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ADAC Position zu eCall

Die Einführung eines europaweiten eCall-Dienstes, der Fahrzeug-notrufe automatisch an die einheitliche Notrufnummer 112 weiterleitet, wird vom ADAC ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Denn der eCall führt zu verkürzten Reaktionszeiten der Notdienste in Europa. Dies wird Menschenleben retten und in vielen Fällen die Folgen von Verletzun-gen mindern.
Mit der Einführung des europaweiten eCall gehen allerdings Aspekte einher, die aus Sicht des ADAC bisher nicht ausreichend beachtet wurden. Denn mit dem öffentlichen, ab 2018 verpflichtenden eCall zieht eine Technik flächendeckend in neue Fahrzeuge ein, die neben eCall für private Telematik-Zusatzdienste genutzt werden kann: z.B. für einen datengestützten Pannenruf (bCall), Ferndiagnose (remote diagnostics) oder für private Notrufdienste (third Party eCall). Aus diesem Grund sollte aus Sicht des ADAC die EU Gesetzgebung für eCall folgende Punkte berücksichtigen:

  • Datenschutz
  • Wahlfreiheit des Verbrauches
  • Freier und fairer Wettbewerb 
Datenschutz: Eine ungefilterte Weitergabe von z.B. Standortdaten eines Fahrzeugs könnte personenbezogene Daten betreffen. Der ADAC sieht die Einhaltung des Datenschutzes allerdings unkritisch, solange außerhalb des konkreten Notfalls keine Übermittlung des bei eCall gesendeten Mindestdatensatzes und keine Ortung des Fahrzeu-ges erfolgt (auch keine Zellortung im Mobilfunknetz). Für eine Daten-übermittlung im Rahmen von privaten Telematik-Zusatzdiensten ist die Einwilligung des Verbrauchers notwendig. Die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz müssen grundsätzlich beachtet werden.


Wahlfreiheit des Verbrauchers: Im Bereich telematischer Zusatz-dienste ist durch den prioritären Zugriff der Fahrzeughersteller auf die fahrzeugeigenen Telematik-Systeme derzeit nicht sichergestellt, dass der Verbraucher weiterhin die Möglichkeit hat selbst zu bestimmen, ob und mit wem sein Auto kommuniziert: mit dem Hersteller, seinem Automobilclub, seinem Versicherer oder mit einer freien Werkstatt. Der ADAC fordert, dass der Verbraucher den von ihm gewünschten Dienst-anbieter aus einer Auswahl zertifizierter Anbieter frei wählen kann.


Freier und fairer Wettbewerb: Ein freier Markt im Bereich telema-tischer Zusatzdienste basiert auf offenen und standardisierten Zugängen. Dadurch wird ein innovativer und preisfairer Absatzmarkt gefördert. Das ist im Sinne des Verbrauchers. Aus diesem Grund fordert der ADAC, dass für unabhängige Dienstanbieter der Zugang zu Fahrzeugdaten und das Angebot gleichwertiger Dienstleistungen auf den vom Fahrzeughersteller eingebauten Telematik-Systemen nach transparenten Regeln und diskriminierungsfrei möglich sind.


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