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Fragen und Antworten rund um Motoröle

Ein Blick ins Regal sorgt meistens für Verwirrung. „Mineralöl, Synthetiköl oder gar Longlife-Öl – welche Sorte soll man kaufen? Was braucht mein Fahrzeug?"
Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das „schwarze Gold.

  • Aufgaben des Motoröls

    Hauptaufgabe ist die Schmierung des Motors zur Reduzierung der mechani­schen Rei­bung an den beweglichen Teilen. Sonst würde Metall auf Metall in kürzester Zeit festfressen. Motoröle müs­sen unter allen im Motor vorkommenden Betriebsbedingun­gen die Schmierung gewährleisten: Bei Kälte sollen sie so dünnflüssig wie möglich sein (damit der Anlasser den Motor leichter starten kann und so schnell wie möglich Öl an alle Schmierstellen gelangt). Gleichzeitig darf der Schmierfilm aber auch bei voller Belas­tung nicht abreißen und muss hohen Temperaturen standhal­ten.
    Eine weitere bedeutende Aufgabe des Motoröls ist die Kühlung wärmebeanspruchter Teile, an die das Kühlmittel nicht herankommt (z. B. Kolben). Das Motoröl dient aber auch zur Feinab­dichtung zwischen Kolben, Kolbenringen und Zylinderlaufflä­chen. 
    Weitere Aufgaben sind der Schutz vor Korrosion, die Reinigung des Motors (Verbrennungs­rückstände und metallischer Abrieb werden aufgenommen und in Schwebe gehalten) – sowie die Kraft-Übertragung (z. B. in Hydrostößeln).


  • Spezielle Motoröle für Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter?
    Im Partikelfilter kann nur Ruß eliminiert werden, nicht aber die Verbrennungs-Rückstände aus dem Motor, die in den Filter gelangen. Diese setzen über kurz oder lang den Filter zu. Als Lösung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder dimensioniert man den Filter groß genug, so dass er über eine be­stimmte Laufleistung die Öl-Asche aufnehmen kann, oder man verwendet ein Motoröl, das möglichst aschefrei verbrennt. Als Messgröße wird hierfür die Sulfat-Asche herangezo­gen. Eine im Aschegehalt reduzierte Öl-Formulierung zeichnet sich durch spezielle Additive aus, die weniger Schwefel und Phosphor enthalten. Man bezeichnet diese Öle als Low-SAPS- oder Low-Ash-Motoröle.   

    Die Anforderungen an diese Motoröle sind in den ACEA-Spezifikationen C1 bis C4 (C = Pkw-Diesel­motoren mit Partikelfilter) festge­schrie­ben. Einige Hersteller haben auch bereits ihre Spezifikationen dahingehend erweitert, z.B. BMW Longlife-04, MB 229.31 und MB 229.51, VW 507.00.   

    Diese neuen Motorenöle sind noch nicht überall erhältlich. Daher empfiehlt es sich, zum Nachfüllen einen Liter der vorgeschriebenen Ölqualität im Auto mitzuführen.


  • Mineralöl oder Synthetiköl - was sind die Unterschiede?

    Moderne Motoröle basieren in ihrer Art und Leistungsfähigkeit auf unterschiedlichen Grundölen bzw. -mischungen. Zusätzlich werden Additive eingesetzt, die durch chemische und/oder physikalische Wirkung die Eigenschaften der Schmier­stoffe verbessern. Nur eine ausgewogene Formulierung von Grundöl und Additiv­kompo­nenten ergibt ein leistungsstarkes Motorenöl. 
    Faustformel: Je höher der Anteil der Additive im Motoröl, desto höher die Qualität – und auch der Preis.
    Mineralöle sind die am längsten bekannten und eingesetzten Grundöle. Sie bestehen aus Koh­lenwas­serstoff-Verbindungen unterschiedlicher Form, Struktur und Größe. Mine­ralöle sind von Natur aus Ein­bereichsöle und lassen sich relativ einfach und kostengünstig durch Destillie­ren und Raffinieren aus Erdöl herstellen.
    Wie Mineralöle werden auch Synthetiköle aus Erdöl hergestellt, nur das Herstellungsverfah­ren (Synthese) ist aufwändiger und teurer. Während mineralische Öle aus vielen un­terschiedlichen Kohlenwasserstoff-Molekülen be­stehen, sind vollsyntheti­sche Öle weit­gehend aus einheitlichen geradlinigen Molekülen aufgebaut, die so im Rohöl nicht vorkommen. Synthetiköle brin­gen von Haus aus bereits eine Mehrbereichs-Charakteris­tik mit, weshalb mit dem Einsatz von Viskosi­tätsindex-Verbesserern wesentlich sparsamer umgegangen werden kann. Durch ihren einheitlichen Auf­bau sprechen sie bes­ser auf die Wirksamkeit von Additiven an, so dass sich besondere Lei­stungsmerkmale besser erzielen lassen. Vollsynthetische Öle besitzen gegenüber mi­neralischen Ölen einige bedeutsame Vorteile:

