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Gefährliches Herbstlaub


So schön die bunten Blätter an den Bäumen sind, so tückisch sind sie auf den Verkehrswegen. Feuchtes, glitschiges Herbstlaub bedeckt jetzt Straßen und Wege und verursacht oft gefährliche Rutsch- und Schleuderpartien. Es besteht erhöhte Unfallgefahr und zwar für sämtliche Verkehrsteilnehmer, sowohl für Kraftfahrer, als auch Fahrradfahrer und Fußgänger. Stellen Sie sich auf diese typischen Herbstgefahren ein, fahren sie langsam, vorausschauend, vorsichtig und halten Sie genügend Abstand.


  • Fußgänger - worauf ist zu achten?

    Zwar obliegt den Gemeinden aufgrund Ihrer Verkehrssicherungspflicht die Räumpflicht für das abgefallende Laub, jedoch können sich Fußgänger nicht immer auf eine Verletzung der Räumpflicht berufen.

    Nach dem Sturz einer Passantin auf einem mit nassem Laub bedeckten Gehweg entschied das Berliner Kammergericht, die Gemeinde sei nicht zur ständigen Reinigung verpflichtet und wies die Schadenersatzklage ab. Für Fußgänger sei die Gefahr erkennbar, sie müssen sich darauf einstellen, dass Gehwege in der Nähe von Laubbäumen im Herbst rutschig werden können (Az.: 9 U 134/04).

    Bei einem Sturz einer Frau über die mit Laub verdeckte Kante einer Verkehrsinsel wies auch das OLG Frankfurt in seinem Beschluss darauf hin, dass sich Fußgänger bei laubbedeckten Stellen vorsichtig zu verhalten haben, da sich hierunter u. a. Stufen oder Vertiefungen befinden könnten (Az.: 1 U 301/07) und wies die Klage ab.

    Der Gemeinde obliegt  i. d. R. die Verkehrssicherungspflicht für öffentliche Fußwege. Die Reinigungs-, Räum- und Streupflicht wird jedoch oft auf die Grundstückseigentümer übertragen. Auch zugunsten Grundstückseigentümern entschied das Landgericht Coburg, dass sich Fußgänger auf die erhöhte Rutschgefahr bei laubbedeckten Bürgersteigen einzustellen hätten und wies eine Schadenersatzklage gegen den Eigentümer ab. Dieser hatte kurz vor dem Sturz das Laub beseitigt. Eine Wegereinigung sei nur im Rahmen des Zumutbaren zu verlangen.


  • Radfahrer - worauf ist zu achten?
    Vorsicht ist auch Fahrradfahrern anzuraten. Einer Mountainbikerin wurde ein Mitverschulden vom OLG Hamm angerechnet, die einen laubbedeckten Fahrradweg passierte, auf dem regennnassen Blätteruntergrund ausrutschete und stürzte. Zwar lag eine Amtspflichtverletzung der Gemeinde aufgrund Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor. Unflexible  turnusmäßige Reinigungspläne sind nicht ausreichend, da das Laubkehren in Abhängigkeit vom witterungsbedingten Laubanfall vorgenommen werden muss. Das Verschulden der Klägerin überwog jedoch, da sie nicht in die Laubdecke hineinfahren durfte und ihr die örtlichen witterungsbedingten Umstände bekannt waren (OLG Hamm, Az.: 9 U 170/04).
  • Kosten für die Gehwegreinigung
    Laut Verwaltungsgericht Lüneburg, Az.: 5 A 127/01 kann einem Grundstückseigentümer, der seiner Pflicht zur Reinigung des Bürgersteigs nicht zuverlässig nachkommt, die Rechnung für die Einschaltung einer Reinigungsfremdfirma weitergereicht werden. Nicht erheblich ist der Einwand, die herabfallenden Blätter stammen von gemeindeeigenen Bäumen.
  • Räum- und Streupflicht
    Grds. kann die Gemeinde die Räum- und Streupflicht auf die Anlieger bzw. andere Dritte übertragen. Sofern kein von der Fahrbahn baulich abgegerenzter Gehweg besteht, können Anwohner verpflichtet sein, einen kleinen Seitenstreifen der Fahrbahn zu räumen (Oberlandesgericht Dresden, Az.: 6 U 955/02), sobald die Beseitigung des Laubs an Straßen mit erheblichem Baumbestand und starker Straßenverschmutzung  jedoch einen unverhältnismäßigen Aufwand für die Anlieger  bedeutet, ist die Pflichtenübertragung rechtswidrig, so Oberverwaltungsgericht Niedersachsen, Az.: 12 KN 399/05.

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