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FAQs

 

Die ADAC Juristen haben FAQs rund um das Thema Radfahren beantwortet: Von radfahrenden Kindern auf dem Gehweg, dem rechts Überholen von wartenden Fahrzeugen an einer roten Ampel oder dem Mitführen eines Hundes an der Leine vom Fahrrad aus - wir haben sie alle beantwortet.


  • Welche Ampel gilt für Radfahrer auf Radwegen?

    Für Radfahrer gelten an Ampeln mit Radverkehrsführungen ab 01.01.2017 uneingeschränkt entweder die Lichtzeichen für den Fahrverkehr oder - sofern vorhanden - eigene (Symbol "Radverkehr") bzw. kombinierte Lichtzeichen (Symbole "Radverkehr" und "Fußgänger").


    Bis zum 31.12.2016 gilt noch jedoch eine Übergangsfrist, d.h. Radfahrer müssen bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin die Lichtzeichen für Fußgänger beachten, soweit ein Radweg an einem Fußweg angrenzt.



  • Können Radfahrer Punkte bekommen?

    Auch Radfahrer können für bestimmte Verkehrssünden Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg bekommen. Die Geldstrafen für Verkehrsverstöße sind bei Radfahrern grundsätzlich halb so hoch wie bei motorisierten Fahrern: Ein Rotlichverstoß kostet 45 Euro und einen Punkt. War die Ampel länger als eine Sekunde rot, sind 100 Euro Geldbuße und ein Punkt in Flensburg fällig.


  • Was droht, wenn man erheblich alkoholisiert Fahrrad fährt?

    Alkohol am Fahrradlenker wird teuer: Ab 1,6 Promille oder wenn der Radfahrer seine Fahrweise offensichtlich nicht mehr kontrollieren kann, gilt die Alkoholfahrt als Straftat. Dafür gibt es Punkte und eine Geldstrafe von ca. einem Monatsnettogehalt. Zusätzlich wird ab 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Wer diese nicht besteht verliert auch seine Fahrerlaubnis.


  • Besteht eine Helmpflicht für Radfahrer?

    Grundsätzlich ist jedem Fahrradfahrer zu empfehlen, einen Helm zu tragen, vor allem Kinder sollten immer mit Fahrradhelm fahren. Eine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer existiert in Deutschland jedoch nicht, selbst nicht für Kinder. Ein erwachsener Fahrradfahrer, der mit moderater Geschwindigkeit fährt, muss sich daher auch kein Mitverschulden bei einem Unfall aufgrund Fehlens eines Schutzhelms entgegenhalten lassen. Informationen zum "Fahrradhelm-Urteil" des BGH lesen Sie hier.



  • Was ist ein Radfahrstreifen?

    Radfahrstreifen sind Sonderwege für Radfahrer. Sie sind nur für Radfahrer bestimmt, die sie benutzen müssen. Andere Fahrzeuge dürfen sie nicht befahren. Die Verkehrsfläche ist nicht baulich, sondern durch eine durchgezogene weiße Linie Zeichen 295 von der Fahrbahn abgetrennt und mit Zeichen 237 gekennzeichnet.


  • Was ist ein Schutzstreifen?

    Der Schutzstreifen ist eine Verkehrsfläche für Radfahrer. Sie ist auf den Straßen rechts durch eine unterbrochene weiße Leitlinie (Zeichen 340) markiert. Radfahrer müssen ihn wegen des Rechtsfahrgebotes dann benutzen, wenn Ihnen ein ausreichender Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand zur Verfügung steht. Eine generelle Benutzung durch andere Fahrzeuge ist verboten. Kraftradfahrern ist es nicht gestattet, den Schutzstreifen zu befahren, um z. B. Fahrzeugkolonnen zu überholen. Nur bei Bedarf dürfen andere Fahrzeuge die Leitlinie überfahren. Wenn sie z. B. kurzfristig ausweichen müssen und kein Radfahrer gefährdet wird, können sie die Leitlinie überfahren.


  • Darf ich einen Hund vom Fahrrad aus führen?

    Eine allgemeine Regelung zum Mitführen von Tieren beinhaltet § 28 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Haustiere, die den Verkehr gefährden können, sind grundsätzlich von der Straße fernzuhalten. Sie sind dort nur zugelassen, wenn Sie von geeigneten Personen begleitet sind. Diese müssen dann ausreichend auf Sie einwirken können. Es ist generell verboten Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Für das Führen von Tieren von Fahrrädern aus gibt es eine ausdrückliche Regelung im Gesetz. Es dürfen nur Hunde von Fahrrädern aus geführt werden (§ 28 I S. 4 StVO). Hunde, die auf Zuruf gehorchen, müssen nicht zwingend angeleint werden. Wenn Hunde auf Straßen mit mäßigem Verkehr nicht an der Leine, sondern durch Zuruf und Zeichen geführt werden, ist das in der Regel nicht zu beanstanden. Eine Einwirkungsmöglichkeit setzt aber voraus, dass sich der Hund noch im Blickfeld der Begleitperson befindet. Beim Anleinen und neben den Fahrrad herlaufen lassen des Hundes ist immer die Eigenart des Tieres zu berücksichtigen. Größere, schnell laufende Hunde dürfen von Fahrrädern aus geführt werden, soweit es mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Tierquälerei ist zwingend auszuschließen.


