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Führerscheinerwerb

- Voraussetzungen - Ausbildung - Prüfung -

 

Clubjuristen haben die wichtigsten Fragen zu den Voraussetzungen, der Ausbildung und Prüfung beim Fahrerlaubniserwerb beantwortet:


  • Ab wann darf ich Fahrzeuge der erworbenen Klasse fahren?
    Erst mit Aushändigung des Führerscheins bzw. einer Prüfbescheinigung wird die Fahrerlaubnis erteilt. Es kommt also nicht nur auf den Prüfungstermin an.
  • Welche Voraussetzungen gibt es für den Fahrerlaubniserwerb?
    Die Fahrerlaubnis für die jeweilige Klasse wird erteilen, wenn der Bewerber
    • seinen ordentlichen Wohnsitz im Inland hat,
    • das erforderliche Mindestalter erreicht hat,
    • zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist,
    • nach den gesetzlichen Vorgaben ausgebildet worden ist,
    • die Befähigung zum Führen von Kraftfahrzeugen durch bestandene Prüfung nachgewiesen hat,
    • die Grundzüge der Versorgung Unfallverletzter im Straßenverkehr beherrscht oder Erste Hilfe leisten kann und
    • keine in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erteilte Fahrerlaubnis dieser Klasse besitzt.

  • Wie hoch ist das erforderliche Mindestalter?
    Das Mindestalter richtet sich nach der konkreten Fahrerlaubnisklasse:

    Mofa-Prüfbescheinigung: 15 Jahre

    Klassen AM, A1: 16 Jahre

    Klasse A2 18 Jahre

    Klasse A (bei Vorbesitz A2): 20 Jahre

    Klasse A (für Trikes): 21 Jahre

    Klasse A (Direkteinstieg): 24 Jahre


    Begleitetes Fahren B, BE: 17 Jahre

    Klassen B, BE: 18 Jahre


    Klassen C1, C1E: 18 Jahre

    Klassen C, CE: 21 Jahre


    Klassen D1, D1E: 21 Jahre

    Klassen D, DE: 24 Jahre


    Klassen L, T: 16 Jahre


  • Unterliegen spezielle Personengruppen anderen Altergrenzen?

    Für Personen mit abgeschlossener Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb gilt

    • für die Klassen B und BE ein Mindestalter von 17 Jahren,
    • für C, CE, D1 und D1E von 18 Jahren und
    • für D und DE von 20 Jahren.

    Bereits während der Ausbildung gilt für den Fahrerlaubniserwerb das herabgesetzte Mindestalter; es dürfen dann aber nur Fahrten in Deutschland und im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses gemacht werden.


  • Ist für den Erwerb der Vorbesitz einer anderen Fahrerlaubnisklasse erforderlich?
    Eine Fahrerlaubnis der Klassen C, C1, D oder D1 darf nur erteilt werden, wenn der Bewerber bereits die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzt oder die Voraussetzungen für deren Erteilung erfüllt hat.

    Ein Anhängerführerschein setzt voraus, dass der Bewerber bereits die Fahrerlaubnis für das Zugfahrzeug besitzt bzw. deren Erteilungsvoraussetzungen erfüllt hat.

    Alle anderen Fahrerlaubnisklassen können direkt erworben werden.

  • Was ist beim Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis zu beachten?

    Der Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis ist schriftlich bei der örtlich zuständigen Führerscheinbehörde zu stellen. Die
    Personen- und Wohnsitzdaten und die ausbildende Fahrschule sind ebenso wie der (auch ehemalige) Besitz einer EU-/EWR-Fahrerlaubnis anzugeben. Auf Verlangen der Behörde muss der Fahrerlaubnisbewerber persönlich erscheinen.

    Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

    • Geburtsurkunde
    • Lichtbild (i.d.R.: Passbild in der Größe 45 mm × 35 mm im Hochformat, ohne Rand, Frontalaufnahme, ohne Kopfbedeckung, ohne Bedeckung der Augen)
    • Antrag auf Erteilung der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L oder T eine Sehtestbescheinigung
    • Antrag auf Erteilung der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L oder T: Nachweis über die Teilnahme an einer Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen
    • Antrag auf Erteilung der Klassen C, C1, CE, C1E: Ärztliche Bescheinigung über die körperliche und geistige Eignung (nicht älter als ein Jahr) und ein augenärztliches Zeugnis oder Gutachten über das Sehvermögen (nicht älter als zwei Jahre)
    • Antrag auf Erteilung der Klassen D, D1, DE oder D1E: Betriebs-, arbeitsmedizinisch- oder medizinisch-psychologisches Gutachten über die Erfüllung der besonderen Anforderungen (nicht älter als ein Jahr) sowie ein augenärztliches Zeugnis oder Gutachten über das Sehvermögen (nicht älter als zwei Jahre)
    • Antrag auf Erteilung der Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE oder D1E: Nachweis über die Ausbildung in Erster Hilfe
    • Antrag auf Erteilung der Klassen D, D1, DE und D1E: Führungszeugnis

    Die Führerscheinbehörde kann ein ärztliches Eignungszeugnis verlangen, wenn sie Bedenken hinsichtlich der Fahrtauglichkeit des Bewerbers hat. Wird dieses nicht vorgelegt, erhält er die gewünschte Fahrerlaubnis nicht.


  • Welche Ausbildung benötige ich für den Pkw-Führerschein?
    Die Fahrschulausbildung (Klasse B) setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen.

    Beim theoretischen Teil beträgt der Umfang des allgemeinen Teils (Grundstoff) mindestens 12 Doppelstunden. Besitzt der Fahrschüler bereits eine Fahrerlaubnis, so reduziert sich der Grundstoff auf mindestens 6 Doppelstunden. Für den Erwerb der Pkw-Klasse sind für den klassenspezifischen Zusatzstoff weitere 2 Doppelstunden vorgeschrieben.

    Der praktische Teil besteht aus der Grundausbildung sowie den besonderen Ausbildungsfahrten. Die Anzahl der Fahrstunden in der Grundausbildung ist nur bei den Busklassen gesetzlich festgelegt. Für den Erwerb der Pkw-Klasse B sind als Sonderfahrten 5 Überlandfahrten, 4 Autobahnfahrten sowie 3 Fahrten bei Dämmerung oder Dunkelheit vorgeschrieben.

  • Welche Prüfungen muss der Fahrerlaubnisinhaber ablegen?

    Der Umfang der Führerscheinprüfung ist abhängig von der konkreten Klasse. Sie wird im Auftrag der Fahrerlaubnisbehörde durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr abgenommen. Die Führerscheinprüfung besteht grundsätzlich aus der theoretischen und praktischen Fahrerlaubnisprüfung.

    Der Bewerber erfährt im Anschluss an den theoretischen und den praktischen Prüfungsteil vom Prüfer unter Angabe der wesentlichen Fehler, ob die Prüfung bestanden wurde. Bei Nichtbestehen der theoretischen Prüfung darf die praktische Prüfung nicht mehr durchgeführt werden.


  • Welche Voraussetzungen und welchen Inhalt hat die theoretische Prüfung?

    Die theoretische Prüfung darf nicht früher als drei Monate vor Erreichen des gesetzlichen Mindestalters abgenommen werden. Vor Ablegung der Prüfung muss eine vom Fahrlehrer ausgestellte Ausbildungsbescheinigung übergeben werden. Mit dieser max. zwei Jahre alten Bescheinigung (Ausstellungsdatum entscheidend) werden u.a. die Durchführung und Stundenzahl des theoretischen Unterrichts bestätigt.

    In der Prüfung am PC ist nachzuweisen, dass ausreichende Kenntnisse der für das Führen von Kraftfahrzeugen maßgeblichen Gesetzesvorschriften sowie der umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise vorliegen und der Bewerber mit den Gefahren des Straßenverkehrs und den zu ihrer Abwehr erforderlichen Verhaltensweisen vertraut ist. Es besteht keine Möglichkeit mehr, die theoretische Prüfung in Papierform durchzuführen.

