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Damals und heute - 40 Jahre Veterama


Es war eine Idee, die bei einem gemütlichen Abend begann.
Walter Metz war ein begeisterter Motorrad Sammler und ich hatte meine Sammelleidenschaft auf 4-rädrige Fahrzeuge mit dem silbernen Stern gerichtet.

„Man müsste mal Leute zusammenbringen, die Teile im Keller, in der Garage, in Scheunen und Schuppen liegen haben, die andere Leute brauchen können um ihre Fahrzeuge zu restaurieren.“ Das war im Jahr 1975.
Wir luden unsere Freunde aus der 2- und 4-Rad-Szene nach Mannheim in eine alte Holz-Halle, die noch aus den 30iger Jahren stammte, ein. 
Diese alte Kannenberg Halle hatte den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden.

Zwei Jahre lang nannten wir unsere Idee „Mannheimer Fugger“. Zwei Jahre lang ging das auch gut. Am Anfang waren es rund 40 Austeller und weniger als 1.000 Besucher, die zu unserem „Mannheimer Fugger“ kamen. Im zweiten Jahr hatte sich das ganze schon verdreifacht. Der „Mannheimer Fugger“ hatte sich inzwischen herumgesprochen. Sogar bis nach Augsburg. Von dort kam dann auch prompt ein eindringliches Schreiben der Anwälte von den Gräflich Fuggerschen, die ihren würdigen Namen durch unseren Veteranen Markt entwürdigt sahen und auf Unterlassung bestanden. So wurde aus dem Veteranen Markt Mannheim „VETERAMA“.
Die kleine „Kannenberg Halle wurde zu klein und wir zogen in die riesige „Merohalle“ um, die als Hinterlassenschaft aus der Bundesgartenschau im Jahr 1975 auf dem alten Maimarktgelände stand.
Riesig war diese Halle. Rund zehnmal so groß wie die alte Holzhalle. Ich erinnere mich, dass ich damals kurz vor dem VETERAMA – Termin alle Austeller angerufen habe; mit der Bitte ihre Stände so groß wie möglich aufzubauen. Und tatsächlich wurde diese 10.000 qm Halle voll. Sogar auf dem umliegenden Freigelände bauten noch einige Händler Ihre Stände auf.

VETERAMA wurde in jedem Jahr größer und zunehmend internationaler. Händler und Besucher aus ganz Europa kamen in die „Benz Stadt Mannheim“.
Ein großes Ereignis war es auch, als im Oktober des Jahres 1980 zur VETERAMA das 1. Heft der Zeitschrift Markt erschien. Das Deckblatt zierte der Stempel „Erstausgabe zum Veteranenmarkt 1980 Mannheim“. Mein Freund Bernd Bonello hatte es also wahr gemacht. Eine Oldtimer Zeitung für die Schrauberszene sollte es sein. Wenn man heute den Kleinanzeigenteil dieser Erstausgabe liest, traut man seinen Augen kaum.
Mercedes Benz 170 OTP ohne Rostschäden 8500,- DM, BMW Isetta 2 Stück und jede Menge Teile für 3500,- DM, Borgward Isabella für 3000,- DM. Damals hätte man zuschlagen sollen.
Als der Mannheimer Maimarkt als größte Regional Ausstellung vom alten Standort auf ein großes Gelände etwas außerhalb der Stadt umzog, zog auch VETERAMA um. Im 1. Jahr noch etwas provisorisch in großen Zelthallen, die von einem riesigen Freigelände umgeben waren. Doch als die Bauarbeiten an der neuen Maimarkthalle im Jahr 1989 beendet waren, hatte VETERAMA neben dem Freigelände auch wieder ein festes Dach über seinen Händlern.

In dieser Zeit entstand in der Szene der Wunsch nach einer 2. VETERAMA im Frühjahr, damit man sich auch vor der Oldtimer-Saison mit Ersatzteilen versorgen kann. Das Gelände rund um die Friedrich Eberthalle wurde für lange Zeit im Frühjahrstreffpunkt für Schrauber und Sammler mit dem berüchtigten schwarzen Rand unter den Fingernägeln.

Nun ist vieles anders geworden. Autos, die damals als Neuwagen in den Verkaufshäusern der Hersteller standen, sind zu begehrten Oldtimern geworden. 
Schilder an den Ständen der Motorrad – Händler mit dem Hinweis „ Japanschrott nein Danke“ sind längst verschwunden.
Fahrzeuge und Teile, die lange Zeit hinter dem „eisernen Vorhang standen, wieder an´s Licht.
Die jungen Wilden, die am Anfang noch langhaarig hinter ihren Verkaufstischen standen, sind in Ehren ergraut. Mein damaliger 2 Rad Partner Walter Metz ist inzwischen verstorben, aber ich hoffe doch, dass er da oben ein geeignetes Gefährt gefunden hat, um die „Milchstraße“ unsicher zu machen. 
Aber bei allem Wandel ist Veterama stets das geblieben als was es einmal gedacht war: Der Veteranenmarkt für die Szene, für die Oldtimer, nicht nur Geldanlage sind, sondern Erinnerungsstücke an die gute alte Zeit als Motorräder noch eine preiswerte Möglichkeit waren, um zu seinem Arbeitsplatz zu kommen, als Autos noch „Kraftwagen“ waren, für die man durchaus auch etwas Oberarmumfang benötigte, um das Lenkrad zu bewegen und als Menschen, die solche Gefährte reparierten, noch „Autoschlosser“ hießen. 

40 Jahre Veterama. Das wollen wir feiern. In Erinnerung an all die schönen Veterama Jahre, die jetzt hinter uns liegen. Und als Start in hoffentlich noch viele schöne Jahre, die wir mit unserem Hobby noch vor uns haben. 
 
Winfried Seidel, Geschäftsführer der Veterama GmbH

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