  • Darf ich Fahrräder auf dem Gehweg schieben?

    Der Gehweg ist als Sonderweg den Fußgängern vorbehalten. Verboten ist die Benutzung durch andere Verkehrsteilnehmer, auch Radfahrer (Ausnahme: Fahrrad fahrende Kinder bis zu 10 Jahren). Etwas anderes gilt nur, wenn der Fahrzeugverkehr durch Zusatzschild zugelassen ist. Sie können aber Fahrräder auf dem Gehweg schieben, soweit keine erhebliche Behinderung der Fußgänger gegeben ist. Behindert das Schieben der Fahrräder allerdings den Gehweg- oder Seitenstreifenverkehr, so müssen Sie zwingend ausschließlich den rechten Fahrbahnrand benutzen. Das Linksgehgebot für Fußgänger außerorts gilt insoweit nicht.


  • Sind wir bei unserem Familienausflug mit dem Fahrrad ein Verband und was ist das?

    Der Verband ist in § 27 der Straßenverkehrsordnung (StVO) definiert. Dort heißt es "Ein geschlossener Verband ist eine geordnete, einheitlich geführte und als Ganzes erkennbare Personen- und Fahrzeugmehrheit." Der Verband wird nach der Straßenverkehrsordnung wie ein (einziger) Verkehrsteilnehmer behandelt. Wenn so z.B. die ersten dem Verband zugehörigen Fahrzeuge in die Kreuzung einfahren sind, darf der Verband bis zum letzten Fahrzeug weiterfahren, obwohl sich vielleicht nachträglich ein Fahrzeug an die Kreuzung nähert, das eigentlich auf einer vorfahrtsberechtigten Straße fährt. Die gesetzliche Vorschrift beinhaltet bezüglich Radfahrern eine konkrete Zahlengröße, ab wann überhaupt ein Verband gegeben sein kann. Diese Zahl ist auf "mehr als 15 Radfahrern" festgelegt. Die Radfahrer dürfen dann zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Maßgeblich ist ansonsten die einheitliche Führung und die geschlossene Bewegung. Geschlossen setzt dabei voraus, dass der Verband als solcher erkennbar ist. Bei Radfahrern ist dafür keine einheitliche Kennzeichnung erforderlich, da die Radfahrer ggf. ohne weiteres als entsprechende "Gruppe" erkennbar sind. Bei anderen Verbänden bedarf es der einheitlichen Kennzeichnung (z.B. durch Wimpel, Schilder o.ä.). Auch der Abstand der Fahrzeuge zueinander ist entscheidend. Da der Familienausflug regelmäßig keine 16 Personen ausmacht, sind die Radfahrer als einzelne Verkehrsteilnehmer zu betrachten. Die Radfahrer müssen deshalb - bei einer Fahrbahnbenutzung - grundsätzlich einzeln hintereinander fahren. Nebeneinander dürfen Sie nur fahren, wenn der Verkehr dadurch nicht behindert wird. Die Radwegbenutzungspflicht bleibt unberührt.


  • Welcher Sicherheitsabstand muss beim Überholen von Radfahrern eingehalten werden?

    Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden. Beim Überholen von Radfahrern ist stets deren Ausschwenken zu berücksichtigen, vor allem bei Glätte, bei Wind und in Steigungen. Damit muss auch jeder Kraftfahrer rechnen. Unter normalen Verkehrsbedingungen wird ein Abstand von 1,5 - 2 m zwischen Radfahrer und Kraftfahrer als ausreichend angesehen.


  • Bis zu welchem Alter dürfen Kinder mit dem Fahrrad auf dem Gehsteig fahren?

    Bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen Kinder, bis zum vollendeten zehnten dürfen Kinder den Gehweg benützen. Auf Fußgänger müssen die Kinder besonders Rücksicht nehmen. Fußgänger haben immer Vortritt und dürfen nicht gefährdet werden. Die Kinder dürfen auf dem Gehsteig deshalb nur langsam fahren.


  • Darf ich als Radfahrer an der roten Ampel wartende Fahrzeuge rechts überholen?

