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36. Internationale Ibbenbürener Motorrad-Veteranen-Rallye



World Motoring Heritage Year 2016
Der Oldtimer-Weltverband FIVA feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen – und die 36. Int. Ibbenbürener Motorrad-Veteranen-Rallye durfte mitfeiern. Als einzige deutsche Motorrad-Oldtimer-Veranstaltung gehörte sie am Pfingstwochenende zum „World Motoring Heritage Year 2016“ (Internationales Jahr des motorisierten Kulturerbes) der FIVA, das unter dem Patronat der UNESCO steht.

Vielfalt an Motorrädern 
ADAC Klassik-Referent Prof. Dr. Mario Theissen – der zugleich FIVA-Vizepräsident ist – hatte die Schirmherrschaft über die Ibbenbürener Rallye übernommen. „Es gibt hier eine Vielfalt die sonst nirgendwo zu sehen ist“, lobte Theissen, „und das Besondere ist, sie sind alle in Bewegung, in voller Fahrt.“ Und Jos Theuns, der als weiterer FIVA-Vizepräsident nach Ibbenbüren gekommen war, schrieb anschließend auf der FIVA-Homepage: „Jeder, der sich für Vorkriegsmotorräder interessiert, sollte die nächste Ibbenbürener Veteranenrallye auf seiner Agenda notieren“. 

Motorräder ab Baujahr 1902 
Die Begeisterung von Theissen und Theuns kommt nicht von ungefähr. Rund 300 Motorräder waren diesmal in Ibbenbüren am Start, die allermeisten aus der Vorkriegszeit. Älteste Fahrzeuge im Feld waren zwei Laurin & Klement, Baujahr 1902 und 1903. Die Namensgeber Václav Laurin und Václav Klement hatten 1895 in Mladá Boleslav (Böhmen) eine Fahrradfabrik gegründet, aus der später die Marke Skoda hervorging. Werner Stockmann aus dem ostwestfälischen Stemwede bildete mit seiner Progress aus Berlin-Charlottenburg das älteste Fahrer-Motorrad-Gespann, denn die Progress wurde 1905 gebaut und ihr Fahrer hat Baujahr 1934. Macht zusammen 193 Jahre. 

Fahrer ab Baujahr 1933 
Damit war Stockmann keineswegs der älteste Fahrer der Ibbenbürener Veteranenrallye. Bei drei Herren steht ein früheres Geburtsdatum im Pass: Preben Baeklev aus Dänemark war mit 83 Jahren der Älteste, gefolgt von Jaap Bosma aus den Niederlanden und Hinrich Rypke aus Kölln-Reisiek, der prompt den Gleichmäßigkeitslauf über 2100 Meter auf der Aschebahn des Ibbenbürener Stadions gewann. 

Ein besonderer Geburtstag: Erster Start zum 16. 
Der jüngste Teilnehmer der Rallye hingegen war erst 15 bzw. 16 Jahre alt. Geht’s genauer? Ja! Am Samstag war Niclas-Alexander Lukasik aus Wernigerode noch 15 und musste auf dem Sozius seines Vaters Uwe Platz nehmen. Am Pfingstsonntag hatte er seinen 16. Geburtstag und durfte selbst fahren. Sowohl Baeklev als auch Lukasik jun. bekamen von Prof. Theissen den Aufkleber zum FIVA-Jubiläumsjahr persönlich überreicht. Alle andere Teilnehmern fanden ihn in ihren Fahrtunterlagen.

Markenvielfalt steht auf dem Programm 
Zurück zu den Motorrädern. Über 70 Marken waren am Start, darunter natürlich alle großen Vorkriegsmarken wie BMW, NSU, DKW, Indian, Harley, Triumph, Terrot, Douglas oder Nimbus. Doch den Reiz machen die unbekannten Typen aus. Zum sechsten Mal war Peter Patz aus Zeithain bei Dresden dabei. Der Leiter des dortigen Feuerwehrmuseums mit 250 Fahrzeugen fährt eine Universelle ZIIIb, Baujahr 1927. Eines von weltweit zwei bekannten Exemplaren. Gefunden im Jahr 2000 als Haufen Schrott in ein Schuppen, der nur vier Wochen später abbrannte. Rettung in letzter Minute und innerhalb von fünf Jahren liebevoll restauriert – anhand eines einzigen Fotos, denn Unterlagen gab es nicht mehr. 

Seltene Motorradmarken am Start 
Ähnlich sieht es mit der Satorius, Baujahr 1923, von Burkhard Pollmüller aus Gütersloh aus. Deren Restauration dauerte über zehn Jahre, weil sich selbst über die unendlichen Weiten des Internets und seiner Foren kaum brauchbare Informationen auftreiben ließen. Oder wer kennt schon Monet & Goyon, eine französische Marke, die wie ein Champagner klingt. Gleich zwei dieser Motorräder aus den Baujahren 1923 und 1926 konnten die Zuschauer in Ibbenbüren bewundern. Mit Baujahr 1933 etwas jünger war die Moser de Luxe OHV, die Rolf Steiner aus Lupfig in der Schweiz in jedem Jahr mit an den Teutoburger Wald bringt. Selbst in seinem Heimatland ist diese Motorrad inzwischen sehr selten. Dass es aus der Alpenrepublik kommt, ist dagegen unverkennbar: Neben dem Tachometer gibt es links eine schöne große Uhr. 

Wer die diesjährige Veteranenrallye verpasst hat, sollte dem Rat von Jos Theuns folgen und schon jetzt den 2. bis 5. Juni 2017 dick in den Kalender eintragen. 

Text: Gregor Mausolf, Fotos: Matthias und Gregor Mausolf

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