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ADAC Klassik vertritt Interessen seiner Oldtimer fahrenden Mitglieder im Bundestag


Über 60 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und den Medien trafen sich am 6. Oktober 2014 im Berliner Paul-Löbe-Haus, um über aktuelle oldtimerspezifische Themen zu diskutieren. Der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut (PAK) unter dem Vorsitz von MdB Carsten Müller (CDU) trifft sich zu diesem Zweck zweimal pro Jahr. Der ADAC als größter Automobilclub Europas vertritt dabei seit der Gründung des Kreises im Jahr 2009 die Interessen seiner Oldtimer fahrenden Mitglieder auf bundespolitischer Ebene.

  • Parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche, MdB unterstützt die Oldtimerszene
    So standen zwei aktuelle Themen auf der Agenda, die der ADAC Klassik besonders am Herzen lagen: Eine klare und einheitlich gültige Definition des Begriffs „Youngtimer“ sowie der mögliche Erhalt des DB Autozug, dessen Angebot aus wirtschaftlichen Gründen immer weiter reduziert wird. Zunächst stellte sich jedoch Katherina Reiche, MdB und Parlamentarische Staatssekretärin, erstmals dem Parlamentskreis vor und bekundete ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Interessen der Oldtimerszene. 
    Insbesondere plädierte Reiche für eine verbesserte Kommunikation mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Eine Ausnahmeregelung zum Sonntagsfahrverbot für historische Lkw und Nutzfahrzeuge, eine mögliche Änderung der Regelung für Wechselkennzeichen.  Zum Thema  „Pkw-Maut“ teilte Staatssekretärin Reiche mit, dass noch keine Details festgelegt sind, aber der Grundsatz bestehe, Deutsche Autofahrer mit der Einführung einer „Maut“ nicht schlechter zu stellen als vorher – und dieser Grundsatz gelte auch für Oldtimer-Fahrzeuge. 

  • Arbeitsgruppe soll Definition für Youngtimer erarbeiten
    ADAC Klassik regte in einer Präsentation über unterschiedliche Bedeutungen des Youngtimer-Begriffs an, eine Arbeitsgruppe zu gründen. Eine klare Definition sei überfällig, da der Begriff einen zu großen Spielraum für den Übergang vom Gebrauchtwagen zum Klassiker lasse. Beim Begriff „Youngtimer“ wird oftmals ein unterschiedliches Mindestalter genannt, welches sich zwischen 12 und  30 Jahren bewegt, was zu Verwirrung und Missverständnissen führe. Die Besitzer von Youngtimern wünschen sich laut ADAC Klassik einen verbindlichen Rahmen im Zulassungsrecht und bei Versicherungen. Mehr als 15 Interessenten meldeten sich, um gemeinsam bis zur nächsten Sitzung des PAK eine Definitionsvorlage zu erarbeiten.

  • Autozug der Deutschen Bahn vor dem Aus?
    In einer weiteren Präsentation stellte ADAC Klassik die Problematik der wirtschaftlichen Situation des DB Autozug und eine weitere Einschränkung des zukünftigen Streckenangebots dar. Die Vorteile, die das Transportmittel nicht nur für Teilnehmer von Oldtimerveranstaltungen habe, seien u. a. Reduzierung des Materialverschleißes, Schonung der Umwelt und Vermeidung von Stress. Matthias Birkwald, der als MdB der Fraktion Die Linke an der Sitzung teilnahm, berichtete über den Vorstoß seiner Partei, der sich abzeichnenden Einstellung des DB Autozug-Betriebs entgegenzuwirken. Ein Antrag der Fraktion unter der Überschrift „Rückzug der Deutschen Bahn AG bei Nacht- und Autoreisezügen stoppen – Nachhaltige Reisekultur in Europa fördern“ (Drucksache 18/2494) liegt der Bundesregierung bereits seit September vor. Der ADAC stieß mit seinem Appell bei einigen Teilnehmern des Expertengremiums auf offene Ohren: fünf weitere Petitionen wenden sich derzeit gegen die Einstellung des Nachtreise- und Autozugverkehrs.

  • Automobiles Kulturgut sucht Anerkennung bei der UNESCO
    Eine weitere Arbeitsgruppe wurde von Carsten Müller und Martin Halder (Koordinator PAK) initiiert, um sich mit dem Thema Automobiles Kulturguts als Immaterielles Kulturgut zu befassen, um damit eine Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe zu erreichen. 

  • Nachteile für Oldtimerfans durch Änderungen beim Kurzzeitkennzeichen
    Nach Vorstellung der Nutzfahrzeugsammlung „alga“ durch Erwin Bölling diskutierten die Oldtimer-Experten unter dem letzten Tagesordnungspunkt über anstehende Änderungen im Bereich des Kurzzeitkennzeichens, die in einer  Zweiten Verordnung zur Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung geregelt werden sollen. Die  Änderungen zielen darauf, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und bisheriges Missbrauchspotential bei der Verwendung von Kurzzeitkennzeichen einzudämmen. Oldtimer-Liebhabern könnte dadurch aber die Überführung eines neu erworbenen Schmuckstücks erschwert werden. Die Mitglieder des PAK werden sich mit dem Thema und den Auswirkungen auf den Einsatz von klassischen Fahrzeugen befassen. Die nächste Sitzung des PAK wird am 2. März 2015 stattfinden.


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