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- Lichttest 2017 -

Jeder Zweite weist Mängel auf! 



Mehr als jedes zweite Fahrzeug (51%) weist mindestens einen Mangel an der Beleuchtung auf!
Obwohl die Quote eine signifikante Verbesserung zum Vorjahr darstellt, ist sie aufgrund der gravierenden Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit immer noch viel zu hoch.

Der ADAC hat mit seinen Prüfdiensten und Vertragssachverständigen, die bundesweit jährlich über eine halbe Million Fahrzeugprüfungen (von der Gebrauchtwagenprüfung, Urlaubschecks bis zu Lichttests etc.) durchführen, auch in diesem Jahr an der bundesweiten Beleuchtungsaktion teilgenommen und im Monat Oktober bei knapp 5800 Fahrzeugen seiner Mitglieder die Beleuchtungsanlagen geprüft und eingestellt. Auch in diesem Jahr wurden die Fahrzeuge ohne Vorbereitung (nicht im Zusammenhang, mit der Fahrzeugbewertung o.Ä.) dem ADAC vorgeführt und spiegeln somit relativ gut den allgemein Zustand der Fahrzeugbeleuchtungen auf der Straße wider. Die Altersverteilung der geprüften Fahrzeuge entspricht mit knapp neun Jahren auch in etwa dem Altersdurchschnitt des Pkw-Bestandes in Deutschland.

Von den getesteten Fahrzeugen, die über ein Lampendiagnosesystem (LDS) verfügen, fahren 12,6 Prozent der Fahrer trotz der Warnhinweise ihres Fahrzeugs mit Lampendefekt weiter. Insgesamt fuhren 43 Prozent der Fahrzeuge – obwohl sie über ein LDS verfügen - mit mangelhafter Beleuchtung, da die Fehlerquellen nicht vom Diagnosesystem registriert werden konnten, oder sie schlicht weg vom Fahrer ignoriert wurden.  
Die mangelnde Kontrolle der Höheneinstellung des Abblendlichts ist auch 2017 ein Hauptmangel an der Lichtanlage. Das am häufigsten vertretene Leuchtmittel im Frontscheinwerfer (70%, bei 17% der Fahrzeuge wurden keine Angaben gemacht) ist auf Deutschlands Straßen immer noch die Halogenlampe.

Die wichtigsten Ergebnisse im Detail

  • 1. Allgemeiner Zustand

    Im Allgemeinen kann man feststellen, dass die Fahrzeuge auf den ersten Blick einen guten Eindruck hinterlassen. So wurden 70 Prozent der Testobjekte mit dem Gesamteindruck „gut“ von unseren Testern bewertet und 19 Prozent wurden in das Segment „mittel“ eingestuft. Somit kann man feststellen, dass unter 2 Prozent der PKWs als wirklich ungepflegt daherkommt (bei 9% wurden keine Angaben gemacht). Diese Quoten spiegeln sich auch in der Rate der defekten Leuchtmittel wider. So hat ein mit „gut“ bewerteter Wagen eine Ausfallquote von ca. 45 Prozent, während sie bei „Mittel“ schon bei 70 Prozent liegt und bei „schlecht“ eine Quote von 86 Prozent aufweist.


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  • 2. Wirksamkeit Lampenkontrollsystem

    Bei den von uns getesteten Fahrzeugen verfügten mindestens 31,2 Prozent der Fahrzeuge über ein internes Lampendiagnosesystem. Trotz dieses technischen Hilfsmittels war eine Ausfallquote bei 43 Prozent der PKW festzustellen, in denen ein Lampendiagnosesystem verbaut war. Damit lässt sich zwar feststellen, dass sich die Ausfälle im Vergleich zu Fahrzeugen ohne Eigendiagnose um ca. 15 Prozent reduzieren lassen. Die Annahme, dass Fahrzeuge mit Lampendiagnosesystem weitgehend ohne defekte Lampen unterwegs sind, trifft nicht zu.


    Lichttest_2017_07_350x259.jpg

  • 3. Scheinwerfereinstellung

    Auch in diesem Jahr mussten unsere Prüfer feststellen, dass das Abblendlicht bei vielen Fahrzeugen mangelhaft eingestellt war. Insgesamt musste mehr als jeder vierte Scheinwerfer nachgestellt werden, wobei die Fehlerquote unabhängig von der verwendeten Technologie ist. So waren 17,9 Prozent der Scheinwerfer zu tief eingestellt, was sich negativ auf Leuchtweite und somit auf die Sicht des Fahrzeugführers auswirkt.

    Zu hoch eingestellt waren 15,2 Prozent der Abblend-Scheinwerfer mit der Folge, dass der entgegenkommende Verkehr geblendet wird und schlimmstenfalls eine kritische Verkehrssituation wie Kollision mit dem Gegenverkehr oder Abkommen von der Fahrbahn geraten kann.

