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Satellitenortung gegen den Autodiebstahl

„Gestern stand sie noch da“ - und jetzt ist sie weg, die Mercedes Pagode! Diebstähle von Oldtimern passieren zwar selten – wenn dann aber doch, ist meist mehr verlorengegangen als nur ein Auto.

Unzählige Restaurierungs-Stunden sind futsch, von der damit aufgebauten inneren Beziehung zum Objekt aus Blech, Lack und Chrom ganz zu schweigen. Ein Patentrezept gegen Langfinger gibt es nach wie vor nicht – oder doch? Die Fahrzeugüberwachung via Satellit klingt ja recht vielversprechend. Doch ist sie das auch?

  • Der Oldtimer als Diebstahlsobjekt

    Der Oldtimer ist glücklicherweise nicht dem üblichen Diebstahlsrisiko ausgesetzt – dafür fehlen ganz einfach die Abnehmer im In– und Ausland. Ein ganz spezielles Risiko existiert aber trotzdem: „Gängige“ Modelle (gutes Beispiel ist die Mercedes-Pagode) im Top-Zustand scheinen wegen ihrer Top-Einzelteile besonders gefährdet zu sein. Häppchenweise lässt sich so ein Objekt ganz gut unter die Leute bringen, mit offenbar geringem Risiko der Entdeckung. Womit klar sein dürfte: Solche Autos tauchen nie mehr auf.

    Eher unkritisch scheinen die heimische Garage sowie Solo-Ausfahrten zu sein. Anders sieht es bei Veranstaltungen aus, die der unehrenwerten Gesellschaft zwangsläufig ein großes Spektrum an Diebstahlsobjekten auf den Präsentierteller legen. Gepflogenheiten des Besitzers werden recht schnell erfasst: Wo liegen die Chancen für einen unauffälligen Zugriff? In welcher Hotelgarage nächtigt das Auto? Spektakuläre Fälle aus den letzten Jahren zeigen, wie sekundenschnelle Entwendungen im Rallye-Umfeld ablaufen, und wie durchlässig selbst abgesperrte Hotelgaragen sind.

    Womit sich die Frage stellt: Lenkradkrallen, Zündunterbrecher, Radklammern stellen keine unüberwindbaren Hindernisse dar – ist mit der permanenten Überwachung aus dem Weltraum eine zuverlässigere Methode gefunden? Wir geben hier eine Übersicht, was Handy- und Satellitenortung bewirken können.
  • Handy-Ortung

    Der aktuelle Standort eines Mobiltelefons lässt sich, unter bestimmten Voraussetzungen, bekanntlich lokalisieren. Also: Zweit-Handy versteckt im Auto deponieren und mit dem Handy-Provider vereinbaren, dass über ihn jederzeit eine Ortung möglich ist. Klingt einfach, hat in der Praxis aber etliche Pferdfüße:

    1) Permanent und aktiv ist eine Standortabfrage durchzuführen – wer macht das regelmäßig in den erforderlichen kurzen Zeitabständen? Somit unpraktikabel!

    2) Es gibt keinerlei aktive Benachrichtigung im Falle eines Diebstahls

    3) Problematisch in Regionen mit schlechter Netzabdeckung. Zudem ist mit Verbindungsproblemen in Tiefgaragen oder nach Verladung in abgeschirmte Transportanhänger zu rechnen.

    4) Standortbestimmung über Handy-Ortung ist keinesfalls präzise: Kann im Extremfall einen Bereich von mehreren Kilometern umfassen.

    5) Kurze Betriebsdauer: Wer denkt schon daran, das Handy alle paar Tage nachzuladen? Ok, dies könnte über eine Dauerladung über das Bordnetz gelöst werden.

