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Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz

12.1.2017

Vortrag „RT-Leben“ am 19. Januar 2017


Das Museum im historischen Parkhaus
Seit 2008 befindet sich das Museum für sächsische Fahrzeuge in der Sterngarage, einer Hochgarage aus dem Jahre 1928. Gebaut wurde das 6-geschossige Gebäude als Antwort auf die in den 1920er Jahren zunehmenden Parkplatzprobleme. Mit einem Fahrstuhl gelangten die Motorräder und Autos seinerzeit zu den insgesamt 300 Stellplätzen.
Heute sind im Erdgeschoss auf über 1000 qm etwa 200 Exponate von mehr als 70 Herstellern ausgestellt.

Zeitreise durch den sächsischen Fahrzeugbau
Der Rundgang beginnt mit der frühen Motorisierung (1885 – 1918). Ausgestellt sind die ersten Motorräder (Wanderer 3PS von 1910, Phänomen 5 ½ PS von 1907) sowie einem Polymobil von 1903.

Von der Inflation zu den Goldenen 20er
Nach dem ersten Weltkrieg durfte in Deutschland, aufgrund des Versailler Vertrages, keine kriegsfähige Technik mehr gebaut werden. Viele ehemalige Rüstungskonzerne wandten sich deshalb dem Fahrzeugbau zu. Marken wie Heros, Hiekel, Presto, Oruk oder Harlé entstanden, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. In den folgenden Jahren erlebte der sächsische Fahrzeugbau seine erste Blütezeit, dokumentiert wird dies durch Fahrzeuge der Marken O.D., Elfa, Diamant, Audi und DKW.

Krieg und Neuanfang
In dieser Abteilung werden Fahrzeuge präsentiert, die speziell für den Kriegseinsatz gebaut bzw. umgerüstet wurden, u.a. ein DKW-Wehrmachtsgespann und ein Wanderer W10 mit Holzvergaser.

Vom Aufbruch bis hin zur Stagnation
Auch wenn der IFA 8 (1949) in vielen Bereichen noch identisch war mit dem DKW F8 (1939-1942), so wurden in den folgenden Jahrzehnten in Sachsen Meilensteine der Fahrzeugentwicklung geschaffen. Nachvollziehen kann dies der interessierte Besucher an den Ausstellungstücken, (z.B. Trabant P50, dem ersten vollwertigen Kleinwagen mit Frontantrieb). Aufgrund der Mangelwirtschaft geriet die sächsische Fahrzeugindustrie in den 1970er Jahren in Produktionsrückstand und verlor so die Wettbewerbsfähigkeit.

DKW und der Motorradsport
Die ausgestellten Zweiräder machen deutlich, wie sich die Marke DKW entwickelte und zur erfolgreichsten Motorradmarke Europas wurde. Neben einem originalgetreuen DKW-Fließband aus den 1920er Jahren und Originalfahrzeugen ist ein Teil der Ausstellung dem erfolgreichen Rennsportengagement der DKW-Werke gewidmet. Auch die Entwicklung der Marke DKW hin zu MZ wird ausführlich thematisiert.

RT 125 – Das erfolgreichste Motorrad der Welt
Ende der 1930er Jahre wurde die RT 125 unter Federführung des DKW-Chefkonstrukteurs Hermann Weber in Zschopau konstruiert und gebaut. Zunächst als Heeresmodell im Zweiten Weltkrieg verwendet, wurde das Motorrad nach dem Krieg in beiden Teilen Deutschlands wieder aufgelegt. Genügsam, leicht und preiswert bildete es für viele den ersten motorisierten Untersatz für den täglichen Arbeitsweg oder für Ausflüge.
Bis zum 30. April werden in der Sonderschau erstmalig über 30 verschiedene Modelle der RT-Baureihe und ihre Geschichte ausgestellt.

Mein „RT-Leben“
Passend zur gezeigten Sonderausstellung hält Dipl.-Ing. Reiner Prass am 19. Januar um 18.30 Uhr im Museum einen Vortrag mit dem Thema mein „RT-Leben“. Herr Prass war über 35 Jahre im Motorradwerk Zschopau beschäftigt und hat viel Erfahrung mit der RT125 im Geländesport und bei Motorradrennen.

Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz
Zwickauer Straße 77
09112 Chemnitz

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag 10.00 - 17.00 Uhr
           
www.fahrzeugmuseum-chemnitz.de


Weitere Informationen zu Oldtimermuseen gibt es hier: www.Oldtimermuseen.de  oder www.deutsche-museumsstraße.de 

Text: Dieter Lammersdorf 
Bildquelle: Achim Gandras

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