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Museumstipp: Traktormuseum Bodensee

Es zischt und rattert am 17. und 18. September


Zwischen Viehweiden und Apfelplantagen
Das Traktormuseum Bodensee wurde erst vor drei Jahren eröffnet, gilt heute aber schon als Besuchermagnet in der Bodenseeregion. In Uhldingen-Mühlhofen ist aus einem annähernd  verfallenen Bauernhof, inmitten von Viehweiden und Apfelplantagen, ein Museum mit Außenanlage und über 150 Traktoren aller Epochen entstanden, das ihres gleichen sucht.

Liebe zum Detail
In der gesamte Museumsanlage ist die Liebe zum Detail erkennbar. Alte Scheunentore, holzverkleidete Häuserwände, Dächer mit handgestrichenen Ziegeln, Dachrinnen aus Holz, Kopfsteinpflaster, landwirtschaftliche Geräte,  historische Werkstätten und vieles mehr versetzen den Besucher in eine längst vergangene Zeit.

Traktoren aus allen Epochen
Der Rundgang durch eine über 100-jährige Traktorengeschichte beginnt mit einem Bergmann-Versuchstraktor mit Holzrädern aus Gaggenau von 1906. In dieser Anfangszeit bis hin in die 1920er Jahren dominierten jedoch Traktoren aus Amerika, wie die Traktoren der Hersteller HartParr, Case, Minneapolis, Rumely u. a. , die natürlich in der Ausstellung bewundert werden können. In Europa wurden erst ab den 1920er Jahren Traktoren in Serie gebaut. Neben der bekannten Marke Lanz Mannheim sind aus jener Zeit Traktoren der Marken Deutz, Fiat, Citroen und Hanomag zu sehen. Die Entwicklungsgeschichte im Traktorenbau bis zum 2. Weltkrieg dokumentieren die Fahrzeuge der Marken MAN, MIAG, Fendt, Hanomag und Hürlimann. In den fünfziger Jahren schließlich schoss die Zahl der Traktorhersteller weltweit in die Höhe. Für diese Epoche stehen eine große Anzahl von restaurierten Traktoren der Marken Fahr, Allgaier, Kramer, Holder, Steyr usw. Den Abschluss des Rundgangs bilden Modellen der Marken Deutz, MF und Schlüter aus den siebziger Jahren. Viele der ausgestellten Zugmaschinen sind absolute Raritäten wie dem MWM Motorpferd oder die Stockraupe beide aus dem Jahre 1929.

Eine Etage für den Lanz
Der Marke Lanz Bulldog, die von 1921 bis 1957 in Mannheim Ackerschlepper und Traktoren baute, ist im Museum eine eigene Etage gewidmet. Neben vielen Accessoires spannt sich der Bogen der ausgestellten Fahrzeuge vom 8 PS Mops, dem  Großen Eiler bis hin zum 4016. Der große Erfolg des Bulldog lag wohl an seiner Einfachheit, Robustheit und der sagenumwobenen Zuverlässigkeit. Den Name Bulldog hat der Lanz wohl der Ähnlichkeit des ersten Motors mit dem Gesicht einer Bulldoge zu verdanken.

Patina oder restauriert?
Viele der ausgestellten Schlepper zeigen sich so wie sie einst auf den Feldern im Einsatz waren. Das macht den besonderen Flair des Museums aus. Der Besucher kann aber auch selbst entscheiden, ob er dieses Prinzip für richtig hält. Die Macher der Ausstellung haben einen top restaurierten Hanomag RL 20 neben einem „unbearbeiteten“ gestellt und fragen das interessierte Publikum bewusst: Welcher gefällt Euch besser?

Dorfrundgang
Beim Rundgang durch das Museum taucht der Besucher in ein Dorfleben wie vor 100 Jahren ein. Es geht vorbei an Werkstätten eines Schmieds, eines Schuhmachers, eines Fassmachers und eines Kutschenbauers. Alle Werkstätten sind ausgestattet mit den speziellen Geräten und Werkzeugen des jeweiligen Handwerks. Natürlich gibt es auch eine alte Schule, ein Spielwarenladen und ein Haushaltsgeschäft mit den ersten mechanischen Hilfen für den Haushalt. Wie hart die Hausarbeit in der damaligen Zeit war, lässt sich anhand der ausgestellten Haushaltsgegenstände ablesen, wie dem Bügeleisen das mit Holzkohle, Gas oder Spiritus betrieben wird oder der handbetriebene Waschmaschine.

Es zischt und rattert
Vor über 100 Jahren wurden die ersten Motoren gebaut, angetrieben mit Gas, Benzin oder Diesel. Sie dienten z.B. für Riemenantriebe in Werkstätten, zum Antrieb von Stromgeneratoren, Wasserpumpen oder Drehmaschinen. Aber wie sahen diese ersten Motoren aus? Wie funktionierten sie? Im Traktormuseum Bodensee werden nahezu 100 dieser alten Motoren am 17. und 18. September zu sehen sein. Die meisten dieser Motoren im Betrieb und – falls gewünscht – werden die Funktionsweise dieser Motoren auch erklärt. Es wird eine einzigartige Show, die im Detail den Anfang dieser Epoche der Verbrennungsmotoren zeigt. Da zischt und rattert es überall im Traktormuseum.

Jägerhof mit Biergarten
Im museumseigenen Restaurant kann der Besucher die Eindrücke der „Zeitreise“ bei gut bürgerlicher Küche und gekühlten Getränken Revue passieren lassen.

Traktormuseum Bodensee
Gebhardsweiler 1
88690 Uhldingen-Mühlhofen
Öffnungszeiten:  
            01. Mai - 30. Oktober 2016: täglich: 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr
            31. Oktober 2016 - 08.Januar 2017: Di-So: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
            Betriebsferien: 09.01.17 - 28.02.2017
          
Infos zum Museum: www.traktormuseum.de

Weitere Informationen zu Oldtimermuseen gibt es hier: www.Oldtimermuseen.de  oder www.deutsche-museumsstraße.de 

Text: Dieter Lammersdorf 
Bildquellen: Traktormuseum Bodensee

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