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Marktüberwachung: Wie Kfz-Rückrufe entstehen


Rund zehn Rückrufe pro Woche veröffentlicht der ADAC aktuell auf seiner Homepage. Doch wie kommt es zu einem Rückruf? Gab es zu jedem Rückruf einen tragischen Anlass? Wer veranlasst die Rückrufe? Was ist der Unterschied zwischen einem Rückruf und einer Serviceaktion? Was darf ein Rückruf kosten?

Im Rahmen einer mehrteiligen Serie werden diese und weitere Fragen beantwortet und Einblicke in die Arbeit der Hersteller und Behörden gegeben. Im ersten Teil geht es um das Aufdecken von Problemen, die zu Rückrufen führen.

In Deutschland verpflichtet das Produkt-Sicherheits-Gesetz (ProdSG) Hersteller bzw. Importeure dazu, den Markt zu überwachen. Um die Einhaltung dieses Gesetzes für Kraftfahrzeuge und Zubehör kümmert sich das Kraftfahrt-Bundes-Amt (KBA). Zur Marktüberwachung selbst gibt es keine genauen Vorgaben, das KBA hat aber die Möglichkeit, bei Sicherheitsrisiken einen Produktrückruf anzuordnen. Um diesem Image-Schaden zu entgehen, verfügen mittlerweile alle Hersteller über Methoden, um Risiken möglichst früh selbst zu erkennen und zu beheben. Glücklicherweise sind Rückrufe, die durch einen Personenschaden entdeckt wurden, höchst selten.

Insbesondere die Werkstätten der eigenen Marke spielen eine zentrale Rolle, da hier die meisten Rückrufe ihren Startpunkt haben. Zum einen weil hier Symptome in aller Regel zuerst bemerkt werden, zum anderen, weil hier auch der Ort für die Ursachenanalyse ist. Letztere ist durchaus komplex, insbesondere dann, wenn das defekte Bauteil nur ein Symptom und nicht die Ursache ist.

 

Beispiel für komplexen Fehler: Der Nachlauf eines per Elektromotor betriebenen Lüfters erzeugte Spannungsspitzen im Bordnetz, die wiederum zu Schäden und Ausfall an eigentlich unbeteiligten Steuergeräten führten. In der Werkstatt sah man zuerst diese defekten Steuergeräte. Erst in der Fehleranalyse stieß der Hersteller auf das eigentliche Problem.

Aber wann ist ein Fehler vom Hersteller zu verantworten – und wann handelt es sich um unsachgemäßen Gebrauch? In einer einzelnen Werkstatt ist dies oft nicht zu beantworten, hier braucht es die Übersicht über einen ganzen Markt, besser noch über alle weltweit verkauften Fahrzeuge. Die Überwachung der Ersatzteilbestellung spielt daher eine zentrale Rolle, um Fehlerhäufungen zu entdecken. Einige Hersteller gehen noch einen Schritt weiter und überwachen die Suchanfragen in ihren internen Teilesystemen, um noch schneller reagieren zu können.

 

Insbesondere nach dem Anlauf eines neuen Modells sind die Hersteller hier sehr sensibel, um Fehler schnell zu erkennen und in der Produktion abzustellen. In schweren Fällen fahren Mitarbeiter auch zur Analyse selbst zum Kunden, um sich die Probleme vor Ort anzusehen. 

In letzter Zeit kommt es vermehrt zu Rückrufen, die auf interne Qualitätssysteme zurückzuführen sind. Moderne Drehmomentschlüssel protokollieren die Werte für jede einzelne damit angezogene Schraube. So gab es mehrere Rückrufe, bei denen Schrauben mit zu niedrigem Drehmoment festgezogen waren. Diese betrafen aber in der Regel verhältnismäßig wenige Fahrzeuge.

In einigen Fällen melden auch Zulieferer Probleme und können so Rückrufe initiieren. Zuletzt machte der Airbag-Hersteller Autoliv Anfang 2017 damit Schlagzeilen.

Im nächsten Teil der Serie geht es um die Frage „Offizieller Rückruf oder stille Service-Aktion?“.


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