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Fahrzeuge und ihre Spitznamen

Porsche 917/20, die „Sau“


Der Porsche 917 dominierte ab 1969 die Sportwagen-Weltmeisterschaft. 1970 holten Hans Hermann und Richard Attwood damit erstmals für Porsche den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Der „Weiße Riese“ wurde der 917 aufgrund seiner Ausmaße genannt. 1971 optimierten die französischen Spezialisten von SERA ein Exemplar des 917 aerodynamisch, um in Le Mans damit die magische 400 km/h-Marke zu knacken.

Etwas verquollen wirkte diese Version 917/20, die so breit war, dass sie auf keinen regulären Anhänger mehr passte. Wie eine fette Sau sähe er aus, lästerte Porsche-Designchef Anatole Lapine, wie eine fette Sau, die aufs Fressen warte. In Anspielung daran lackierte man den Boliden kurzerhand in einem saftigen Schweinchenrosa, auf das wie beim Metzger die Partien vom Rüssel über die Hüfte bis zum Kringelschwanz gesetzt wurden. Das Einzelstück schied im Rennen leider aus, war bis dahin aber das gefundene Fressen für die Fotografen in der Rennsaison 1971.

Mitte der Sechziger Jahre hatte Porsche im Rennsport mit unzähligen Siegen eine Menge erreicht. Allerdings fehlte den Zuffenhausenern noch das ganz große Ding: Ein Gesamtsieg in der größten Klasse der Sportwagen.
Ferdinand Piëch, der 1937 geborene Enkel von Ferdinand Porsche, leitete nach seinem Ingenieursstudium ab 1965 bei Porsche die Entwicklungsabteilung. In Stuttgart scheute man in diesen Jahren die großen Investitionen im internationalen Geschäft. 1962 erst hatte man einen kurzen Ausritt in die Formel 1 beendet, obwohl Dan Gurney mit dem Typ 804 sogar Siege eingefahren hatte.
Ferdinand Piëch nutzte schließlich jedoch eine Lücke im Reglement der Sportwagen-Prototypen und entwickelte 1968 aus dem Spyder 908 gemeinsam mit Anatole Lapine den 917. Der V-12 mit um 180 Grad versetzten Zylinderbänken wie beim Boxer, der als luftgekühlter Mittelmotor zur Verwendung kam, war eine Schöpfung von Hans Mezger, der auch den Motor des 911 konstruiert hatte. 1970 und 1971 erreichte Porsche mit dem 917 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, was die Sportwagenbauer aus Zuffenhausen endgültig in die Weltspitze katapultierte. Allerdings gab Ferdinand Piëch später zu, dass dieses Projekt das riskanteste seiner Karriere gewesen sei. Nach erneuten Änderungen im Reglement wurde der 917 nur noch in der der amerikanischen CanAm-Serie eingesetzt, wo er, mittlerweile mit rund 1000 PS, 1972 ebenfalls den Titel holte. Mit der Ölkrise ab 1973 ging diese erfolgreiche Episode für Porsche zu Ende.      

Text und Foto: Achim Gandras

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