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FIVA Preservation Award "Thomas"

"Thomas", Model No. 17, erhielt Auszeichnung beim Pebble Beach Concours d'Elegance


Im Rahmen des Pebble Beach Concours d’Elegance wurde ein weiterer FIVA Preservation Award an den Besitzer eines „Thomas“, Model No. 17, Baujahr 1902 übergeben.

Die Historic Vehicle Association (HVA) hat am Sonntag, den 21. August 2016, anlässlich des 66. Pebble Beach Concours d’Elegance insgesamt zwei Preise der Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) verliehen.

Die FIVA Pre-War Preservation Trophy ging an den 1902er Thomas, Modell Nr. 17, im Besitz von Kirk Bewley aus Sacramento, Kalifornien, und Stewart Laidlaw aus Redding, Connecticut. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des Internationalen Jahres des Automobilen Kulturgutes, das unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht.

1902 übernahm die E. R. Thomas Motor Company die Buffalo Automobile and Auto-Bi Company und begann mit der Produktion des Thomas Modell Nr. 17 (1 Zylinder, 8 PS). Im darauffolgenden Jahr brachte das Unternehmen das deutlich leistungsstärkere Modell Nr. 18 (3 Zylinder, 24 PS) auf den Markt und machte sich als Hersteller langlebiger und leistungsstarker Automobile einen Namen. Internationalen Ruhm erlangte das Unternehmen, als ein amerikanisches Team 1908 das Rennen New York-Paris in einem 1907er Thomas Flyer gewann. Der Hersteller produzierte bis 1919 Kraftfahrzeuge.
 
„Dieser 1902er Thomas gilt als ältestes noch existierendes Kraftfahrzeug der Marke Thomas“, so Miteigentümer Stewart Laidlaw. „Er wurde vor einigen Jahren dem Wells Museum in Maine abgekauft, zu dessen Sammlung er über 60 Jahre gehörte.“ Zwar ist nichts Näheres über die Fahrzeughistorie bekannt, aber man geht davon aus, dass der Wagen bereits als Neufahrzeug in Maine beheimatet war und vor dem Erwerb durch Mr. Wells nur einen (wohlhabenden) Vorbesitzer hatte.
 
Steward Laidlaw sammelt und verkauft seit über 50 Jahren Automobile aus der frühen Brass Era (Messing-Ära). „Ich bin ein absoluter Fan von Originalfahrzeugen“, meint er. „Einen so gut erhaltenen frühen Oldtimer habe ich noch nie gesehen.“ In den letzten zehn Jahren waren Laidlaws Fahrzeuge bereits fünfmal Sieger in der Kategorie der besterhaltenen Vorkriegsfahrzeuge des Pebble Beach Concours d’Elegance – ein Rekord. Miteigentümer Kirk Bewley ist ein langjähriger Freund. Vor einigen Jahren fuhren die beiden mit einem 1912er Pope-Hartford (50 PS) durchs Land. Beide sind langjährige Mitglieder des Horseless Carriage Club of America.
 
Über den 1902er Thomas meint Laidlaw weiter: „Als wir den Wagen erhielten und den Lack von den Kotflügeln entfernten, kam darunter die schwarze Originallackierung (Japan) der Stahlkotflügel zum Vorschein. Ein Highlight sind die noch immer intakten Ledergurte auf den Rücksitzen – die bleiben eigentlich nie erhalten. Die grün-graue Lackierung der Holzkarosserie in der Farbe „London Smoke“ mit Goldblatt-Nadelstreifen ist original. Interessant ist auch das Nadelstreifendekor der Federn mit dem sich wiederholenden ‚T‘-Muster für Thomas.“
 
Auf den erstaunlich guten Erhaltungszustand des Fahrzeugs angesprochen, erklärt Laidlaw: „Die wohlhabenden Eigentümer verbrachten ihre neuen Fahrzeuge zu ihren Ferienhäusern in Maine. Dort wurden die Wagen nur ein paar Monate im Jahr genutzt und standen in der Nebensaison gut gepflegt in den Remisen. Aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts zu Beginn des Jahrhunderts kauften diese Eigentümer sich neue Fahrzeuge, behielten aber auch die älteren Modelle. So war das wohl auch bei diesem Thomas.“
 
„Vor achtzehn Jahren, also 1998, wurde die FIVA Preservation Trophy erstmals beim Pebble Beach Concours d’Elegance verliehen. Damit sollte sichergestellt werden, dass das Engagement für nicht restaurierte Fahrzeuge allgemein anerkannt und kräftig unterstützt wurde“, fügt Mark Gessler hinzu. „Dieser wunderbar erhaltene frühe Thomas-Wagen ist ein unglaubliches Beispiel für mehr als 100 Jahre Pflege und Engagement. Wir danken den beiden Eigentümern Stewart Laidlaw und Kirk Bewley für ihre jüngsten Konservierungsarbeiten und dafür, dass sie dieses außergewöhnliche, originale frühe Artefakt der Fahrzeugtechnik mit der Allgemeinheit teilen.“

Die FIVA-Jury beim diesjährigen Pebble Beach Concours d’Elegance bestand aus: Adolfo Orsi (Berater FIVA-Technikkommission), Mark Gessler (Vizepräsident FIVA-Technikkommission), Malcolm Welford (Mitglied FIVA-Technikkommission), Jonathan Stein (technischer Kommissar FIVA und HVA), McKeel Hagerty (langjähriger Unterstützer des Pebble Beach Concours d’Elegance und der FIVA) und Roy Miller. 

Lesen Sie im nächsten ADAC Oldtimer-Newsletter am 22.9. die Geschichte des Fahrzeuges, welches Fahrzeuge beim Pebble Beach Concours d’Elegance die FIVA Preservation Trophy für Nachkriegsfahrzeuge erhielt.

 


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