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- Lichttest 2016 -

Drei von vier geprüften Autos weisen Mängel auf! 


Drei von vier geprüften Autos (72,3%) weisen mindestens einen Mangel an der Beleuchtung auf! 
Die abermals zum Vorjahr erhöhte Mängelquote zeigt Defizite in der Verkehrssicherheit und liegt damit nach Ansicht des ADAC deutlich zu hoch.

Der ADAC hat mit seinem Prüfdienst und Vertragssachverständigen, die bundesweit jährlich über eine halbe Million Fahrzeugprüfungen (von der Gebrauchtwagenprüfung, Urlaubschecks bis zu Lichttests etc.) durchführen, auch in diesem Jahr an der bundesweiten Beleuchtungsaktion teilgenommen und im Monat Oktober bei knapp 6.000 Fahrzeugen seiner Mitglieder die Beleuchtungsanlagen geprüft und eingestellt.

Da die Fahrzeuge ziemlich unvorbereitet (nicht im Zusammenhang mit Werkstattbesuch, HU o.ä.) zur Lichtprüfung beim Club vorgeführt werden, spiegeln sie dabei auch relativ gut den allgemeinen Zustand der Fahrzeugbeleuchtungen auf der Straße wider.

Die Altersverteilung der geprüften Fahrzeuge entspricht mit knapp neun Jahren auch in etwa dem Altersdurchschnitt des Pkw-Bestandes in Deutschland.

Bei nahezu jedem Dritten (32,9 Prozent) der 5.844 vom ADAC geprüften Fahrzeuge, hatten entweder mindestens ein Abblendscheinwerfer geblendet oder war deutlich zu tief eingestellt, so dass die Nachtfahrt zum Blindflug werden kann. Bei knapp vier Prozent der Fälle war außerdem die Höhenverstellung (Leuchtweitenregulierung) defekt und damit Mitursache für die überhöhte „zu-tief/zu-hoch“-Quote.


Die wichtigsten Ergebnisse im Detail

  • 1. Scheinwerfereinstellung

    Bei 18,9 Prozent der geprüften Fahrzeuge war das Abblendlicht zu tief eingestellt. Das bedeutet in erster Linie eine geringere Leuchtweite und damit schlechtere Sicht bei Nacht.

    Zu hoch eingestellt waren dagegen 14 Prozent der Abblend-Scheinwerfer mit der Folge, dass der entgegenkommende Verkehr geblendet wird und schlimmstenfalls in eine kritische Verkehrssituation wie Kollision mit dem Gegenverkehr oder Abkommen von der Fahrbahn geraten kann.

    Der schon lange vermutete Grund für die hohe Quote falsch eingestellter Abblendscheinwerfer hat sich mit dem im Jahr 2013 veröffentlichten ADAC Test von Nachrüst-Scheinwerferlampen nachhaltig bestätigt. Bei den 15 H7-Leuchtmitteln hat sich im Laborvergleich nach jeweiligen Probandentausch gezeigt, dass die Fertigungstoleranzen von Glühwendeln und deren Position im Glaskolben mit einer mehr oder weniger starken Verstellung des Lichtkegels (Seiten- oder Höhenverstellung) einhergeht. Wenn dies bereits bei den Produkten mit ECE-Prüfzeichen erkennbar wird, ist die Tendenz bei den weitverbreiteten No-Name-Lampen, deren Fertigungstoleranzen noch deutlich davon abweichen, umso stärker zu erwarten.


  • 2. Defekte Lampen
    Entgegen der landläufigen Meinung wonach „nur noch Einäugige unterwegs sind“ hielt sich auch dieses Jahr die Quote von Lampendefekten in Grenzen und liegt, insbesondere beim wichtigen Abblendlicht, auf einem erfreulich niedrigen Niveau von nur 2,2 %.
    Insgesamt liegt der Anteil an Fahrzeugen mit defekten Lampen bei 16,7%, bei 4,2 % der geprüften Pkw waren sogar zwei oder mehr Lampen defekt.

