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Autoradio

Ein Autoradio gehört heute selbst in einfachen Fahrzeugmodellen zur Serienausstattung. Auf dieser Seite präsentiert der ADAC Nützliches und Wissenswertes zur Autofahrerinformation im Radio gestern, heute und morgen.


 

Von der zunehmenden Digitalisierung der Informationsverarbeitung ist auch der Hörfunk nicht ausgenommen. Bereits seit den 1990er Jahren wird in Deutschland Digitalradio auf regionaler Ebene eingeführt. Seit 2011 werden 14 öffentlich-rechtliche und private Programme bundesweit ausgestrahlt. Daneben können in den meisten Bundesländern und vielen Ballungsräumen weitere regionale und lokale Programme empfangen werden, insgesamt etwa 120. 

ADAC Standpunkt Digital Radio  PDF, 31 KB 

Der erste digitale Rundfunkstandard DAB war in Deutschland kommerziell nicht erfolgreich. Seit 2011 werden neue Programme im leistungsfähigeren Übertragungsstandard DAB+ ausgestrahlt, bestehende Programme wurden und werden sukzessive umgestellt. 

Ende 2013 versorgten 53 Sendestationen über die Hälfte der Fläche und der Wohnbevölkerung Deutschlands mit einer Sendeleistung, die für den häuslichen Empfang ausreichend ist. Auf 73% der Autobahnen kann Digitalradio mobil empfangen werden. Mit weiteren Senderstandorten und höheren Sendeleistungen soll der Ausbau bis 2015 abgeschlossen werden. 

Die aktuellen Empfangsmöglichkeiten an ihrem Standort können Sie hier abfragen 

www.digialradio.de/empfang

In der Europäischen Union wird die vollständige Digitalisierung aller Rundfunkmedien angestrebt. Termine für die Abschaltung der analogen Hörfunkübertragung wurden jedoch mehrfach verschoben; ein kurzfristiger 'harter' Umstieg auf die digitale Übertragungstechnik ist nicht realistisch und wird aller Voraussicht nach erst nach 2025 und abhängig von der Geräteverbreitung erfolgen.
  • Vorteile

    Die wesentlichen Vorteile der digitalen Informationsübertragung bestehen in der höheren Effizienz für den Hörfunk. In einem zugewiesenen Frequenzband können mehr Programme gesendet werden als bei analoger Übertragung; dazu benötigen die Sender weniger Sendeleistung. Mit den gleichen Betriebskosten können also mehr Programme angeboten werden.

    Digitale Hörfunkprogramme können leicht so verschlüsselt werden, dass sie nur mit einem speziellen Decoder nutzbar sind. Dadurch können Programmanbieter hochwertige, kostenpflichtige Angebote realisieren, ähnlich Pay-TV.

    Digitalradio (DAB+) rauscht nicht. Die Datenpakete werden entweder vollständig empfangen und verarbeitet oder das Radio bleibt stumm. Rauschen (UKW), Blubbern (DAB) oder Zischen gibt es nicht mehr.

    Die digitale Übertragung erlaubt im Prinzip eine bessere Audioqualität als analoger Hörfunk. So sind auch Angebote in Surround-Sound 5.1 möglich. Heute werden aber die meisten Programme mit lediglich 72 bis 128 kbit/s übertragen, so dass die Audioqualität hinter gutem UKW-Empfang (Stereo) zurückbleibt. 

    Die digitale Übertragung erleichtert die Speicherung und Weiterverarbeitung der Audiosignale. Lieder und Sendungen können auf Knopfdruck aufgezeichnet werden; zeitversetztes Hören (Zurückspulen zum Anfang eines Titels oder einer Sendung, Speicherung der Verkehrsmeldungen) lässt sich leicht realisieren. Die Schnittstellen zu den Formaten für tragbare Abspielgeräte sind quasi schon an Bord.

    Einen wesentlichen Vorteil gegenüber analogem UKW-Hörfunk bieten die erweiterten Datendienste, die sich in die digitale Übertragung integrieren lassen. So sind neben umfangreichen Textinformationen zum laufenden Audioprogramm auch Aktualisierungen der Software und sogar die Übertragung von Bildern möglich. Im digitalen Datenstrom können weit mehr nicht hörbare Datenpakete mitgeschickt werden als beim bekannten analogen Radio Data System RDS.


  • Endgeräte
    Seit einigen Jahren wurde die Sendeleistung vieler Sender von 1 auf 4 und sogar 10 kW erhöht. Dadurch ist in weiten Bereichen Deutschlands nicht nur ein zufriedenstellender Empfang im Auto, sondern auch in Gebäuden möglich. Für den stationären und mobilen Einsatz gibt es zwischenzeitlich ein breites Angebot an Endgeräten in allen Preisklassen. Aktuelle Geräte empfangen und verarbeiten Programme in DAB+ und DAB. Die Geräte beherrschen oftmals weitere Medien- und Datenformate wie UKW und MW oder können als Internetradio eingesetzt werden. Viele Digitalradios haben große Farbdisplays, um die Inhalte der programmbegleitenden Datendienste darstellen zu können.

  • Digitalradio im Auto

    Alle Pkw-Hersteller bieten Digitalradios als kostenpflichtige Ausstattungsoption für Neuwagen an. In einzelnen Sondermodellen sind sie auch schon enthalten. Auch im Nachrüstmarkt gibt es digitale Autoradios und Adapterlösungen, allerdings ist das Angebot an DIN-Schacht Geräten in den letzten Jahren eher zurückgegangen. Digitalradios benötigen spezielle Antennen. Heutige Digitalradios empfangen DAB+ und DAB und sind gleichzeitig mit zusätzlichem analogem UKW-Empfangsteil und meist auch Mittelwelle ausgestattet, so dass bei unzureichendem digitalem Empfang automatisch auf die analogen Sender umgeschaltet wird (seamless blending).

    In vielen landesweiten Programmangeboten gibt es einen eigenen Verkehrsnachrichtenkanal, z. B. BR Verkehr (Bayern), NDR Traffic (Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) und WDR VERA (Nordrhein-Westfalen). Diese Programme senden rund um die Uhr Meldungen über Verkehrsstörungen im Sendegebiet, sodass Autofahrer sich sofort nach dem Einsteigen über die Verkehrslage informieren können.

    Der digitale Übertragungsweg eignet sich hervorragend dafür, um neben den Audioprogrammen auch umfangreiche Verkehrsmeldungen als Datendienst auszustrahlen. Für die Verschlüsselung und Übertragung von Verkehrsmeldungen steht der TPEG Standard bereits zur Verfügung, der vor allem die deutlich präzisere Lokalisierung von Störungen ermöglicht. Einige Rundfunkanstalten strahlen auch schon testweise ihre (TMC) Verkehrsmeldungen digital als TPEG Meldungen aus. Es gibt jedoch bislang (Stand Ende 2013) keine Navigationsgeräte, die Verkehrsmeldungen im TPEG Standard über DAB empfangen und nutzen können. Der neue Standard wird seine Stärken jedoch nur ausspielen können, wenn es gelingt, die Genauigkeit der Meldungsinhalte räumlich, sachlich und zeitlich deutlich gegenüber den TMC Meldungen zu verbessern. 


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