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  • Funktionsweise

    Moderne FAS erkennen und bewerten Fahrzustände
    und -situationen mit: 

    • Sensoren für Motor- und Fahrwerkszustand des eigenen Fahrzeugs
    • Ultraschall für das nahe Umfeld des Fahrzeuges
    • Radar und Lidar für weite Entfernungen
    • Kameras für Fahrbahnmarkierungen, Verkehrszeichen, Fahrzeuge und Personen

    Die Hersteller verbessern die FAS durch die Kombination von verschiedenen Sensoren. An der Signalverarbeitung, Auswertung und Interpretation sind oftmals viele Steuergeräte beteiligt, die über Datenleitungen miteinander verbunden sind.

    FAS sind tief in die Motor-, Brems- und Fahrwerkssteuerung integriert. Daher können Autokäufer die meisten Systeme nur ab Werk bestellen. Die Nachrüstung vom Hersteller oder durch Drittanbieter ist nur bei einfachen Systemen (z. B. Einparkhilfe) und mit Leistungseinschränkungen möglich.

    Einzelne Anwendungen haben bei unterschiedlichen Herstellern abweichende Bezeichnungen. Auch die Funktionalität kann in erheblichem Maße abweichen. Es gibt bislang erst wenige gesetzlich geregelte oder standardisierte Mindestanforderungen für FAS.


  • Längsführung

    Die wichtigsten FAS wirken auf die Längsführung des Fahrzeugs, also auf Geschwindigkeitswahl, zuverlässiges Beschleunigen, sicheres Bremsen und Traktion. 

    • Antiblockiersystem (ABS) wird seit 2004 serienmäßig in fast allen Pkw ausgeliefert. Es verhindert das Blockieren einzelner Räder während des Bremsvorgangs und erhält so die Lenkfähigkeit bei Vollbremsung.
    • Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) wirkt durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder und Eingriff in die Motorleistung jederzeit dem Ausbrechen des Wagens entgegen. Die zweite Generation unterstützt dies auch durch elektrische Lenkeingriffe. Neuere Systeme integrieren zudem eine Gespannstabilisierung im Anhängerbetrieb.
    • Antriebsschlupfregelung (ASR) dient zur Verbesserung des Anfahrverhaltens und zum Beschleunigen.
    • Bremsassistent (BAS) unterstützt den Fahrer durch Trockenbremsen der Bremsscheiben, Anlegen der Bremsbeläge und Regelung des Bremsdruckes bei einer optimalen Vollbremsung.
    • Berganfahrhilfe wirkt als automatische Handbremse.
    • Bergabfahrhilfe (HDC) regelt die Geschwindigkeit beim steilen Bergabfahren.
    • Fading-Kompensation gleicht den Bremskraftverlust beim Aufheizen der Bremsscheiben aus.
    • Soft-Stop verhindert den Ruck beim Abbremsen bis zum Stillstand.
    • Elektronische Differenzialsperre (EDS) verteilt das Antriebsmoment auf die Räder und verhindert auf glattem Untergrund das Durchdrehen.
    • Motor-Schleppmoment-Regelung reduziert Lastwechselreaktionen.
    • Tempomat (GRA) regelt präzise die eingestellte Geschwindigkeit. Als Abstandsregeltempomat (ACC) verhindert er das Auffahren auf langsamere Fahrzeuge. Die neuesten ACC+ beherrschen auch das Abbremsen bis zum Stillstand und Stop&Go im Stau.
    • Automatische Notbremssysteme (AEBS) und Abstandswarner nutzen die Abstandsmessung des ACC und verhindern so Auffahrunfälle. 

    Weiterführende Informationen zu ESP

    Elektronisches Stabilitäts-Programm – So funktioniert ESP  PDF, 34 KB

    ADAC Ausweichtest – Nie ohne ESP  PDF, 85 KB
     

    Weiterführende Informationen zu Anhänger-ESP

    ESP – Sicher mit dem Haus am Haken  PDF, 629 KB 


    Weiterführende Informationen zum Bremsassistent

    ADAC Test – Der Bremsassistent  PDF, 176 KB


  • Querführung
    FAS für die Querführung unterstützen beim Lenken, bei der Spurhaltung und dem -wechsel. 
    Der Spurwechselassistent warnt vor Fahrzeugen, die sich schnell von hinten nähern oder im Toten Winkel sind. Noch in der Entwicklung sind Überholassistenten, die ein komplettes Überholmanöver überwachen und unterstützen können.