    Der schon lange vermutete Grund für die hohe Quote falsch eingestellter Abblendscheinwerfer hat sich mit dem im Jahr 2013 veröffentlichten ADAC Test von Nachrüst-Scheinwerferlampen nachhaltig bestätigt. Bei den 15 H7-Leuchtmitteln hat sich im Laborvergleich nach jeweiligen Probandentausch gezeigt, dass die Fertigungstoleranzen von Glühwendeln und deren Position im Glaskolben mit einer mehr oder weniger starken Verstellung des Lichtkegels (Seiten- oder Höhenverstellung) einhergeht. Wenn dies bereits bei den Produkten mit UN ECE-Prüfzeichen erkennbar wird, ist die Tendenz bei den weitverbreiteten No-Name-Lampen, deren Fertigungstoleranzen noch deutlich davon abweichen, umso stärker zu erwarten.
  • 4. Defekte Lampen
    Entgegen der landläufigen Meinung wonach „nur noch Einäugige unterwegs sind“ hielt sich auch dieses Jahr die Quote von Lampendefekte in Grenzen und ist insbesondere beim Abblendlicht auf einem erfreulich niedrigen Niveau von 2,4 Prozent.
    Bei 15,5 Prozent der geprüften Fahrzeuge war mindestens eine Lampe defekt.

    Diese teilen sich wie folgt auf: 
    Bei der Frontbeleuchtung waren insgesamt 8,6 Prozent der Leuchtmittel ausgefallen; die sich folgendermaßen verteilten:

    Standlicht 3,2 %
    Abblendlicht2,4 %
    Fernlicht1,9 %
    Nebelscheinwerfer0,9 %
    Tagfahrlicht0,3 %

    Die Heck-, Blink- und Bremsleuchten waren mit einer Ausfallrate von knapp 12 Prozent moderat auffällig:

    Heckleuchten1,6 %
    Bremsleuchten2,4 %
    Blinker/Warnblinker

    0,6 %

    Nebelschlußleuchte1,3 %

    Die Lampe der Kennzeichenleuchte ist mit einer Ausfallquote von 5,0% die am häufigsten defekte Lampe.

  • 5. Beschädigte Leuchten
    Angenehm gering war der Anteil an Fahrzeugen mit Beschädigungen an Scheinwerfern/Leuchten. Das können entweder matte Abdeckgläser der Hauptscheinwerfer, aber auch Reflektoren und Risse in Leuchtengläsern sein. Auch wenn derartige Schäden nicht immer unmittelbare Beleuchtungsprobleme darstellen, sind sie meist Vorboten für vorzeitige Ausfälle (z.B. durch Feuchtigkeit im Scheinwerfer/Leuchte).
    Der Anteil an Scheinwerfern/Leuchten, die Beschädigungen aufwiesen war mit insgesamt 5,6 % moderat:

    Hauptscheinwerfer0,9 %
    Abdeckglas matt2,2 %
    Nebelscheinwerfer0,7 %
    Schlussleuchte  0,8 %
    Blinkleuchte0,6 %
    Bremsleuchte0,4 %

  • 6. LED Scheinwerfer sind immer noch Exoten

    Wie die Erfassung der Fahrzeuge zeigt, sind auch im Jahr 2017 sehr wenig LED Scheinwerfer auf den Straßen zu sehen. Bei weniger als einem Prozent der Fahrzeuge wurde angegeben, dass sie LED-Scheinwerfer haben. Auch Xenon Scheinwerfer sind mit knapp 12 Prozent nicht die erste Wahl. Somit ist die Halogenlampe mit über 70 Prozent das mit Abstand verbreitetste Leuchtmittel. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass bei über 17 Prozent keine Angaben zur Art des Scheinwerfers gemacht wurden.


    Lichttest_2017_06_350x290.jpg

ADAC Tipps

  • Beleuchtung, insbesondere in der dunklen Jahreszeit, regelmäßig auf Beschädigungen prüfen.
  • Defekte kontrollieren und defekte Lampen umgehend erneuern (lassen).
  • Wenn keine zweite Person zur Verfügung steht, kann man die Funktion der Lichter z.B. auch an der Hauswand oder vor dem Garagentor bei Dunkelheit überprüfen.
  • Nach jedem Lampenwechsel, ansonsten mindestens einmal jährlich, an der Frontbeleuchtung die Scheinwerfereinstellung prüfen lassen. Dabei auch die Funktion der Scheinwerferhöhenverstellung prüfen.
  • Bei erhöhter Fahrzeugbeladung, insbesondere vor längeren Nachtfahrten, nicht vergessen die Höhenverstellung entsprechend anzupassen (Blendung des Gegenverkehrs).
  • Nur Qualitätslampen von namhaften Herstellern mit UN ECE-Prüfzeichen verwenden. Diese garantieren eine hohe Fertigungsgenauigkeit und längere Haltbarkeit bei guter Lichtperformance.
  • Auf saubere, eis- und schneefreie Scheinwerfer und Leuchten ist besonders bei Fahrtantritt zu achten, damit die volle Lichtleistung genutzt wird und man auch bestmöglich gesehen wird.
  • Immer auf vollen Waschwasserbehälter mit ausreichend Frostschutz achten, auch damit die Funktion der Scheinwerferreinigungsanlage gegeben ist.
  • Eine saubere Frontscheibe (außen und innen) und einwandfreie Wischerblätter sind die Voraussetzung für gute Sicht.
  • Schmierende, rubbelnde oder beschädigte Wischerblätter sofort wechseln

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