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Historic Vehicle Group (HVG) im Europäischen Parlament


Am 3. Juni 2015 fand unter der Schirmherrschaft von Bernd Lange das dritte Treffen der “Historic Vehicle Group” in dieser Legislaturperiode im Europäischen Parlament in Brüssel statt. 

Nach der Eröffnung des Treffens durch den SPD- Europaabgeordneten, wurde zunächst über das Museum „Mahymobiles“ gesprochen. Heute gilt dieses als das größte Museum für historische Fahrzeuge in ganz Europa und bietet einen Überblick über die gesamte Entwicklung der Automobilindustrie seit 1895. Ein Besuch des Museums seitens der Gruppe ist im Herbst 2015 geplant. Von Bernd Lange kam darüber hinaus der Vorschlag, ein Buch über das Museum zu initiieren, um auf seine einzigartige historische Sammlung hinzuweisen und sein besonderes Engagement für historische Fahrzeuge als Kulturgüter zu würdigen. 

Herr Franz Graf zu Ortenburg, Vizepräsident des deutschen Automobilclubs und Vizepräsident der internationalen historischen Kommission der FIA, stellte die Gründung der Initiative „Automobiles Kulturerbe“ durch den Parlamentskreis "Automobiles Kulturgut" (eine Arbeitsgruppe des Bundestages) dar. Letztere hat es sich zum Ziel gemacht, historische Fahrzeuge als UNESCO Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Ein Antrag an die UNESCO in dieser Sache soll 2016/17 gestellt werden. 

Ein Vortrag von Stephan Joest (DEUVET) zum Thema „Elektronik in historischen Fahrzeugen“ bildete den nächsten Themenkomplex des Treffens. Seit 1980 führe die zunehmende Verarbeitung elektronischer Komponenten in Fahrzeugen in Kombination mit der immer schnelleren Veraltung von Bauteilen und schlechteren Dokumentation über die einzelnen Fahrzeugteile zu erheblichen Problemen u.a. bei der Restauration von historischen Fahrzeugen. Das Bewusstsein für diese Problematik müsse geschärft und Lösungswege erarbeitet werden. 

Auch auf der Tagesordnung stand die Antwort auf das Schreiben der Gruppe an die EU-Kommissarin für Mobilität und Transport Bulc. In dem Brief hatte die Gruppe auf Problemstellungen für historische Fahrzeuge im Rahmen von Umweltzonen hingewiesen. In der Antwort heißt es, die EU-Kommission arbeite an Leitlinien, welche es einzelnen Städten und Mitgliedsstaaten leichter machen solle, von den Erfahrungen anderenorts zu lernen. Hier müssen Ausnahmen für historische Fahrzeuge entsprechend der neuen Definition enthalten sein. 

In einer weiteren Anfrage, diese jedoch an die EU- Kommissarin für Binnenmarkt und Industrie Biénkowska, formulierte die Gruppe ihre Bedenken bezüglich historischer Ersatzteile im Rahmen von der EU-Chemikalienverordnung REACH. Nach heutigem Recht könnten zeitgenössische Ersatzteile nicht mehr verwendet werden. Dies kann sich zum einen negativ auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, welche historische Fahrzeuge restaurieren auswirken, und zum anderen Originalität, Sicherheit und Viabilität letzterer in Frage stellen. Deswegen werden hier andere Ausnahmen für zeitgenössische Ersatzteile benötigt. 

Das nächste Treffen der EP- HVG wird voraussichtlich am 23. September 2015 stattfinden.

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