (Stand Juli 2013). Durch kleine technische Änderungen (v.a. Optimierung am Fahrzeugunterboden) wurde die Herstellerangabe ab Modelljahr 2015 auf 5,0 l/100 km gesenkt; dies betrifft aber noch nicht das Fahrzeug im Dauerlauf. Im EcoTest konnte schon der „alte“ NEFZ-Verbrauchswert im entsprechenden Zyklus nicht erreicht werden. Das lag aber an einer reproduzierbaren Unregelmäßigkeit im Test: Nach dem Kaltstart arbeitet die Start-Stopp-Automatik nicht optimal. Durch den während der kurzen Standphasen laufenden Motor ergibt sich ein erhöhter Verbrauch, auf die Schadstoffwerte im Abgas wirkt sich dies nicht negativ aus. Dieses Phänomen trat erst ab der 25.000-km-Messung auf, eine Ursache konnte selbst in der Entwicklungsabteilung von VW nicht gefunden werden. In der Praxis wirkt sich diese Unregelmäßigkeit kaum aus.

    Der EcoTest-Autobahnverbrauch des CC liegt mit 6,7 l/100 km im Testfeld am höchsten. Da auch in den beiden anderen Zyklen keine Spitzenwerte erzielt werden können, verwundert der Durchschnittsverbrauch von 5,8 l/100 km im ADAC EcoTest nicht weiter. Immerhin liegt dieser Wert deutlich näher an der Praxis als beispielsweise beim Mazda.


  • Der Verbrauch im Dauertest
    Im Dauertest über 100.000 km konsumierte der VW CC im Durchschnitt 6,95 l Diesel pro 100 km – damit liegt er nur knapp unter dem Mazda, aber deutlich über dem BMW. Der höchste Einzelverbrauch lag bei 10,9 l/100 km, der niedrigste bei 3,8 l/100 km (Kurzstrecken unter 10 km wurden hierfür nicht berücksichtigt). Zum Diesel-Kraftstoffverbrauch muss noch der Konsum von AdBlue® für die Abgasnachbehandlung hinzugerechnet werden. Durchschnittlich verbrauchte der CC BlueTDI 1,09 l AdBlue® pro 1.000 km.
  • Stärken und Schwächen
    Die technischen Raffinessen und die Detailverliebtheit wurden bei VW schon länger gelobt, um die Zuverlässigkeit war es aber nicht immer optimal bestellt. Beim Dauerlauf-CC gibt es aber keinen Grund zur Kritik: Den gesamten Dauertest bis 100.000 km durchfuhr er ohne Beanstandungen. Keine Ausfälle, keine Liegenbleiber, der Wolfsburger war immer einsatzbereit. Gegen Marder konnte er sich offensichtlich nicht erfolgreich genug wehren, ein schleichender Kühlwasserverlust machte einen außerplanmäßigen Werkstattbesuch notwendig, damit der angebissene Wasserschlauch getauscht werden konnte. Ansonsten sah der CC die Werkstatt nur zu den Service- und Inspektionsterminen. Funktionelle Beanstandungen gab es keine, lediglich die rudimentäre Karte des Navigationssystems RNS 315 wurde ab und an gerügt, sowie die fehlenden Live-Dienste für Verkehr und Staus. Eines „Premiummodells“ unwürdig ist die Verarbeitung der Mittelkonsole, schon nach wenigen tausend Kilometer begannen selbst beim Bremsen und Beschleunigen die Verkleidungsteile zu knarzen.
    Das aufwendige Abgasreinigungssystem funktioniert im Alltagsbetrieb reibungslos und unmerklich für den Fahrer. Nur etwa alle 11.000 km wird es entweder teuer oder umständlich. Denn dann muss der AdBlue®-Tank neu befüllt werden. Das AdBlue® für den 17-l-Tank bekommt man entweder bei Werkstätten des VW-Konzerns oder an wenigen Pilottankstellen. Denn das an vielen Tankstellen über eigene Zapfpistolen verfügbare AdBlue® ist für Lkws gedacht, für die Befüllung des Pkw-Tanks ist die Durchflussgeschwindigkeit zu hoch. Überlässt man das Nachtanken der Vertragswerkstatt, werden über 40 Euro für das Betanken berechnet, zusätzlich zu den etwa 4,50 Euro pro Liter, wenn die Werkstatt aus Kruse-Flaschen (halbe Gallone, spezieller patentierter und dadurch extra teurer Anschluss) umfüllt. So stehen schnell 90 Euro auf der Rechnung – ein Unding, wenn man bedenkt, dass der Liter an der Zapfsäule etwa 0,80 Euro kostet und es nur an fehlenden Zapfpistolen mangelt.

    Positiv aufgefallen

    haken_grün_hintergrund_gelb Motorleistung selbst für schnelle Autobahnetappen völlig ausreichend
    haken_grün_hintergrund_gelb Niedriges Innengeräuschniveau auf der Autobahn, daher guter Reisewagen
    haken_grün_hintergrund_gelb Zuverlässige Assistenzsysteme

    Negativ aufgefallen

    haken_rot_hintergrund_gelb Umständliches Nachfüllen von AdBlue®, recht kurze Intervalle für Vielfahrer
    haken_rot_hintergrund_gelb Teures Nachfüllen von AdBlue® in der Werkstatt
    haken_rot_hintergrund_gelb Knarzen im Innenraum nicht standesgemäß


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