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Führerschein auf Probe

- Clubjuristen beantworten die häufigsten Fragen -


Beim erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis – ausgenommen sind die Klassen AM, L und T – wird der Führerschein „auf Probe“ erteilt. Dabei handelt es sich um eine reguläre Fahrberechtigung, bei der aber besondere Folgen an ein Fehlverhalten geknüpft werden. Die Clubjuristen haben die häufigsten Fragen zur Fahrerlaubnis auf Probe beantwortet.


  • Wie lange dauert die Probezeit?

    Die Probezeit dauert zwei Jahre. Sie beginnt mit der Erteilung der Fahrerlaubnis. Das heißt mit der Aushändigung des Führerscheins. Wenn statt des Führerscheindokuments ersatzweise eine befristete, nur im Inland geltende, Prüfbescheinigung erteilt wird, beginnt damit die Probezeit. Das ist insbesondere beim Begleiteten Fahren ab 17 der Fall.

  • Wann verlängert sich die Probezeit und wie lange läuft sie maximal?
    Wenn wegen eines schwerwiegenden Verkehrsverstoßes innerhalb der Probezeit die Teilnahme am Aufbauseminar angeordnet worden ist, verlängert sich die Probezeit um zwei auf insgesamt vier Jahre.

  • Welche Verstöße haben Konsequenzen für die Probezeit?
    Eintragungspflichtige Verstöße, die im Fahreignungsregister mit Punkten bewertet werden, ziehen je nach Schwere des Delikts führerscheinrechtliche Konsequenzen mit sich.

    Relevant sind:

    • die Verurteilung zu einer Geldbuße ab 60 Euro
    • die Verhängung eines Fahrverbotes
    • der Entzug einer Fahrerlaubnis
    • die strafrechtliche Verurteilung im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr.

    Verstöße, die nicht mit Punkten geahndet werden (z. B. Falschparken), sind für den Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe nicht mit besonderen Maßnahmen belegt.


  • Auf welchen Zeitpunkt kommt es bei dem Verkehrsverstoß an?
    Die Tat muss innerhalb der Probezeit begangen worden sein. Auf den Tag der späteren Rechtskraft kommt es insofern nicht an.

  • Wie werden die relevanten Zuwiderhandlungen bewertet?

    Es gibt zwei Gruppen von Verstößen, in die die Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten eingestuft werden:

    Gruppe A: schwerwiegende Zuwiderhandlungen
    (z. B. Rotlichtverstoß, Alkoholfahrt, mehr als 20 km/h zu schnell gefahren)

    Gruppe B: weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen
    (z. B. Handyverstoß, Verstoß gegen zulassungsrechtliche Vorschriften)

    Zwei Zuwiderhandlungen der Gruppe B entsprechen einem Delikt nach Gruppe A. Begeht der Führerscheininhaber einen in Gruppe A genannten Verstoß oder zwei Verstöße nach Gruppe B, lösen die rechtskräftigen Entscheidungen Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde aus.

  • Welche Maßnahmen werden ergriffen?
    Es gibt ein dreistufiges Sanktionssystem:

    1. Stufe: Wer in der Probezeit eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat, wird zur Teilnahme am Aufbauseminar verpflichtet; die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.

    2. Stufe: Wer nach der Teilnahme am Aufbauseminar innerhalb der – nunmehr verlängerten – Probezeit erneut einen schwerwiegenden oder zwei weniger schwerwiegende Verstöße begeht, wird schriftlich verwarnt. Dem Inhaber der Fahrerlaubnis auf Probe wird zudem nahe gelegt, innerhalb von zwei Monaten (freiwillig) an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.

    Stufe 3: Wer nach Ablauf dieser zweimonatigen Frist abermals einen schwerwiegenden oder zwei weniger schwerwiegende Verstöße begeht, dem wird die Fahrerlaubnis entzogen.

  • Gelten für den Inhaber des Führerscheins auf Probe besondere Verhaltensregeln?
    Der Konsum alkoholischer Getränke während der Fahrt ist für den Inhaber des Führerscheins auf Probe verboten. Auch der Fahrtantritt unter der Wirkung alkoholischer Getränke ist nicht erlaubt. Dies ist der Fall, wenn der aufgenommene Alkohol zu einer Veränderung physischer oder psychischer Funktionen führen kann. In der Praxis wird das ab einem Wert von 0,2 ‰ Alkohol im Blut oder 0,1 mg/l Alkohol in der Atemluft angenommen.

    Der Verstoß wird mit einem Regelsatz von € 250,-- sanktioniert und im Fahreignungsregister mit 1 Punkt bewertet. Die rechtskräftige Ahndung der Tat führt zur Anordnung eines Aufbauseminars und Verlängerung der Probezeit von 2 auf 4 Jahre.

  • Was passiert, wenn man nicht am Aufbauseminar teilnimmt?
    Wird die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet und wird die Kursteilnahme nicht in der gesetzten Frist (üblich sind zwei Monate) nachgewiesen, so ist die Fahrerlaubnis zu entziehen; sie darf erst bei Vorlage der Bescheinigung neu erteilt werden.

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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