    • besserer Kaltstart bei tiefen Temperaturen
    • weniger Verschleiß durch schnellere Versorgung der Schmierstellen
    • Schmierfilm reißt auch bei höherer Belastung und hohen Temperaturen nicht ab.    

  • Kraftstoff sparen mit Leichtlaufölen?

    Motoröle, die gegenüber normalen Mehrbereichsölen die mechanischen Reibungsverluste verringern, bezeichnet man als Leichtlauföle. Es handelt sich dabei um Synthese- und Hydrocracköle mit hohem Viskositätsindex und geringem Verdampfungsverlust. Leichtlauföle liegen zumeist in den SAE-Bereichen 0W-30, 0W-40, 5W-30 und 5W-40.

    Ihr Kraftstoff-Sparpotenzial hängt von folgenden Faktoren ab:

    • Öleigenschaften (Viskosität, reibungsmindernde Additive)
    • Fahrbedingungen (Kurzstrecke, Langstrecke, Teil-, Volllastbetrieb)
    • Motorart und -konstruktion (Otto-, Dieselmotor)
    • klimatische Verhältnisse (Motortemperatur)   

    Folgende Einsparungen sind nach Untersuchungen des ADAC möglich:

    • Kurzstreckenverkehr: 4 bis 6 Prozent
    • Stadt/Überland gemischt: 2 bis 4 Prozent 
    • Autobahn: bis zu 2 Prozent   

    Ob sich die Verwendung eines kraftstoffsparenden Motoröls gegenüber einem konventio­nellen Pro­dukt lohnt, muss in jedem Einzelfall geprüft werden.


  • Was versteht man unter Longlife-Öl und Longlife-Service?

    Longlife-Öle zählen ebenfalls zu den Leichtlauf-Schmierstoffen, meist im SAE-Bereich 0W-30 oder SAE 0W-40. Sie sind in Fahrzeugen mit Longlife-Service vorgeschrieben. Dabei berechnet ein Steuergerät anhand der Daten ver­schiedener Sensoren (für Ölstand, Bremsenverschleiß, Geschwindigkeit, Verbrauch, Drehzahl) die Motorbelastung und dementsprechend den nächsten Inspektionstermin. Damit sind z.B. bei VW Wartungsintervalle bis zu 30.000 km beim Benziner und bis zu 50.000 km beim Diesel möglich. Diese Maximal-Laufleistungen verringern sich bei stärkerer Beanspruchung des Fahrzeugs z.B. durch Stadt- und Kurzstrecken­verkehr. Eine Anzeige im Kombi-Instrument weist zeit- oder kilometerabhängig auf den nächsten Ölwechsel und Wartungsdienst hin. 
    Beim Longlife-Konzept darf grundsätzlich nur die vom Fahrzeughersteller für den jeweili­gen Motor freigegebene Longlife-Ölqualität verwendet werden - auch beim Nachfüllen. Die Verwendung anderer, nicht freigegebener Öle bringt einen erhöh­ten Verschleiß mit sich und kann unter Umständen zu einem Mo­torschaden führen. Wenn kein Longlife-Öl verwendet wird, muss das Steuergerät auf feste Inspektionsin­tervalle umprogrammiert werden. 
    Longlife-Öle sind nicht überall erhältlich. Daher ist es empfehlenswert, einen Liter der erforderli­chen Qualität zum Nachfüllen im Auto mitzuführen. 