    Fahrspurassistenten warnen den Fahrer vor dem unbeabsichtigten Verlassen des Fahrstreifens oder unterstützen ihn durch kleine Brems- oder Lenkeingriffe. Die Fahrspur wird mit einer Kamera an der Windschutzscheibe erfasst. Ein voller Lenkeingriff ist bislang nur bei Geschwindigkeiten bis 10 km/h erlaubt, z. B. beim Einparken oder Rückwärtsfahren mit einem Anhänger. 


  • Sonstige Sicherheitssysteme

    Weitere FAS überwachen den sicheren Zustand des Fahrzeugs und die Aufmerksamkeit des Fahrers.

    Dazu gehört die permanente Kontrolle zahlreicher Fahrzeugkomponenten wie z. B. die Reifendruckkontrolle. Für die Aufmerksamkeits- bzw. Müdigkeitserkennung des Fahrers wird das Lenkverhalten ausgewertet oder die Blickführung mit einer kleinen Kamera überwacht.

    Nachtsichtsysteme können im Dunkeln weit entfernte Personen, Tiere oder Fahrzeuge erkennen und den Fahrer warnen, bevor er diese im Schweinwerferlicht wahrnimmt.

    Einen ganz anderen Ansatz verfolgen aktive Sicherheitssysteme, die unmittelbar vor und während einem Zusammenprall den Insassenschutz verbessern. Sie schließen z. B. Fenster und Schiebedach, entriegeln die Türschlösser, richten die Sitze auf, straffen die Gurte und begrenzen die Gurtkraft. Die automatische Multikollisionsbremse verhindert das gefährliche Wegschleudern des Fahrzeugs nach einer Kollision.


  • Sonstige Komfortsysteme
    Zahlreiche Komfortanwendungen erleichtern das Autofahren und entlasten den Fahrer von Routineaufgaben, z. B. die automatische Steuerung der Klimaanlage, der Scheibenwischer, die Einparkhilfe, der vollautomatische Einparkassistent.
    Beim Parken ist die Automatisierung am weitesten fortgeschritten: die neuesten Systeme leiten den Fahrer nicht nur an, sondern fahren selbstständig in Parklücken. In naher Zukunft wird der Fahrer das Einparkmanöver auch von außerhalb des Fahrzeugs überwachen können. 


    Moderne Beleuchtungssysteme schalten nicht nur das Tagfahr- und Abblendlicht selbstständig ein, sondern bieten auch automatische Leuchtweitenregulierung, Abbiege-, Kurven- und Fernlicht.


    Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann entweder aus den Navigationsdaten oder aus der Verkehrszeichenerkennung ermittelt werden. Intelligent Speed Adaptation (ISA) kann den Fahrer vor Tempoüberschreitung warnen oder über ein aktives Gaspedal bei der Wahl der richtigen Geschwindigkeit unterstützen.



  • FAS für Motorräder
    Das wichtigste Sicherheitssystem ist zukünftig gesetzlich vorgeschrieben: Ab 2016 ist für die Typzulassung von Motorrädern über 125 cm³ ABS erforderlich, nach 2017 müssen alle neu zugelassenen Maschinen dieser Klasse damit ausgestattet werden.
     
    Aktuelle Motorrad ABS verhindern das Abheben des Hinterrads, bieten Überschlagschutz und sind bedingt schräglagentauglich. Vor allem in leistungsstarken Maschinen ist die Traktionskontrolle Standard. Sie verhindert das Durchdrehen des Hinterrads auf unterschiedlichem Untergrund. 


  • FAS für Nutzfahrzeuge
    Viele FAS für Pkw sind optional auch für Nutzfahrzeuge verfügbar. Seit 2013 sind automatische Notbremssysteme und Spurverlassenswarner für neue Lkw-/Bus-Typzulassungen Pflicht, nach 2015 müssen alle neuen Nutzfahrzeuge damit ausgestattet werden. Im elektronischen Bremssystem EBS sind ABS, ESC, ASR und weitere Funktionen integriert.
     
    Bauartbedingt ist die Sicht des Fahrers auf die unmittelbare Umgebung seines Lkw stark eingeschränkt. Neben verschiedenen Spiegeln unterstützen ihn Kameras und andere Sensoren bei der Beobachtung und Überwachung des Fahrweges. 
    Während Rückfahrkameras am Markt schon verfügbar sind, gibt es bei der Überwachung des toten Winkels neben und vor dem Fahrzeug noch Entwicklungsbedarf. Lkw-Abbiegeassistenten sind heute noch nicht marktreif. 

    Weitere Assistenzsysteme unterstützen eine energieeffiziente Fahrweise. Unter Berücksichtigung von digitalen Kartendaten (Steigungen, Kurven, Knotenpunkte) empfehlen sie die effizienteste Geschwindigkeit und Schaltstufe des Getriebes oder regeln diese gleich selber. Hilfreich wäre auch eine Reifendruckkontrolle.

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