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Youngtimer – Lancia Delta HF Integrale

Der Rallye-Sieger für den Alltag


Der Lancia Delta kannte kaum echte Gegner in der Rallye-Meisterschaft von 1987 bis 1992 und auch auf der Straße war der Lancia Delta Integrale eine Klasse für sich.

«Lancia Delta Integrale», wenn man es ausspricht, klingt es wie Musik. Und wunderbar italienisch. Und kaum einer kann sich nichts unter dieser Bezeichnung vorstellen, denn von 1987 bis 1992 war der Delta in der Rallye-Weltmeisterschaft das Maß der Dinge und fast unschlagbar.

Auf Umwegen zum Rallye-Star

Bereits 1979 war der Lancia Delta offiziell vorgestellt werden. Seine Technik basierte teilweise auf dem Fiat Ritmo, optisch trug er aber eine komplett andere Handschrift, denn Giugiaro hatte die Linienführung entworfen und sich dabei am Konzeptfahrzeug Maserati Medici orientiert. Der Delta war kantig und wies als eines der ersten Straßen-Autos überhaupt lackierte Stoßfänger auf. Als Auto des Jahres 1980 erhielt der Lancia Delta viel Anerkennung, sportliche Ambitionen fehlten zu jenem Zeitpunkt noch. 1982 aber steigerte man die Leistung auf 105 und ab 1983 mit Turbo-Einsatz auf 130 PS. Und ab Herbst 1986 sorgten permanent angetriebene Hinterräder, die sich zu den bis anhin alleine für die Kraftübertragung zuständigen Vorderräder gesellten, für noch mehr Vortrieb. Mit 1995 cm3 und 185 PS war der kleine Delta (Länge 3,9 Meter) ein richtiger Kraftprotz. Und genau das richtige Auto zum richtigen Moment.

Aus B wird A

Denn Ende 1986 mussten Audi, Lancia, Peugeot, MG/Rover, Ford, etc. ihre Gruppe-B-Rallye-Autos einmotten, da man sie für zu kräftig und gefährlich befand. Ab 1987 wurde die Rallye-Weltmeisterschaft in der Gruppe A ausgerichtet und um teilzunehmen war der Nachweis von 5000 und nicht wie vorher 200 produzierten Autos nötig. Entsprechend serienmäßig und massentauglich kamen diese Autos denn auch daher und keiner war besser vorbereitet als Lancia mit dem vierradangetriebenen Delta. 
Bei der Premiere an der Monte Carlo Rallye fuhren Biasion und Kankkunen einen Doppelsieg nach Hause, Walter Röhrl verlor im Audi 200 Quattro satte vier Minuten auf das Lancia-Duo. 
Und so ging es weiter, neun Siege reichten zum Gewinn der Fahrer- und der Markenmeisterschaft. Im Hintergrund sorgten derweil die Ingenieure von Abarth dafür, dass die Führungsposition über Jahre gewahrt werden konnte. 

Evolution zum Integrale

An der IAA im Herbst 1987 stellte Lancia den Delta HF Integrale vor, der mit ausgestellten Kotflügeln Platz für größere Räder schaffte. 185 PS leistete der Zweiliter-Turbomotor mit zwei Ventilen pro Zylinder. Knapp 18 Monate später wurde am Genfer Autosalon aus dem Achtventiler ein Sechzehnventiler, satte 200 PS wurden nun mit Priorität zur Hinterachse (53%) geführt. Die Motorhaube musste angepasst werden, damit der quergestellte Frontmotor mit Ladeluftkühler Platz hatte. 
Der Integrale war ein fahrdynamisches Meisterstück. 6.7 Sekunden reichten der 47.900 DM teuren 16V-Version für den Sprint auf 100 km/h. «Wer fahrdynamische Qualitäten in den Vordergrund seiner Kaufüberlegungen stellt, der nimmt besser ... den Delta», schrieb Werner Schruf in der Zeitschrift AMS über die 16V-Variante nach einem Vergleich mit dem VW Golf Rallye. 

Bis heute beliebt

Der Ruhm der Rallye-Erfolge wirkt bis heute nach, der fast 38.000 Mal gebaute Lancia Delta HF Integrale erfreut sich einer großen Fangemeinde, was die Preise vergleichsweise hoch hält. «Normale» HF Integrale kosten in guten Zustand deutlich über 20.000 Euro, die raren Evolutionsmodelle wechseln den Besitzer schnell einmal für das Doppelte oder Dreifache dessen. Der Käufer erhält dafür ein Spaßgefährt, dem es an Alltagsqualitäten und Nutzwert nicht fehlt, womit sich der Integrale als Gegenstück zum BMW M3 positioniert. 

Weitere Informationen und viele Bilder zum Lancia Delta HF Integrale finden sich auf www.zwischengas.com

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Definition Youngtimer

Im Rahmen des Parlamentskreis Automobiles Kulturgut (PAK) hat sich 2015 eine Arbeitsgruppe mit dem Begriff des Youngtimers befasst. Die Arbeitsgruppe empfiehlt nachfolgende Definition, die in
der Kommunikation, bei statistischen Auswertungen, in der Marktforschung, bei Veranstaltungen, bei Versicherungen und künftig gegebenenfalls auch in der Gesetzgebung eingesetzt werden kann:


Youngtimer-Fahrzeuge sind Fahrzeuge, die

  • vor mindestens 20 Jahren, jedoch vor weniger als 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind,
  • weitestgehend dem Originalzustand entsprechen,
  • in einem guten Erhaltungszustand sind und 
  • zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.

Die Arbeitsgruppe Youngtimer des PAK ergänzt diese Youngtimer-Definition mit folgenden Erläuterungen:


Youngtimer-Fahrzeuge

  • sind Liebhaber-Fahrzeuge
  • werden intensiv gepflegt und gewartet
  • haben in der Regel geringe Jahres-Laufleistungen
  • werden in der Regel in der Freizeit genutzt
  • haben einen guten Erhaltungszustand
  • sollen für künftige Generationen bewahrt werden
  • bei Erreichen der 30 Jahres Grenze kann ein Youngtimer zum Oldtimer werden

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