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- Alternativer Kraftstoff für Ottomotoren -

Bioethanol


Bioethanol kostet an der Zapfsäule weniger als Benzin. Doch der neue Sprit taugt nicht für jedes Auto und nicht unbedingt zum Sparen.


  • Nur spezielle Autos vertragen Ethanol

    Ethanol kann in Reinform (E100) oder als "Mischkraftstoff" mit einem Anteil an fossilem Ottokraftstoff (z. B. E85) zum Einsatz kommen. Aufgrund der Eigenschaften von Ethanol sind jedoch fahrzeugseitig entsprechende Anpassungen erforderlich. Manche Elastomere quellen z. B. bei Kontakt mit Ethanol stark auf, auch Farbanstriche sind damit nicht immer verträglich. Dies erfordert in Fahrzeugen und in der Logistikkette den Einsatz geeigneter Schläuche und Dichtungen. Ethanolhaltige Kraftstoffe wirken zudem korrodierend auf Leichtmetalle und Stahl - bedingt durch den höheren Wassergehalt.

    • Motoren für reinen Ethanol
      Ethanol als Reinkraftstoff (E100) kann nicht für den Betrieb von konventionellen Motoren verwendet werden; erforderlich sind Rein-Ethanolmotoren (z. B. Brasilien). Eine breite Anwendung setzt daher eine entsprechende Verbreitung dieses Motorentyps sowie ein eigenes Vertriebssystem für diesen Kraftstoff voraus. Damit sind entsprechend hohe Investitionen verbunden.

    • "Flexible Fuel Vehicles" (FFV)
      Eine weitere Möglichkeit Ethanol als Kraftstoff zu nutzen, bieten die so genannten "Flexible Fuel Vehicles" (FFV), die sowohl stark ethanolhaltigen Kraftstoff mit bis zu 85 %Vol. Ethanol (E85) wie auch fossilen Ottokraftstoff verwenden können. Zwar ermöglicht dieses Konzept eine höhere Flexibilität, aber auch hier sind technische Modifikationen der Motoren wie auch der Aufbau einer eigenen Infrastruktur erforderlich. FFV werden in den USA, Brasilien und Schweden eingesetzt. Die Technologie wurde maßgeblich von deutschen Unternehmen (z. B. VW) entwickelt.

    Ethanol-taugliche Pkw-Modelle bietet in Deutschland derzeit kein Automobilhersteller mehr an. Lediglich auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind noch diverse Modelle zu finden.

    Die Modelle basieren auf den vergleichbaren Benzinmodellen. Ventile und Ventilsitze sind jedoch aus härterem Stahl und alle Kraftstoff führenden Teile bestehen aus besonders korrosionsbeständigen Materialien. Dank effektiver Motorvorwärmung kann auch bei Temperaturen unter minus 15°C problemlos gestartet werden. Das Motormanagement erkennt automatisch das Ethanol-Ottokraftstoff-Mischungsverhältnis. Es kann somit jede beliebige Ethanol-Ottokraftstoff-Mischung bis zu einem max. Anteil von 85 % Ethanol (E85) aber auch ausschließlich Ottokraftstoff getankt werden. Die Mehrpreise gegenüber den entsprechenden Benzin-Versionen liegt bei bis zu 1.500 € je nach Hersteller/Modell.


  • Eine Nachrüstung für Ethanolbetrieb ist nicht empfehlenswert
    Die Verwendung von Ethanol in Reinform (E100) oder als "Mischkraftstoff" mit einem Anteil an fossilem Ottokraftstoff (z.B. E85) erfordert aufwendige Modifikationen. 

    Die auf dem freien Markt angebotenen Nachrüstungen zur Verwendung von Ethanol in Ottomotoren erfolgt meist nur über ein Zusatzsteuergerät. Dieses Zusatzsteuergerät, das entsprechend dem jeweiligen Mischungsverhältnis von Benzin und Ethanol die Einspritzzeit verändert, genügt aus o. g. Gründen jedoch nicht, um mögliche Schäden am Motor zu vermeiden. Hinzu kommt, dass diese Nachrüstung auch von keinem Fahrzeughersteller freigegeben ist, und somit Garantie- bzw. Gewährleistungsansprüche auf dem Spiel stehen. Aus diesen Gründen kann der ADAC in seiner Funktion als Verbraucherschützer diese Art der Umrüstung von Ottomotoren auf Ethanolbetrieb nicht empfehlen.


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