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Fahrzeuge und ihre Spitznamen

Borgward B 511, der Alligator


Eigentlich war er doch ein ganz friedliches Modell, der Borgward B 511 Kleinlaster, der 1954 auf den Markt kam und den bisherigen B 1500 ablöste. Und besonders viel gefressen hat er auch nicht, schon gar nicht mit dem genügsamen 1800ccm-Dieselmotor aus dem PKW-Modell Hansa, der ersten deutschen Nachkriegskonstruktion mit moderner Ponton-Karosserie. Aber seine markante  Schnauze brachte ihm dennoch einen gefräßigen Spitznamen ein, den ein jeder Borgward-Fan bis heute kennt: der Alligator.

Carl Borgwards erstes Automobil war bereits ein kleines Lastendreirad, der „Blitzkarren“ von 1924. Die Mitarbeiter hatten ein solches Gefährt für den Betrieb in seiner „Bremer Kühlerfabrik Borgward & Co.“  gefordert, und Borgward hatte gleich weiter gedacht und das daraufhin konstruierte 2,2 PS-Dreirad in Serie gebaut. Schon 1927 verließ der 1000. Blitzkarren die Fabrik, ein echter Erfolg. Es folgte der Goliath Rapid, ein Vorderlader mit fünf Zentnern Zuladung. Die Geschäfte liefen gut, und 1929 gelang es Borgward gemeinsam mit seinem Partner Wilhelm Tecklenborg, die Aktienmajorität an der angesehenen, aber angeschlagenen Hansa-Lloyd AG zu übernehmen. Um den Laden wieder in Schwung zu bringen, wandte man sich vom bisherigen Bau von Luxusautomobilen ab und setzte allein auf die sehr etablierte LKW-Produktion. Sie sollte eine große Sparte bei Borgward bleiben, bis zum plötzlichen Ende der Firma im Sommer 1961.

Der hier gezeigte „Alligator“ war auch im Export ein Erfolg. 1600 kg Nutzlast, dazu die legendären Motoren von Oberingenieur Karl Ludwig Brandt, der alle wichtigen Borgward-Maschinen der Nachkriegszeit konstruiert hat: Hansa, Isabella und P 100, außerdem alle Rennmotoren. Die liefen, die Dinger! Nach dem Ende von Borgward ging Brandt zur Hanomag und modernisierte dort den Motorenbau.

Text und Foto: Achim Gandras

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