    Als Radfahrer dürfen Sie Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, vorsichtig und mit mäßiger Geschwindigkeit rechts überholen. Voraussetzung ist jedoch, dass ausreichend Raum ist. Das wird meist angenommen, wenn zwischen den wartenden Fahrzeugen und dem Bordstein mindestens 1 m frei ist. Entsprechendes gilt gem. § 5 Abs. 8 StVO auch für Mofa-Fahrer. Allerdings darf nur auf dem rechten Fahrstreifen überholt werden. Andere Fahrstreifen dürfen dabei nicht benutzt werden. Die Fahrzeuge müssen tatsächlich zum Stillstand gekommen sein. Langsam rollende Fahrzeuge dürfen Sie nicht rechts überholen.


  • Der Radfahrer möchte den Zebrastreifen überqueren. Was muss er tun?

    Der Vorrang an einem Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen (Zeichen 293) gilt nach § 26 StVO nur für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Deshalb muss ein Radfahrer absteigen und sein Rad über den Zebrastreifen auf die andere Straßenseite schieben, wenn er diesen Vorrang in Anspruch nehmen will.


  • Das blaue Auto möchte in die Kreuzung einfahren. Links davon wollen der Radfahrer und der Fußgänger die Straße überqueren. Auf der gegenüberliegenden Seite möchte der Radler geradeaus weiterfahren? Wer hat Vorfahrt bzw. Vorrang?

    Vorfahrtsregeln gelten nur für Fahrzeuge, nicht für Fußgänger. Das bezieht sich (§ 8 StVO) nicht nur auf die Fahrbahn, sondern auch auf die parallel zur Fahrbahn verlaufenden Radwege – ebenfalls auf die gegenüberliegenden. Fußgänger müssen beim Überqueren der Fahrbahn immer den Fahrzeugverkehr beachten und wenn nötig warten (§ 29 StVO).


  • Dürfen Radfahrer in einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung fahren?

    Radfahrer dürfen in Einbahnstraßen nur dann ausnahmsweise in entgegengesetzter Richtung fahren, wenn das Verbot der Einfahrt (Nr. 267) durch das Zusatzschild „Radverkehr frei“ ergänzt wird. Verkehrsteilnehmer, die der Einbahnstraße folgen, müssen am Beginn durch das Zusatzschild "kreuzender Radverkehr" (Nr. 1000-32) neben dem Schild "Einbahnstraße" vorgewarnt werden.


  • Dürfen Autofahrer auf einer Fahrradstraße (Zeichen 244) fahren?

    Grundsätzlich dürfen nur Radfahrer auf einer Fahrradstraße fahren – und zwar auch nebeneinander. Alle anderen Fahrzeuge brauchen eine spezielle Erlaubnis durch ein Zusatzschild am Zeichen Fahrradstraße (Nr. 244). Das kann zum Beispiel Anliegern mit Auto die Zufahrt ermöglichen. Für alle heißt es hier maximal Tempo 30.


  • Wie müssen Fahrräder ausgerüstet sein?

    Fahrräder benötigen zwar nicht, wie Kraftfahrzeuge, eine Betriebserlaubnis, um im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden zu dürfen. Sie müssen aber den Bau- und Betriebsvorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen, wobei es unerheblich ist, ob es sich um ein normales Tourenfahrrad, ein Mountainbike oder ein Rennrad handelt. Fahrräder müssen grundsätzlich mit einer hell tönenden Glocke, zwei voneinander unabhängigen Bremsen und den vorgeschriebenen lichttechnischen Einrichtungen ausgestattet sein, wobei für Rennräder unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen gelten. Sind diese Ausrüstungsvorschriften nicht erfüllt, darf ein Fahrrad nur auf Privatgrund benutzt werden. Ansonsten läuft man Gefahr, bei Polizeikontrollen mit einem entsprechenden Verwarnungsgeld belegt zu werden.


  • Was ist bei der Benutzung von Radwegen zu beachten?

    Alle Fahrzeuge dürfen grundsätzlich die Fahrbahn benutzen. Daher müssen Radfahrer Radwege nur dann benutzen, wenn diese durch die Verkehrszeichen 237 (Radfahrer), 240 (gemeinsamer Geh- und Radweg) und 241 (getrennter Geh- und Radweg) gekennzeichnet sind. Nicht entsprechend gekennzeichnete rechtsverlaufende Radwege dürfen, müssen aber nicht benutzt werden. Ist ein links verlaufender Radweg durch die genannten Verkehrszeichen in der Gegenrichtung freigegeben, so besteht in dieser Fahrtrichtung Benutzungspflicht. Durch das Zusatzzeichen (1022-10) kann ein linker, nicht benutzungspflichtiger Radweg freigegeben werden.


  • Darf man mit dem Mofa auf dem Radweg fahren?

    Seit der Änderung der StVO im Jahr 2007 dürfen Mofafahrer außerhalb geschlossener Ortschaften generell den Radweg benutzen. Ausnahme: Radwege mit dem Schild "Kein Mofa". Innerhalb geschlossener Ortschaften ist es genau umgekehrt: Dort ist es motorisierten Zweiradfahrern untersagt, den Radweg zu befahren, außer ein Zusatzschild lässt es explizit zu.


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Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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