  • Welches Motoröl verwenden?
    Unterschiedliche Motorkonzepte stellen grundsätzlich andere Anforderungen an das Mo­toröl. Die für den jeweiligen Motor richtige Ölqualität und dessen Wechselintervalle werden daher vom Fahrzeughersteller in zahlreichen Prüfläufen unter Berücksichtigung des Ölfiltersystems, der Metallurgie und der Konstruktion der Motorbauteile festgelegt.
    Bei der Auswahl des Motoröls sollten man sich daher immer an die Herstellervorgaben halten und erst dann am Preis orientieren. 
    Für die geforderte Ölqualität geben die Fahrzeug-Hersteller die zu verwendende Klassifikation und Spezifikation vor. Neben der SAE-Viskositätsklasse sind hier in erster Linie die API-Klassifi­kation sowie die ACEA-Spezifikation von Bedeutung (siehe PDF unten - ADAC-Merkblatt „Fachinformation Motoröl“). Es gibt jedoch auch Fahrzeughersteller, die eigene Prüfnormen festlegen, deren Einhaltung dann von den Ölanbietern auf der Verpackung dokumentiert wird (z. B. VW 506.00). 
    Um keine Garantie- bzw. Kulanzansprüche zu verlieren, sollte man daher bei der Ölauswahl genau darauf achten, dass die Angaben in der Bedienungsanleitung bzw. dem Servicescheckheft mit denen auf dem Ölbehälter übereinstimmen.
  • Sind Motoröle untereinander mischbar?
    Öle für unterschiedliche Motorkonzepte (z.B. Otto bzw. Diesel) sollten auf Grund der verschiedenen Anforderungsprofile grundsätzlich nicht gemischt werden. Für die gebräuchlichen Vier-Takt-Benzin- und Dieselmotoren sind Öle aus dem Zwei-Takt-Bereich (Motorroller, Rasenmäher) tabu.
    Motoröle für das gleiche Motorkonzept dagegen lassen sich grundsätzlich untereinander mischen, auch synthetische mit mineralischen. Zu beachten sind jedoch stets die von den Kfz-Herstellern vorge­schriebenen Leistungsmerkmale. Wird in einen Motor ein Öl mit geringerer Leistungsfähigkeit als vorgeschrieben nachgefüllt, kann dies zu Schäden führen. Das Nachfüllen von höherwertigerem Öl ist dagegen problemlos.
  • Wann und warum sollte Motoröl gewechselt werden?

    Trotz bedeutender Entwicklungssprünge unterliegen Motoröle immer noch einem gewissen Verschleiß und müssen daher nach einem bestimmten Zeitraum gewechselt werden. Gründe hierfür sind die natürliche Öl-Alterung, der Abbau der Additive und die Verschmutzung durch Verbrennungsrückstände (z.B. Ruß, Schwefel­oxide, Wasser), Staub aus der Atmosphäre und me­chanischen Abrieb. Ein Nachfüllen von frischem Motoröl allein genügt nicht. 
    Bei Ottomotoren mit häufigen Kaltstarts kann es ferner zu einer Verdünnung des Motoröls durch un­ver­brannte Benzin-Bestandteile kommen. Dadurch wird die Viskosität abgesenkt und die Schmierfähig­keit des Motoröls herabgesetzt. 
    Ölverdickung tritt überwiegend in Dieselmotoren durch Rußaufnahme des Motoröls, aber auch in Ot­tomotoren bei extremer thermischer Belastung auf. Die Verdickung sorgt insbe­sondere in der kalten Jahreszeit für Kaltstartschwierigkeiten und macht unter Umständen einen zusätzlichen Ölwech­sel erforderlich. 
    Die von den Fahrzeugherstellern empfohlenen Ölwechselintervalle sind daher unbedingt einzuhal­ten. Sie werden in Abhän­gigkeit von der Kon­struktion des Motors und der Qualität des vorgeschriebenen Motoröls festge­legt. 


  • Wechselintervalle durch höherwertiges Motoröl verlängern?

    Obwohl synthetische Spitzenöle oft viel höhere Leistungsreserven haben, darf das Wechselintervall gegenüber der vorgeschriebenen Ölqualität nicht ausgedehnt werden, da die konstruktiven Vor­aussetzungen fehlen. Dazu gehören u.a. die Auslegung des Öl­filters, die der länge­ren Verweilzeit angepasst werden muss, sowie die Metal­lurgie und Konstruktion der Motorbau­teile. Die vom Hersteller vorgeschriebenen Ölwechselinter­valle sollten daher eingehalten werden.


