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Fahrzeuge und ihre Spitznamen

Ford Escort Mk.1, der Hundeknochen


Manchmal sind die Dinge ganz einfach. Ein Käfer ist ein Käfer, weil er eben mit seinem runden Rücken dem Krabbeltier ähnelt, ein Austin Baby ist so klein wie ein Säugling und den Hundeknochen trägt der Ford Escort Mk.1 eben im Gesicht. Ein schmaler Grill, der sich um die Scheinwerfer so aufweitet, dass der Umriss einem Knochen ähnelt. Der Hundeknochen-Escort ist auf den zweiten Blick ein spannendes Auto mit großer Renngeschichte, gebaut von 1967 bis 1974.

Kennen Sie den Ford Anglia? Vielleicht haben Sie mal einen bei Harry Potter gesehen, denn die rothaarigen Weasleys fliegen mit einem blauen Exemplar durch die Gegend, um den Zauberlehrling abzuholen. Ansonsten ist das skurrile Modell 105E mit seiner nach innen stehenden Heckscheibe in Deutschland etwa so selten wie ein quergestreiftes Maiglöckchen.

1967 sollte der Ford Anglia einen Nachfolger im Britischen Königreich bekommen, der dann, bei uns ohne Vorgänger, auch auf dem deutschen Markt erschien.
Schlicht kam er daher, mit stabilen Unterzügen, einer Starrachse an Blattfedern hinten und einem   Grauguss-Stoßstangen-Motor Marke „Ford Kent“, von 1100 bis 2000 ccm Hubraum. Einfach und leicht, war er aber zugleich auch ein gefundenes Fressen für die Tuner, denn mit dem großen Baukastensystem des Ford-Konzerns war manches Wunder im Karton.

Der RS 2000 wurde ab 1973 zum serienmäßigen Pistenschreck, aber noch viel heißer waren die englischen 1600er aus Boreham, mit Vierventil-Zylinderkopf und einer Leistung von deutlich jenseits der 100 PS. Noch heute kann man im historischen Rennsport erleben, wie diese frisierten „Brot- und Butter-Autos“ den dicken Boliden fast spielerisch um die Ohren sausen.
Dazu allerdings werden die hinteren Blattfedern oft nur noch durch Spannriemen imitiert, wohingegen im Heimlichen ein glashartes Schraubenfedernfahrwerk seinen Dienst verrichtet.

Jedenfalls war der Escort Mk.1 höchst erfolgreich im Renn- und vor allen Dingen Rallyesport, und bis heute ist er im historischen Motorsport ein echter Pistenschreck mit konstanter Chance auf das Treppchen.
Der Ford Escort Mk.1, gebaut bis Herbst 1974, ist ein echter Klassiker, vor allem in den Sportversionen, klar. Mit seiner englischen Herkunft samt Kent-Motor allerdings hat er an allen möglichen und unmöglichen Stellen Zollschrauben verbaut, die gerne mal den unbedarften Schrauber in den Wahnsinn treiben. Aber das ist Nebensache, denn die aufgeräumte und fast spartanische Konstruktion bereitet ansonsten sehr viel Freude.

Bild: Unschwer zu erkennen, woher der Spitzname stammt: Der Ford Escort Mk.1 trägt den Hundeknochen als Zierde im Gesicht.

Text und Foto: Achim Gandras

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