    Diese teilen sich wie folgt auf: 
    Bei der Frontbeleuchtung waren insgesamt 9 Prozent der Leuchtmittel ausgefallen; die sich folgendermaßen verteilten (in Klammern Anteil Teilausfall bei LED-Leuchten):

    Standlicht 3,8 (0,3) %
    Abblendlicht2,2 (0,2) %
    Fernlicht1,1 (0,3) %
    Nebelscheinwerfer1,1 (0,2) %
    Tagfahrlicht0,8 (0,6) %

    Die Heck-, Blink- und Bremsleuchten waren mit einer Ausfallrate von insgesamt 12,5 Prozent deutlich häufiger defekt als vorne:

    Heckleuchten2,6 (1,0) %
    Bremsleuchten3,9 (1,1) %
    Blinker/Warnblinker0,9 (0,4) %
    Nebelschlußleuchte1,3 (0,4) %
    Kennzeichenleuchte3,8 (0,2) %

    Der zunehmende Anteil von langlebigen Xenonscheinwerfersystemen mit 14,2 % der geprüften Fahrzeuge sowie LED-Technik bei Front- und Heckleuchten, lässt künftig auf eine weitere Reduktion von Lampendefekten hoffen.

  • 3. Beschädigte Lampen
    Der Anteil an Fahrzeugen mit Beschädigungen an Scheinwerfern/Leuchten ist zum Vorjahr erfreulicherweise deutlich zurückgegangen. Das waren entweder matte Abdeckgläser der Hauptscheinwerfer (2,7%), aber auch Reflektoren und Risse in Leuchtengläsern. Auch wenn derartige Schäden nicht immer unmittelbare Beleuchtungsprobleme darstellen, sind sie meist Vorboten für vorzeitige Ausfälle (z.B. durch eindringende Feuchtigkeit im Scheinwerfer/Leuchte, was dann zum Beschlag und/oder dauerhaften Erblindung von Reflektoren führen kann).

    Der Anteil an Scheinwerfern/Leuchten, die Beschädigungen aufwiesen, hat sich zum Vorjahr auf insgesamt 14,8 % reduziert und setzt wie folgt zusammen:

    Hauptscheinwerfer1,7 %
    Abdeckglas matt2,7 %
    Nebelscheinwerfer2,9 %
    Schlussleuchte  3,9 %
    Blinkleuchte1,9 %
    Kennzeichenleuchte1,7 %

ADAC Tipps

  • Beleuchtung, insbesondere in der dunklen Jahreszeit, regelmäßig auf Beschädigungen/Defekte kontrollieren und defekte Lampen umgehend erneuern. 
  • Auch wenn keine zweite Person zur Verfügung steht, kann man die Funktion auch an der Hauswand oder Garagentor etc. bei Dunkelheit von innen überprüfen.
  • Nach jedem Lampenwechsel, ansonsten mindestens einmal jährlich, an der Frontbeleuchtung die Scheinwerfereinstellung prüfen lassen. Dabei auch gleich die Funktion der Scheinwerferhöhenverstellung prüfen.
  • Bei erhöhter Fahrzeugbeladung, insbesondere vor längeren Nachfahrten, nicht vergessen die Höhenverstellung entsprechend anzupassen (Blendgefahr).
  • Nur Qualitätslampen von namhaften Herstellern mit ECE-Prüfzeichen verwenden. Diese garantieren eine hohe Fertigungsgenauigkeit und längere Haltbarkeit bei guter Lichtper-formance.
  • Auf saubere, eis- und schneefreie Scheinwerfer und Leuchten achten, damit die volle Lichtleistung genutzt wird und man auch bestmöglich gesehen wird.
  • Eine saubere Frontscheibe (außen und innen) und funktionelle Wischerblätter sind die Voraussetzung für gute Sicht.
  • Schmierende, rubbelnde oder beschädigte Wischerblätter sofort wechseln (3 % waren nicht mehr in Ordnung).
  • Immer auf vollen Waschwasserbehälter mit ausreichend Frostschutz achten (3,4 % waren unzureichend).

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