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– Tesla Model S mit Autopilot-Funktionen (01/2016) –

Auch automatisch unterwegs ist der Fahrer gefragt

Wenn man 2,3 Tonnen in nur drei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, dann ist das schon beeindruckend, zumal dank Allradantrieb kein besonderes fahrerisches Geschick erforderlich ist. Nun setzt Tesla noch eins drauf und bietet neue Assistenzfunktionen und -kombinationen. Der sogenannte „Autopilot“ suggeriert dem Fahrer hochautomatisierte Fahrfunktionen, zeigt aber eine kleine Einblendung zunächst nur bei Aktivierung: „Hände stets am Lenkrad behalten“. Ignoriert der Fahrer diesen kurzen Hinweis, arbeitet der Assistent dennoch und lässt das Fahrzeug von selbst im Verkehr fahren, auf weitgehend geraden Autobahnen zeitlich fast unbegrenzt.

Der große Touchscreen in der Mittelkonsole bietet viele Möglichkeiten, nicht nur um das Auto einzustellen und zu steuern, sondern auch um sich zu unterhalten. So erlaubt der schnelle integrierte Browser das Surfen und Lesen im Internet – auch während der Fahrt. Ist man während dessen mit dem „Autopiloten“ unterwegs, kommt nur selten die Aufforderung „Lenkrad festhalten“, gefolgt von mehreren Warntönen. Sollte man der Aufforderung nicht nachkommen, wird die Geschwindigkeit reduziert. Hier unterscheiden sich die Lenkassistenten europäischer Autobauer: sie lassen derzeit nur für wenige Sekunden ein freihändiges Fahren zu, bevor sie warnen oder sich deaktivieren. Damit soll Missbrauch und unaufmerksames Fahren vermieden werden.
  • Tesla sichert sich über Nutzungsbedingungen ab
    Für die Nutzung von Software kennt man das: seitenweise Kleingedrucktem muss zugestimmt werden. Im Auto ist das neu – aber bei Tesla denkt man eben mehr in Software-Strukturen: Bei der ersten Aktivierung der „Autopilot“-Funktion muss der Fahrer viel „Kleingedrucktem“ zustimmen. Geeignet ist der Assistent für Autobahnen, er funktioniert aber auch auf Landstraßen. Die Verantwortung bleibt jederzeit beim Fahrer, die Hände müssen eigentlich am Lenkrad bleiben.

  • Der Autopilot – eine Kombination von Assistenzsystemen
    Die Funktion „Autopilot“ ist die Kombination aus Abstandsregeltempomat und dem Lenkassistenten. Auch wenn der Wagen auf geraden Autobahnpassagen bis 150 km/h über längere Zeit selbst fährt, ohne die Hände des Fahrers am Steuer aktiv zu verlangen – ein schnelles Eingreifen kann jederzeit plötzlich notwendig werden. Zu 100 Prozent verlässlich ist der Assistent nicht.
    Auch andere Hersteller sind technisch bereits in der Lage ähnliche Systeme anzubieten. Aus rechtlichen Gründen und wegen fehlender Erfahrungswerte lassen sie im Gegensatz zu Tesla freihändiges Fahren nur sehr kurz zu. Durch die „Hands-On“ Erkennung soll die Aufmerksamkeit des Fahrers sichergestellt werden. Tesla ist hier sehr mutig – der Fahrer muss sicher immer seiner Verantwortung bewusst sein, auch bei der Nutzung dieser faszinierenden Technik.

  • Sensorik
    Die im Model S verbaute Sensorik ist Stand der Technik, beinhaltet aber keine neuartigen Innovationen. Mit einer Front-Kamera, einem Front-Radar und ringsherum Ultraschallsensoren erfasst er die Umgebung. Andere Hersteller verbauen hier bereits hochwertigere Sensorik (z.B. Radarsensorik für’s Heck). Die Reichweite der Ultraschallsensoren scheint zu kurz für den Spurwechselassistenten. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden mittels Kamera und GPS Navigation erkannt und angezeigt.
  • Automatischer Spurwechselassistent
    Mercedes hat für 2016 einen Spurwechselassistenten angekündigt; dem kommt Tesla nun knapp zuvor. Im Model S muss der Blinker gesetzt und mindestens eine Hand am Lenkrad gehalten werden, um den Spurwechsel zu initiieren. Die technischen Angaben verwundern: Das Sichtfeld der hinteren Ultraschallsensoren ist mit 50 Metern vermutlich zu optimistisch beschrieben. Wenn überholende Fahrzeuge auf der Autobahn sehr schnell aufschließen, kann das zu knapp sein. Andere Hersteller verwenden für den Blick nach hinten bereits Radarsysteme mit deutlich höherer Reichweite. Der Spurwechselassistent ist als reine Assistenzfunktion einzustufen, da der Fahrer durch Blinken und Halten des Lenkrades den Vorgang aktiv einleiten und überwachen muss. Nach Setzen des Blinkers kann es einige Sekunden dauern bis der Spurwechsel beginnt; das kann den Fahrer und den nachfolgenden Verkehr irritieren. Nach Beenden des Spurwechsels muss der Blinker manuell abgeschaltet werden.

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