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Das August Horch Museum

Aktion ZEITSPRUNGTAG anlässlich der Zeitumstellung vom 29. zum 30. Oktober 2016


Erste Eröffnung schon zur DDR-Zeit
Bereits 1988 wurde in einem ungenutzten Speisesaal des VEB Sachsenring ein Museum zur Automobilbaugeschichte in Zwickau eröffnet. Ausgestellt waren 14 Fahrzeuge, darunter einen Horch, einen DKW und verschiedene Zwickauer IFA-Fahrzeuge wie den P 50, den P 70 und den P 240 „Sachsenring“. 
Nach der Wende wechselte die Trägerschaft des Museums mehrmals bis schließlich die Stadt Zwickau und die Audi AG im Dezember 2000 als gleichrangige Gesellschafter auftraten. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen wurde das August Horch Museum im Jahre 2004 eröffnet.

Von Köln ins sächsische Zwickau 
Bereits am 14. November 1899 gründetet August Horch in Köln ein Unternehmen. Im Jahre 1904 zog er nach Zwickau und seine Firma wurde in die “August Horch & Cie. Motorenwagenwerke A.G.“ umgewandelt.  
Im historischen Gebäudekomplex der früheren Audiwerke wird die Entwicklungsgeschichte des westsächsischen Fahrzeugbaus präsentiert. In der Horch-Villa kann der Besucher das Leben und Wirken eines der größten Automobil-Pioniere der deutschen Geschichte nachempfinden. 

DAUERAUSSTELLUNG
Ein Nachbau des Horch 14-17 PS aus dem Jahr 1904 bildet den Auftakt der Ausstellung. Gezeigt werden Fahrzeuge aus den letzten Jahrzehnten in zeit- und themenbezogenen Inszenierungen, die den Besucher einzigartige Einblicke in die beeindruckende Markengeschichte gewähren. 
Eine Tankstelle aus den 1920er Jahre, ein Stand auf einer Automobilausstellung sowie der Eingangsbereich eines Grand Hotels der 1930er Jahre versetzen den Besucher in eine andere Welt. Etwa 70 Großexponate und eine Vielzahl automobiler Kleinobjekte begeistern mit ihrem besonderen Flair nicht nur Auto- und Technikfreunde. Es gibt aber auch Einblicke in die Technologie und mechanische Fertigung der 1920er und 1930er Jahre. Komplett funktionsfähige Maschinen mit Transmissionsantrieb und ein Motorenprüfstand aus den 1930er Jahren versetzen den Besucher in die Produktionszeit der historischen Automobile. 
Aufgrund des Ausbaus des Straßennetzes in den 1930er Jahren wuchs die Mobilität der Bevölkerung. Liebevoll inszeniert wird dieses Thema mit Hilfe von Fahrzeugen in einer Picknick- und Autobahnsituation sowie vor einer winterlichen Kulisse.

Die vier Audi - Ringe
Im Jahre 1932 schlossen sich die eigenständigen Kraftfahrzeughersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union zusammen. Aus diesem Grund sind natürlich auch Fahrzeuge dieser Marken in der Ausstellung vertreten. Neben eleganten Horch Luxus-Modellen der 1930er Jahre, seltenen Fahrzeugen der Marken Audi und Wanderer steht der für seine Zeit bahnbrechenden Kleinwagen DKW F 1 mit dem ersten serienmäßigen Frontantrieb. Wie gut die eigenständigen vier Marken unter einem Dach der Auto Union zusammen gearbeitet haben, zeigt ein eigener Ausstellungbereich mit Informationen und Exponaten den gemeinsamen Werbe- und Verkaufsstrategie. 

Auto Union im Zweiter Weltkrieg
In der Ausstellung wird auch gezeigt, wie sich ein Unternehmen von einem zivilen Kfz-Hersteller zu einem reinen Kriegsproduzenten wandelt. Themen wie Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Rüstung, Kriegswirtschaft und die manipulierende Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Auto Union werden anschaulich dargestellt. 

Erweiterungsbau
Bis 2017 soll das Museum um weitere 3500 qm vergrößert werden. Dann wird auch wieder die wichtige Zwickauer Entwicklungsgeschichte zur DDR Zeit präsentiert.  Neben der einzig verbliebenen Fertigungsanlage für die Herstellung von Duroplast werden Prototypen, die während der 33jährigen Trabant-Geschichte entwickelt wurden - aber nicht in Serie gebaut werden durften - ausgestellt. Der Endverbraucherpreis (EVP) für einen Trabant mit Polomotor lag übrigens zum Ende der DDR-Zeit noch bei 19.865 Mark (Ost), musste jedoch nach der Öffnung der Märkte schnell auf 7.000 DM (West) bzw. noch niedriger korrigiert werden.

ZEITSPRUNGTAG
In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 2016 werden die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt. Dies nimmt das August Horch Museum zum Anlass großen und kleinen Besuchern die Möglichkeit zu geben, eigene, ganz individuelle Zeitsprünge im Museum zu machen. Während um 14 Uhr August Horch persönlich den Reihen-Achtzylinder auf dem Motorprüfstand testet, können die kleinen Besucher um 11 Uhr, während einer speziellen Kinderführung, 112 Jahre in die Vergangenheit springen.  
Zudem werden alte oder 'auf alt gemachte' Sepia-Fotografien von Motiven aus dem Museum ausgestellt. 

August Horch Museum 
Audistraße 7
08058 Zwickau

Öffnungszeiten: Di - So 9.30 bis 17 Uhr, 1. Do im Monat bis 20.00 Uhr
Weitere Informationen zu Oldtimermuseen gibt es hier: www.Oldtimermuseen.de  oder www.deutsche-museumsstraße.de 

Text: Dieter Lammersdorf 
Bildquellen: Achim Gandras, Dieter Lammersdorf (Oldtimer-App.com), August Horch Museum

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