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Musée national de l'Automobile Collection Schlumpf


Von der Wollspinnerei zum Nationalmuseum
Die Brüder Hans und Fritz Schlumpf waren einst erfolgreiche Unternehmer und besaßen in Frankreich einige Wollspinnereien und Textilfabriken. Zwischen 1961 und 1963 kaufte Fritz Schlumpf über 200 europäische Automobile der Glanzzeit, Fahrzeuge aus Amerika interessierten ihn nicht. In den folgenden Jahren ließ er einen Teil der Hallen der Textilfabrik in Mülhausen in ein Privatmuseum umbauen. Als es 1976 zu großen geschäftlichen Schwierigkeiten kam, die Firma schließlich zahlungsunfähig wurde, 2000 Arbeiter Ihren Job verloren, flohen die Brüder in die Schweiz. Ein Jahr später öffneten die entlassenen Arbeiter das Museum für die Öffentlichkeit. Als Eintrittspreis wurde eine Spende für den Erhalt der Sammlung erbeten. 1978 wurde die Sammlung schließlich als „Monument Historique“ eingestuft, sodass die Fahrzeuge nicht ins Ausland verkauf werden durften.

Musée national de l'Automobile Collection Schlumpf
Die “Association Propriétaire de Musée National de l'Automobile (Eigentümervereinigung des nationalen Automobilmuseums)“ kaufte die Sammlung  und eröffnet 1982 das Musée national de l'Automobile. Durch ein Gerichtsurteil (1989), das Hans und Fritz Schlumpf erstritten, musste der Museumsname durch den Zusatz „Collection Schlumpf“ (Sammlung Schlumpf) erweitern werden.

Ein Museum der Superlative
Auf 17.000 qm werden über 400 Automobile der Öffentlichkeit präsentieret, darunter die schönsten und berühmtesten Autos, die je gebaut wurden. Berühmt ist das Museum aber auch wegen der über 100 Fahrzeugen der Marke Bugatti. Thematisch ist das Museum in drei Bereiche eingeteilt:

Entwicklung des Automobils
Fast 250 Fahrzeuge dokumentieren die lange Entwicklungsgeschichte, angefangen vom Panhard&Levassor aus dem Jahre 1894 bis hin in die Neuzeit. Alle berühmten Fahrzeugmarken sind vertreten wie: Maybach, Hispano-Suiza, Horch, Benz, Peugeot, Renault, Citroen, Ferrari, Rolls Royce und viele mehr. Alle ausgestellten Wagen sind sehr gut erhalten oder restauriert.

Meisterwerke
In einem Raum, farblich in nachtblau gestaltet, präsentiert das Museum die wohl 80 schönsten Autos der 1930er Jahre. Neben dem X26 Panhard-Levassor, einem Trainer Delahaye Typ 135, dem Rolls-Royce Silver Ghost und vielen anderen entdeckt der Besucher im zentrale Bereich dieses Raumes die berühmten Bugatti Royales einschließlich des Bugatti Royale Typ 41 Coupé Napoleon 1930, den früher  Ettore Bugatti fuhr.

Rennsport
In der Sammlung werden auch außergewöhnliche sportliche Modelle gezeigt. Darunter ein Panhard-Levassor Zweisitzer (1908), ein Mercedes W125 (1937), ein Maserati 250F (1957) oder ein Lotus Typ 33 (1963). Zu sehen gibt es natürlich auch den berühmten Bugatti Type 32 von 1923 mit revolutionärer Aerodynamik. Es auch das erste bekannte Auto mit Pontonkarosserie.

Bugatti
Es gibt wohl keinen anderen Ort auf der Welt, an dem so viele Fahrzeuge der Marke Bugatti stehen. Mit über 100 Modellen der berühmten französischen Marke kann das Museum aufwarten. Darunter viele seltene, wie auch zwei von insgesamt sechs noch existierenden Bugatti Royale (Typ 41). 1998 erwarb der Volkswagenkonzern den Markennamen Bugatti und entwickelte den Bugatti Veyron. Der Sportwagen mit 16 Zylinder-V-Motor und einer maximalen Leistung von 1200 PS ist ebenfalls in der Ausstellung vertreten.

Weitere Sammlungen
Mit über 100 Kinderautos ist die Jammet Sammlung die weltweit größte seiner Art, darunter sogar Modelle vom Anfang des 20. Jahrhunderts, einige seltene  „Citroënnettes“ sowie Fahrzeuge von Eurêka, dem bedeutendsten Spielzeughersteller Frankreichs in den Jahren von 1920 bis 1940.
Sehenswert auch die Kühlerfigurensammlung, die neben den bekannten Kühlerfiguren, wie Mercedesstern, Spirit of Ecstasy von Rolls Royce  auch viele seltene und zum Teil skurrile Exemplare ausstellt.
Eine spezielle Motorhalle, in der die Entwicklungsgeschichte des Ottomotors nachempfunden werden kann, und eine Restaurierungshalle runden die Ausstellung ab. Im Außenbereich schließlich gibt es noch das Autodrome. Mit einem Fassungsvermögen von 4500 Zuschauern werden hier Fahrzeuge präsentiert, Oldtimerfahrten organisiert und Clubtreffen veranstaltet.


Musée national de l'Automobile Collection Schlumpf
15 rue de l'épée
68100 Mulhouse
Frankreich
Öffnungszeiten: Das Museum ist täglich geöffnet
        Januar:  Mo - Fr 13 - 17 Uhr; Sa, So 10 - 17 Uhr 
        Februar – 25. März: 10 -17 Uh 
        26. März - 1. November: 10 -18 Uhr 
        2. November bis 3. Januar 10-17 Uhr
www.citedelautomobile.com


Weitere Informationen zu Oldtimermuseen gibt es hier: www.Oldtimermuseen.de  oder www.deutsche-museumsstraße.de 

Text: Dieter Lammersdorf 
Bildquelle: Achim Gandras

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