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Oldtimer in Österreich

Einstellungen zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung


Der österreichische Oldtimer-Verband hat kürzlich die Studie  "Einstellungen zu historischen Fahrzeugen und sozioökonomische Bedeutung" vorgestellt.


Hintergrund der Studie
Die Freunde historischer Fahrzeuge werden mehr, die Szene im Oldtimer- und auch im Youngtimer-Bereich ist lebendig, blüht und gedeiht. Das Erbe und der kulturelle Aspekt des rollenden Kulturgutes waren eine wichtige Basis für die nähere Befassung mit diesem Thema. Auch war die Daten- und Faktenlage zum Thema „Oldtimer in Österreich vor der Erstellung der vorliegenden Studie weder umfassend noch durchgängig erfasst. Es war daher höchste Zeit eine solide einheitliche Datenbasis zum österreichischen Markt für historische Fahrzeuge für alle in die aktuellen und zukünftigen Themen und Diskussionen eingebundenen Zielgruppen wie Fahrzeughalter, Clubs, Verbände, Öffentlichkeit, Medien, Behörden, Politik und internationale Kontakte zu schaffen.

Zielsetzung
Die Zielsetzung war den Österreichischen Markt für Historische Fahrzeuge in seiner Gesamtheit zu erheben und zu befragen um Daten und Fakten zum Thema bei BesitzerInnen und Freunden historischer Kraftfahrzeuge in Österreich zu erarbeiten. Neben einem repräsentativen Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung zu diesem Thema, wurden allgemeine Nutzungsdaten, Fahrzeugdaten, Soziodemografie, Bestandsdaten, Versicherung, Ausgaben, Zukunftserwartungen etc. bei BesitzerInnen von Oldtimern und zu deren Fahrzeugen erhoben. Die Befragung wurde auch bei Opinionleadern, Clubrepräsentanten sowie Wirtschaftsbetrieben aus dem Segment „Klassische Fahrzeuge“ durchgeführt um die wirtschaftliche Bedeutung und Umwegrentabilitäten zu quantifizieren.

Ergebnisse 

An die 2.700 OldtimerbesitzerInnen haben bei der Onlinebefragung mitgemacht. 50 Clubrepräsentanten und 100 Unternehmen wurden befragt. Im Rahmen der Repräsentativstudie wurden weitere 400 Interviews mit ÖsterreicherInnen zum Thema geführt.

Die Ergebnisse waren aufschlussreich und zeigen die Bedeutung und die Wirtschaftskraft der Oldtimer Szene in Österreich. Im Folgenden nur einige Highlights.

Herr und Frau Österreicher lieben Oldtimer. 59% oder 4,2 Millionen freuen sich, wenn sie einen Oldtimer auf der Straße sehen. 64% sehen Oldtimer als Kulturgut an, das erhalten werden soll und knapp 100.000 Österreicher besitzen einen historischen PKW oder ein Motorrad. Wir sprechen in etwa von 3,7 Milliarden Euro Bestandswerten, die in Österreich in privaten Händen mit Freude gehegt und gepflegt werden um auch zukünftigen Generationen die Geschichte der Mobilität vor Augen führen zu können. Oldtimer sind Zeitzeugen der Geschichte der Mobilität und als solche auch in Zukunft auf Österreichs Straße zu erhalten. Die Erhaltung der Oldtimer soll nicht erschwert, sondern erleichtert werden.

Der typische OldtimerbesitzerIn ist zwischen 40 und 60 Jahren alt, zu 94% männlich und fährt im Jahr mit seinem Gefährt unter 1000km, mit dem Motorrad unter 500km. Wir sprechen von einem zahlenmäßigen Bestand an historischen Automobilen in Relation zum Gesamtbestand von 2,2%. Die Laufleistung der Oldtimer liegt anteilsmäßig um die 0,2% aller gefahrenen Kilometer in Österreich. Historische Fahrzeuge werden selten, achtsam und vorsichtig benutzt.

Die beliebteste Marke ist VW. 35% aller historischen Fahrzeuge sind „historisch“ typisiert. Der durchschnittliche Wert des historischen Automobils in Österreich liegt bei rund 23.000 Euro, bei Motorrädern liegt dieser bei rund 5000 Euro. Etwa 40% des Bestandes der Fahrzeuge liegt bei einem Wert von unter 20.000 Euro.

Leidenschaft verbindet. Die Clubszene ist ein wesentlicher Faktor in der Erhaltung und Pflege historischer Fahrzeuge. Die Clubs stellen einen Wissenspool, eine Plattform für soziale Kontakte, gemeinsame Aktivitäten und Nachwuchspflege dar. Die Mitgliederanzahl lässt sich im Schnitt mit 100 Mitgliedern beziffern. Ein Mitgliedsbeitrag von rund 39 Euro pro Jahr ist erschwinglich, und die Vielfalt an Information und Kommunikation die Clubs ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen, sind ein wesentlicher Beitrag in der Ausübung des Hobbies. Die meisten Oldtimer-Enthusiasten stellen den Genuss in den Vordergrund.

Die Unternehmen der Branche sehe die Zukunft optimistisch, wenn gleich drohende Gesetzesänderungen, die Einschränkung in der Ausübung der Oldtimerei und Schwierigkeiten im Finden geeigneter Nachwuchskräfte doch als kritisch gesehen werden. Die Unternehmen leben primär von heimischen Kunden. 50% der Betriebe erwarten steigende Umsätze. Klein- und Mittelbetriebe, Handwerk und Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung bilden den Kern der Betriebe in der Oldtimerbranche. Die wirtschaftlichen Impulse kommen zum überwiegenden Teil heimischen Unternehmen zugute.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Oldtimerbranche in Österreich wird mit rund 690 Millionen Euro per anno berechnet und setzt sich aus den direkten und indirekten Ausgaben der BesitzerInnen und den im Inland relevanten Käufen und Verkäufen zusammen.

Gerade Tourismusregionen profitieren von den Ausgaben, die im Rahmen der vielen Oldtimer Veranstaltungen für Nächtigungen und Kulinarik getätigt werden.

Der Schulterschluss und das gemeinsame Arbeiten der Oldtimerszene in Österreich stellen die Zukunft unseres rollenden Kulturguts auf Österreichs Straßen sicher. Alle sind aufgerufen in der Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Maßnahmen, die die Erhaltung des Kulturguts Oldtimer gefährdet maßvoll die Relationen der Erhaltung von kulturellen Werten und die tatsächliche Wirkung von Beschränkungen im Auge zu behalten.

Details zur Studie finden Sie unter www.oldtimer-guide.at zum Download.


Text: Christian Schamburek



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