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- Lichttest 2015 -

Jeder Zweite hatte einen Lichtdefekt


Jedes zweite geprüfte Auto weist mindestens einen Mangel an der Beleuchtung auf! Insgesamt hat sich die Mängelquote mit 50,3 % gegenüber dem Vorjahr (46,8 %) etwas erhöht und liegt damit nach Ansicht des ADAC deutlich zu hoch.

Der ADAC hat mit seinem Prüfdienst und Vertragssachverständigen, die bundesweit jährlich über eine halbe Million Fahrzeugprüfungen (von der Gebrauchtwagenprüfung, Urlaubschecks bis zu Lichttests etc.) durchführen, auch in diesem Jahr an der bundesweiten Beleuchtungsaktion teilgenommen und im Monat Oktober bei 6.595 Fahrzeugen seiner Mitglieder die Beleuchtungsanlagen geprüft und eingestellt.

Da die Fahrzeuge ziemlich unvorbereitet (nicht im Zusammenhang mit Werkstattbesuch, HU o.ä.) zur Lichtprüfung beim Club vorgeführt werden, spiegeln sie dabei auch relativ gut den allgemeinen Zustand der Fahrzeugbeleuchtungen auf der Straße wider.

Bei nahezu einem Viertel (24,1 Prozent) der fast 7.000 vom ADAC geprüften Fahrzeuge, hatte entweder mindestens ein Abblendscheinwerfer geblendet oder war deutlich zu tief eingestellt, so dass die Nachtfahrt zum Blindflug werden kann. In über sieben Prozent der Fälle war außerdem die Höhenverstellung (Leuchtweitenregulierung) defekt und damit Mitursache für die überhöhte „zu-tief/zu-hoch“-Quote.


Die wichtigsten Ergebnisse im Detail

  • 1. Scheinwerfereinstellung

    Bei 13,9 Prozent der geprüften Fahrzeuge war das Abblendlicht zu tief eingestellt. Das bedeutet in erster Linie eine geringere Leuchtweite und damit schlechtere Sicht bei Nacht.

    Zu hoch eingestellt waren dagegen 10,2 Prozent der Abblend-Scheinwerfer mit der Folge, dass der entgegenkommende Verkehr geblendet wird und schlimmstenfalls in eine kritische Verkehrssituation wie Kollision mit dem Gegenverkehr oder Abkommen von der Fahrbahn geraten kann.

    Der schon lange vermutete Grund für die hohe Quote falsch eingestellter Abblendscheinwerfer hat sich mit dem im Jahr 2013 veröffentlichten ADAC Test von Nachrüst-Scheinwerferlampen nachhaltig bestätigt. Bei den 15 H7-Leuchtmitteln hat sich im Laborvergleich nach jeweiligen Probandentausch gezeigt, dass die Fertigungstoleranzen von Glühwendeln und deren Position im Glaskolben mit einer mehr oder weniger starken Verstellung des Lichtkegels (Seiten- oder Höhenverstellung) einhergeht. Wenn dies bereits bei den Produkten mit ECE-Prüfzeichen erkennbar wird, ist die Tendenz bei den weitverbreiteten No-Name-Lampen, deren Fertigungstoleranzen noch deutlich davon abweichen, umso stärker zu erwarten.


  • 2. Defekte Lampen
    Entgegen der landläufigen Meinung wonach „nur noch Einäugige unterwegs sind“ hielt sich auch dieses Jahr die Quote von Lampendefekten in Grenzen und ist insbesondere beim Abblendlicht auf ein erfreulich niedriges Niveau von 1,2 % gesunken.
    Damit war bei knapp 13 % der geprüften Fahrzeuge mindestens eine Lampe defekt.

    Diese teilen sich wie folgt auf: 
    Bei der Frontbeleuchtung waren insgesamt 8,1 Prozent der Leuchtmittel ausgefallen; die sich folgendermaßen verteilten:

    Standlicht 2,5 %
    Abblendlicht1,2 %
    Fernlicht0,6 %
    Nebelscheinwerfer0,7 %
    Tagfahrlicht3,2 %

    Die Heck-, Blink- und Bremsleuchten waren mit einer Ausfallrate von insgesamt 8,3 Prozent moderat auffällig:

    Heckleuchten2,1 %
    Bremsleuchten5,5 %
    Blinker/Warnblinker0,5 %

    Der steigende Anteil von langlebigen Xenonscheinwerfersystemen mit 14,6 % der geprüften Fahrzeuge sowie LED-Technik bei Heckleuchten, lässt künftig auf eine weitere Reduktion von Lampendefekten hoffen.

  • 3. Beschädigte Lampen
    Überraschend hoch war der Anteil an Fahrzeugen mit Beschädigungen an Scheinwerfern/Leuchten. Das können entweder matte Abdeckgläser der Hauptscheinwerfer (5,9%), aber auch Reflektoren und Risse in Leuchtengläsern sein. Auch wenn derartige Schäden nicht immer unmittelbare Beleuchtungsprobleme darstellen, sind sie meist Vorboten für vorzeitige Ausfälle (z.B. durch Feuchtigkeit im Scheinwerfer/Leuchte).

    Der Anteil an Scheinwerfern/Leuchten, die Beschädigungen aufwiesen war mit insgesamt 25,8 % hoch:

    Hauptscheinwerfer5,4 %
    Abdeckglas matt5,9 %
    Nebelscheinwerfer5,5 %
    Schlussleuchte  4,8 %
    Blinkleuchte 4,2 %

ADAC Tipps

  • Beleuchtung, insbesondere in der dunklen Jahreszeit, regelmäßig auf Beschädigungen/Defekte kontrollieren und defekte Lampen umgehend erneuern.
  • Nach jedem Lampenwechsel, ansonsten mindestens einmal jährlich, an der Frontbeleuchtung die Scheinwerfereinstellung prüfen lassen.  
  • Nur Qualitätslampen von namhaften Herstellern mit ECE-Prüfzeichen verwenden. Diese garantieren eine hohe Fertigungsgenauigkeit und längere Haltbarkeit bei guter Lichtperformance.
  • Auf saubere, eis- und schneefreie Scheinwerfer und Leuchten achten, damit die volle Lichtleistung genutzt wird und man auch bestens gesehen wird.
  • Eine saubere Frontscheibe (außen und innen) und gute Wischerblätter sind ebenfalls elementar wichtig für gute Sicht.
  • Schmierende oder rubbelnde Wischerblätter sofort wechseln (4,3 % waren nicht mehr in Ordnung).
  • Immer auf vollen Waschwasserbehälter mit ausreichend Frostschutz achten (1,6 % waren unzureichend).

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