  • Ist ein Ölwechsel ohne Filtertausch zu empfehlen?
    Der Ölfilter hat die Aufgabe, das Motoröl von Metallabrieb, Staub und Verbrennungsrückständen zu reinigen, bevor es zu den Schmierstellen gelangt. Hierzu wird das Motoröl von der Ölpumpe bei laufendem Motor aus dem Ölsumpf der Ölwanne angesaugt und mit Druck durch den Ölfilter ge­presst. Von dort aus wird das Öl zu den Schmierstellen des Motors gepumpt. Nach längerem Gebrauch setzt sich der Filter mehr und mehr mit diesen Partikeln zu. Wird er nicht rechtzeitig ge­wechselt, kann das Öl nicht mehr durch den Filter strömen und dort gereinigt werden. Ein Bypass­ventil öffnet sich bei verstopftem Filter und lässt so viel Öl wie nötig durch. Dieses Öl strömt nun mitsamt allen schädlichen Partikeln ungereinigt in den Motor. 
    Auch beim Filterwechsel sollte man sich daher an die vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Inter­valle halten. Meist sind Motoröl und Filter ohnehin gleichzeitig zu wechseln. Der Austausch des Fil­terelements ohne Austausch des Motoröls wird grundsätzlich nicht empfohlen, da ein neuer Ölfilter nichts daran ändert, dass das Öl altert und die Additive abgebaut werden.
  • Sind Ölzusätze sinnvoll?
    Das fein abgestimmte System von Basisöl und chemischen Additiven, deren Wirkung mit aufwändigen Tests im Labor und auf Prüfständen entwickelt worden ist, sollte nicht durcheinander gebracht werden. Der Grund hierfür: Universelle Ölzusätze sind nicht an die Rezepturen unterschiedlicher Motoröle abgestimmt, dadurch kann deren Balance aus dem Gleichgewicht geraten, Motorschäden können die Folge sein. Außerdem sind Verschlechterungen der Schadstoffemissionen möglich. Sämtliche Fahrzeughersteller lehnen daher Ölzusätze strikt ab und verweigern bei deren Verwendung jegliche Garantie oder Gewährleistung.

    Sämtliche Fahrzeughersteller lehnen daher Ölzusätze strikt ab. Was die Fahrzeuggarantie bzw. Sach­män­gelhaftung betrifft, so erlischt diese durch die Ver­wendung von Zusatzmitteln zwar regelmä­ßig nicht, tritt jedoch ein Schaden ein, der in ursächli­chem Zusammenhang mit der Verwendung eines solchen Mittels steht, übernimmt der Automobilher­steller hierfür keinerlei Haftung. Dies gilt auch für daraus resultierende Folgeschäden und Unregel­mäßigkei­ten. Da aber die Einhaltung der vorgegebe­nen Serviceintervalle, zu denen auch die Ölwech­selinter­valle gehören, Bestandteil der Garantiebe­stimmungen aller Automobilhersteller ist, erlischt die Garan­tie, wenn die Serviceintervalle überschrit­ten werden. 


  • Wie lange ist Motoröl haltbar?
    Im ordnungsgemäß verschlossenen Originalgebinde lassen sich Motoröle relativ lange lagern. Die Hersteller empfehlen, eine Zeit von drei bis maximal fünf Jahren nicht zu überschreiten. Bei längerer Lagerdauer können Bestandteile der im Öl gelösten chemischen Additive ausfällen. Von wesentlich größerer Bedeutung ist jedoch, dass der technische Fortschritt bei der Motorenentwicklung zwangsläufig Motoröle mit immer höherer Leistungsfähigkeit erforderlich macht. Ältere, gelagerte Motoröle können diesen Leistungsansprüchen nicht gerecht werden. Es kann zu Motorschäden kommen, da das Öl nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Dies gilt sowohl für synthetische als auch mineralische Motoröle.

    In angebrochenen Gebinden sollte die Lagerungszeit für Motoröl ein halbes Jahr nicht überschreiten. Jedes Gebinde "atmet" infolge wechselnder Umgebungstemperaturen, d.h. es zieht Außenluft mit entsprechender Luftfeuchtigkeit ein. Dies verringert durch chemisch-physikalische Reaktionen mit den Additiven die Leistungsfähigkeit des Motoröls.


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