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FIVA Podiumsdiskussion

Rückblick RCC-Veranstaltung am 1. Februar 2017


Kulturgut Oldtimer: Podiumsdiskussion bei Glasurit
Das Auto als Kulturgut sehen und nicht nur als Maschine – darum ging es bei der Podiumsdiskussion am 1. Februar im Refinish Competence Center (RCC) von Glasurit in Münster. Zu Gast war Mario Theissen, Vizepräsident des Weltverbandes der Oldtimer-Clubs Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA). Gemeinsam mit Jürgen Book, Leiter Process Management Reparaturlacke beim Unternehmensbereich Coatings der BASF, diskutierte er über den Erhalt, Schutz und die Förderung historischer Fahrzeuge. Moderiert wurde die Veranstaltung von Frank Reichert, Leiter ADAC Classic. Mehr als 120 Gäste, darunter Oldtimer-Fans, Betreiber von Lackierereien, Kfz-Sachverständige, Versicherer, Händler, Sammler und Journalisten, kamen, um sich mit den drei Oldtimer-Kennern auszutauschen.
“Kaum etwas hat unsere Lebensgewohnheiten in den vergangenen 100 Jahren so verändert wie das Automobil“, macht Theissen deutlich. „Diese Bedeutung möchten wir als FIVA verstärkt ins Bewusstsein rücken.“ Es gehe dabei um die Wertschätzung des Automobils als technisches Kulturgut und als Schlüssel zur Mobilität.

Die Patina als Alleinstellungsmerkmal
Beim Erhalt des Kulturguts Auto spielt natürlich der Lack eine große Rolle. „Wir wollen mit der Veranstaltung transparent machen, welches Lackier-Wissen wir bei Glasurit auch im Bereich der klassischen Fahrzeuge haben“, stellt Book heraus. Beim Werterhalt eines Oldtimers gelte zunächst immer Original vor Ersatz. Ausbesserungen am Lack müssten möglichst kleinflächig durchgeführt werden, um die Patina – die Gebrauchsspuren – zu erhalten. „Das weckt aufgrund der Individualität und Unvollkommenheit Emotionen und erzählt die Geschichte eines Autos“, erläutert Theissen. Tatsächlich gibt es aber kaum ein Auto älter als 30 Jahre, bei dem der Originallack komplett erhalten ist; kleinere Ausbesserungen bis hin zu komplett neuen Überlackierungen mit einer anderen Farbe sind eher die Regel als die Ausnahme. So müssen die Lackierprofis nicht nur den zum Auto passenden Farbton bestimmen, sondern auch die Alterungsspuren optisch anpassen. Mit neu ausgearbeiteten Lackiertechniken können Farbton, Verlauf, Glanz und Alterungsspuren reproduziert werden. Damit ist die Reparatur nicht sichtbar. „Das ist ein Job für Profis mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl und birgt viele handwerkliche Erfolgserlebnisse in sich“, sagt Book.

Nachwuchsförderung hat höchste Priorität
Glasurit ist seit Mitte 2016 offizieller und exklusiver globaler Ratgeber der FIVA in allen Fragen zur Lackierung klassischer Fahrzeuge. Das Team der BASF Reparaturlackmarke kann dabei auf die weltweit größte Farbtondatenbank zurückgreifen. Sie bietet mehr als 600.000 Farbton-Mischformeln und über 230.000 Farbtöne. Daneben hat Glasurit ein deutschlandweites Netzwerk von Betrieben, die sich auf die Lackierung von Oldtimern spezialisiert haben. Demnächst soll auf der Website der FIVA mit ihren 1,5 Millionen Mitgliedern auf diesen Service von Glasurit hingewiesen sowie weitere Hintergrundmaterialien zum Lack zur Verfügung gestellt werden. „Das Marktsegment klassischer Fahrzeuge hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nische zu einer echten Industrie entwickelt“, verdeutlicht Theissen. „Wir gehen davon aus, dass dieses Segment weiterwächst, wenn auch nicht mit der Rasanz der letzten Jahre.“

Umso wichtiger sei es, dass in Zukunft genügend Nachwuchs den Beruf des Lackierers ergreift und sich auf Oldtimer spezialisiert, wie die Podiumsteilnehmer im RCC einhellig verdeutlichen. „Der Beruf des Lackierers könnte etwas mehr Faszination gebrauchen“, stellt Book fest. In vielen Ländern sei der Job nicht einmal als Beruf anerkannt. „Dabei ist Lackieren ein sehr künstlerischer Beruf, bei dem es auf Kreativität und Feinarbeit ankommt.“ Theissen fordert von seinen Kollegen, sich dem Nachwuchs zu öffnen und nicht an alten Strukturen festzuhalten. Nur so könne das Kulturgut Auto auch in Zukunft erhalten bleiben.


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