    Prüfungsfragen für die beantragte Fahrerlaubnis und Kriterien für das Bestehen oder Nichtbestehen richten sich nach den Prüfungsrichtlinien des Bundesministers für Verkehr sowie des darauf basierenden Fragenkatalogs.


  • Welche Voraussetzungen und welchen Inhalt hat die praktische Prüfung?

    Die praktische Fahrprüfung darf erst nach Bestehen der theoretischen Prüfung und frühestens einen Monat vor Erreichen des gesetzlichen Mindestalters abgelegt werden. Auch hier muss vor der Prüfung dem Sachverständigen oder Prüfer eine Ausbildungsbescheinigung vorgelegt werden. Aus dieser müssen u.a. die Stundenzahl der vorgeschriebenen und durchgeführten Ausbildungsfahrten ersichtlich sein. Die Prüfung findet grundsätzlich innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften statt und ist am Ort der Hauptwohnung bzw. der Ausbildungs- oder Arbeitsstelle abzulegen. In begründeten Einzelfällen kann die Fahrerlaubnisbehörde auf Antrag auch einen anderen Prüfort zulassen.


  • Wie lange dauert die Prüfung und wie viel Zeit davon ist reine Fahrzeit?

    Sofern der Bewerber nicht schon vorher gezeigt hat, dass er den Anforderungen an die Prüfung nicht gewachsen ist, betragen Prüfungsdauer und Fahrzeit mindestens:


    beiPrüfungsdauer insgesamtdavon reine Fahrzeit
    Klasse A60 Minuten25 Minuten
    40 Minuten bei Aufstieg25 Minuten
    Klasse A260 Minuten bei Direkteinstieg25 Minuten
    40 Minuten bei Aufstieg25 Minuten
    Klasse A145 Minuten25 Minuten
    Klasse B45 Minuten25 Minuten
    Klasse BE45 Minuten25 Minuten
    Klasse C75 Minuten45 Minuten
    Klasse CE75 Minuten45 Minuten
    Klasse C175 Minuten45 Minuten
    Klasse C1E75 Minuten45 Minuten
    Klasse D75 Minuten45 Minuten
    Klasse DE70 Minuten45 Minuten
    Klasse D175 Minuten45 Minuten
    Klasse D1E70 Minuten45 Minuten
    Klasse AM45 Minuten25 Minuten
    Klasse T60 Minuten30 Minuten.

    Diese Zeiten dürfen bei Aufhebung der Beschränkung einer Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge mit automatischer Kraftübertragung und bei der Erweiterung von Klasse A1 auf Klasse A2 sowie von Klasse A2 zur Klasse A um bis zu 1/3 gekürzt werden.


  • Wann kann eine nicht bestandene Prüfung wiederholt werden?
    Hat der Bewerber die Prüfung nicht bestanden, so darf er sie nach einem angemessenen Zeitraum – i.d.R. nicht vor Ablauf von zwei Wochen – wiederholen. Eine mehrmalige Wiederholung ist zulässig. Die praktische Prüfung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Bestehen der theoretischen Prüfung abgelegt werden. Andernfalls verliert die bestandene theoretische Prüfung ihre Gültigkeit.
  • Unterliegt der Führerscheinneuling besonderen Regeln?
    Mit dem erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis (außer AM, L und T) erwirbt der Fahranfänger den Führerschein „auf Probe“. Zuwiderhandlungen während der Probezeit führen je nach Schwere des Delikts zu führerscheinrechtlichen Konsequenzen.
  • Wird die Fahrerlaubnis befristet erteilt?

    Die Fahrberechtigungen der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T werden ohne ärztliche Untersuchung und ohne Begrenzung erteilt, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Dokumente, die ab 19.01.2013 ausgestellt werden, besitzen aus Gründen der Fälschungssicherheit nur noch eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren. Das Dokument wird auf Antrag verwaltungsmäßig umgetauscht, also ohne Untersuchung oder Prüfung neu ausgestellt.

    Bei den Lkw- und Busklassen gelten schon seit dem Erwerb ab dem 01.01.1999 Befristungen der Fahrberechtigung. Einzelheiten zu Befristungen und ärztlichen Untersuchungen haben wir hier für Sie zusammengestellt.


Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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