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- Fahrerassistenzsysteme -

Notbremssystem mit Personenerkennung

Die Volvo-Sicherheitsphilosophie bekommt mit einem Fußgänger-Erkennungssystem Zuwachs. Reagiert der Fahrer auf eine akustische Kollisionswarnung nicht, leitet das System selbstständig eine Notbremsung ein. Im Prinzip geht eine gute Sache - auch wenn sich im ADAC-Test zeigte, dass noch deutlich Feinschliff fehlt.

Der Assistent sieht schlecht und denkt zu langsam

Automatisierte Notbremssysteme mit Personenerkennung könnten Unfälle, die auf Unachtsamkeit zurückgehen, vermeiden helfen oder wenigstens die Unfallschwere reduzieren - sofern sie optimal funktionieren. Dass die technische Entwicklung hier noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigt der ADAC-Test mit dem entsprechenden System von Volvo. Lieferbar ist es für die Modellreihen S60/V60, XC60, XC70, V70 und S80. 

Beim neuen Modell V40 wurde das System weiter verbessert (Kollisionsvermeidung jetzt bis 35 km/h) und es wurde ein spezieller Fußgängerairbag verbaut. Dieser deckt beim Anstoß die Bereiche unten an der Windschutzscheibe und die Scheibensäulen ab.


  • Es fehlt am Feinschliff

    Zwar funktioniert der Assistent in dem vom Hersteller definierten Rahmen. Bei geringfügig schlechterer Sicht, etwa bei Regen, sinkt die Erkennungsrate von Personen aber deutlich, bei Dunkelheit geht sie gegen Null. Ein weiterer Kritikpunkt an der Sicherheitstechnologie ist, dass sie relativ träge reagiert. In der Versuchsreihe aus 18 km/h wurde ein Test-Dummy, der fünf Meter vor dem Auto erschien, angefahren, obwohl das System die Gefahr noch erkannte und, nach Warnung,  automatisch eine Bremsung durchführte. Die allerdings kam zu spät.


  • Zu lange Reaktionszeiten

    Der Grund für die lange Reaktionszeit des Systems liegt in dem aufwändigen Verfahren der Personenerkennung. Digitalkamera und Radarsystem überprüfen ständig den Bereich vor dem Auto. Taucht ein Objekt innerhalb des Fahrtweges auf, gleicht das System die gefundene Struktur mit über 11.000 gespeicherten Silhouetten von Personen ab und gibt notfalls Alarm. Allein dieser Abgleich dauert eine halbe Sekunde. Bei Tempo 25 beispielsweise legt das Auto in dieser Zeit schon 3,5 Meter zurück. Aber auch dann reagiert das System nicht sofort mit einer Notbremsung. Stattdessen wird zunächst der Fahrer optisch und akustisch alarmiert und das Notbremssystem scharf geschaltet. Erst 0,7 Sekunden vor der dann schon unvermeidlichen Kollision wird die Notbremsung eingeleitet.

    Trotz der noch vorhandenen Schwächen stellt das Volvo-Notbremsassistenten mit Personenerkennung einen deutlichen Sicherheitsgewinn dar. Dies vor allem deshalb, weil der Fahrer in jedem Fall von der Warnfunktion profitiert, auch wenn die Notbremsung gar nicht eingeleitet wird. Allerdings dürfen solche, den Fahrer unterstützende Systeme nicht dazu führen, dass die Autofahrer im Vertrauen auf das Assistenzsystem weniger aufmerksam die Straße beobachten.



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