    6) Schlechter Empfang: Wer sein Handy in das Handschuhfach eines (bei Oldtimern häufigen) Armaturenbretts aus Blech legt, hat meist gar keinen Empfang, da Blech die Funkwellen abschirmt.
  • Satelliten-Überwachung

    So funktioniert es: Ein GPS-Empfänger im Auto erfasst permanent und exakt den Standort. Wenn sich dieser Standort ohne Zutun des echten Besitzers ändert, gibt’s Alarm. Auch die Auslösung von Sensoren einer klassischen Alarmanlage (Rüttel-, Ultraschall-, Radar- oder Glasbruch-Sensor) kann auf diese Weise gemeldet werden. Ebenso werden vielfach das Abklemmen der Starterbatterie, Türöffnung und anderes erkannt.

    Die Übertragung des Alarms aus dem Auto erfolgt über Mobilfunk (mittels GSM-Modul). Sie geht an den Oldtimer-Eigentümer direkt oder an Alarm-Zentralen, die ggf. eine Verfolgung des Fahrzeugs (anhand laufend gemeldeter Ortungsdaten) veranlassen oder aber die Polizei benachrichtigen. Die Methode macht Sinn – allerdings auch hier mit der Einschränkung, dass ein Fahrzeug in Bereichen ohne Empfang eines Mobilfunknetzes nicht immer lückenlos erfasst werden kann.

    Die Kosten für diese Systeme liegen zwischen 300,- und 1.200,- Euro – zuzüglich Einbaus. Sowohl bei Alarmauslösung als auch bei routinemäßiger Abfrage des Standortes durch den Benutzer fallen Telefon-Gebühren an, ggf. auch noch Kosten aus dem Vertrag mit einer rund um die Uhr besetzten Alarmzentrale.

    Von tragbaren Lösungen (sogenannten „GPS-Trackern“) ist zumindest bei Verwendung im Oldtimer abzuraten. Sie können eigentlich nirgendwo im Auto (verborgen) so positioniert werden, dass ein störungsfreier Kontakt zu den GPS-Satelliten sowie zum Mobilfunknetz erhalten bleibt. Ein Festeinbau beinhaltet zwei (versteckt angebrachte) Antennen für GPS und Mobilfunk (GSM) sowie eine Stromversorgung über die Autobatterie (ggf. mit zwischengeschaltetem Spannungswandler bei 6V-Anlagen). Eine Notstromversorgung ist meist im Gehäuse der Satelliten-Alarmanlagen bereits integriert.

    Die Überwachung via Satellit als Lösung aller Probleme? Realistisch betrachtet, kann sie einen Diebstahl nicht verhindern – sie verbessert aber die Chancen, ein entwendetes Auto noch zeitnah aufzuspüren, vielleicht gerade rechtzeitig, bevor sich Kriminelle ans Zerlegen machen.

    Grundsätzlich gilt aber nach wie vor die alte Regel: Das Auto – soweit möglich – nicht unbeaufsichtigt zu lassen.


  • Anbieter

    Folgende Firmen befassen sich mit der Fahrzeugüberwachung via Satellit (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

    Cobra Connex, Cobra Deutschland, Proco GmbH, Buschurweg 4, 76780 Kandel, 0 72 75/ 91 32 40, Fax 0 72 75/91 32 75, www.cobraconnex.de

    Dolphin alarm, Ampire, Langwadener Straße 60, 41516 Grevenbroich, 0 21 81/8 19 55 – 0, Fax 0 21 81/8 19 55 – 55, www.ampire.de

    Retrosat, Eureca Services, Mallaustraße 75, 68219 Mannheim, 0 18 03/00 13 93, Fax 0 18 03/00 13 94, www.retrosat.de

    Skylab, Car Guard Systems, Hartmannstraße 5, 44147 Dortmund, 02 31/8 80 84 00, Fax 02 31/ 88 08 40 20, www.carguard.de

    Spin SAT, BI automotive, Karl-Hass-Straße 26, 53859 Niederkassel, 0 22 08/94 63 – 0, Fax 0 22 08/ 7 27 47, www.bi-automotive.de

    V-tron GmbH, Rathausufer 22, 40213 Düsseldorf, Tel. 0800-2356227, www.v-tron.de

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