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Blade Night

- No risk, but fun! -

 

Blade Nights werden immer beliebter. Tausende Inlineskater starten bei gutem Wetter, um auf extra für diese Veranstaltungen abgesperrten Straßen, die Städte zu erkunden. Ihre Clubjuristen haben häufig gestellte Fragen rund um das Thema Inlineskaten und Blade Nights für Sie zusammengestellt.


  • Wo dürfen Inlineskater fahren?

    Außerhalb der organisierten und genehmigten Blade Nights gelten Inlineskater als Fußgänger und müssen den Gehweg benutzen. Sportliche Skater müssen ihre Geschwindigkeit den Fußgängern anpassen. Ohne Gehweg ist innerorts am rechten oder linken, außerorts am linken Fahrbahnrand zu skaten. Straßen oder Radwege dürfen nur im Rahmen besonderer Veranstaltungen ("Skate Night/Blade Night") benutzt werden, wenn es die Polizei ausdrücklich erlaubt.
     
    Seit 01.09.2009 kann durch ein neues Zusatzzeichen das Inlineskaten ausnahmsweise auf ausreichend breiten Radwegen zugelassen werden. Wer dort skatet, hat sich mit äußerster Vorsicht und unter besonderer Rücksichtnahme auf den übrigen Verkehr am rechten Rand in Fahrtrichtung zu bewegen und Radfahrern das Überholen zu ermöglichen.
  • Ist ein Helm/Schutzausrüstung vorgeschrieben?

    Grundsätzlich ist jedem Inlineskater zu empfehlen, einen Helm und enstprechende Schutzausrüstung (Hand-, Ellenbogen- und Knieschützer) zu tragen. Eine gesetzliche Helm- oder Schutzausrüstungspflicht für Inlineskater existiert in Deutschland jedoch nicht. Die allermeisten Veranstalter empfehlen jedoch das Tragen entsprechender Schutzausrüstung für alle Teilnehmer.


  • Zahlt die Krankenkasse, wenn keine Schutzausrüstung getragen wurde?
    Auf den Versicherungsschutz der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse hat das Nichttragen der empfohlenen Schutzausrüstung keinen Einfluss.
  • Wann zahlt die private Haftpflichtversicherung?
    Schäden Dritter, die beim Inlineskaten entstehen, werden normalerweise durch die private Haftpflichtversicherung des Schädigers gedeckt - vorausgesetzt der Schaden wurde nicht vorsätzlich verursacht.
  • Gibt es ein Speedlimit?
    Nein. Es gilt jedoch immer das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. Im Rahmen einer Blade Night, an der mitunter tausende Teilnehmer mitfahren, ist gegenseitige Rücksichtnahme auf Mitfahrer in jedem Fall oberstes Gebot, um Unfälle und unnötige Behinderungen zu vermeiden. Im eigenen Interesse sollte immer ein defensiver Fahrstil gewählt werden, wenn man sich anderen Verkehrsteilnehmern, unübersichtlichen Stellen, Kreuzungen und Einmündungen nähert.
  • Urteil: Inlineskaterin als Geisterfahrer - Haftung?
    Wer als Inlineskater mittig auf der Gegenfahrbahn fährt, muss sich bei einem Unfall mit einem entgegenkommenden Pkw ein erhebliches Mitverschulden zurechnen lassen.
    Das OLG Hamm entschied am 18.6.2013 (Az. 9 U 1/13), dass die klagende Inlineskaterin den Unfall in erheblichem Umfang selbst verschuldet hatte und daher 75 % des Schadens selber tragen muss. Die Klägerin befuhr als Inlineskaterin außerorts eine ca. 4 m breite Straße in einer schlecht einsehbaren, langgezogenen Linkskurve mittig auf der Gegenfahrbahn, als ihr der Pkw des Beklagten entgegenkam. Dieser wich zwar noch nach rechts aus, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht verhindern. Nach Auffassung des Gerichts sei auf Seiten der Beklagten nur die Betriebsgefahr des Pkw zu berücksichtigen. Ein schuldhaftes anderweitiges Verhalten sei dem Beklagten nicht vorzuwerfen. Anders bei der Klägerin. Für sie gelten die Regelungen des Fußgängerverkehrs. Sie hätte somit außerhalb geschlossener Ortschaften im Rahmen des Zumutbaren den linken Fahrbahnrand benutzen müssen. Dies hat sie nicht getan. Vor der schlecht einsehbaren Kurve hätte sie zudem die Inlineskates abschnallen und die Fahrt unterbrechen oder zum rechten Fahrbahnrand wechseln müssen – auch dies ist nicht geschehen.
  • Urteil: Gemeinsamer Rad- und Fußweg - Rechtsfahrgebot gilt nicht für Inlineskater
    Nach einer Entscheidung des OLG Düsseldorf vom 12.07.2011, Az.: I-1 U 242/10 (DAR 2012,82) muss auf einem gemeinsamen Rad- und Fußweg, beschildert mit Zeichen 240, ein Radfahrer, der mehrere Inlineskater überholen will, rechtzeitig hierauf aufmerksam machen, sei es durch Klingen oder Zuruf. Inlineskater, die rechtlich wie Fußgänger zu behandeln sind, haben weder die Verpflichtung des Rechtsfahrgebots, noch unterliegen sie i. d. R. der Rückschaupflicht, wenn sie den gemeinsamen Fuß- und Radweg in voller Breite nutzen wollen. Ein Fahrradfahrer fuhr auf einem gemeinsamen Fuß- und Radweg hinter zwei in gleicher Richtung fahrenden Inlineskatern. Bei dem Versuch zu überholen, kam es zur Kollision mit dem ausscherenden Inlineskater. Der Fahrradfahrer, der nicht beweisen konnte, vor dem Überholen geklingelt zu haben, haftete für seinen Schaden allein.

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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