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75 Jahre SAAB

 

In diesem Jahr hätte der schwedische Automobilhersteller seinen 75. Geburtstag feiern können. Doch nach den jüngsten Entwicklungen ist den (ehemals) Beschäftigten das Feiern wohl gründlich vergangen, denn nach monatelangem Ringen musste der Autobauer im Dezember vergangenen Jahres Insolvenzantrag stellen.


Die Ersatzteilversorgung ist aber nach wie vor sichergestellt, versicherte Saab-Sprecher Dick Braakhekke.



Der 1. Deutsche Saab Club e.V. ist seit Mai 2009 ADAC Korporativclub und betreut sämtliche von den Saab-Werken hergestellte Fahrzeuge. Bei Interesse können sich Besitzer und Liebhaber eines Saab jederzeit an den Club wenden:

1. Deutsche Saab Club e.V.


 


  • Gründung
    1937 wurde das Unternehmen, damals noch als Hersteller von Militärflugzeugen, unter dem Namen Svenska Aeroplan Aktiebolaget gegründet. Nachdem der Bedarf an Militärflugzeugen nach dem Zweiten Weltkrieg zurück ging, spezialisierte sich die Firma 1946 auf den Bau von Pkws.

    Der Prototyp des ersten Fahrzeugs, des Saab 92, war mit einem quer eingebautem Zweizylindermotor, einem extrem stabilen Sicherheitskäfig, Frontantrieb und einer aerodynamischen Form ausgestattet, welche stark an die Form von Flugzeugtragflächen erinnerte. 1959 folgte der erste Saab Kombi (Saab 95) und anschließend 1968 der Saab 99 als Mittelklasse-Pkw, der bis zum Produktionsende Grundlage für alle folgenden Saab Modelle war. Im Jahr 1978 wurde dann das Nachfolgermodell, der Saab 900, eingeführt, um 1984 mit dem Saab 9000 auch den Einstieg in das Oberklasse-Segment zu erreichen. 1986 kam das erste viersitzige Cabrio von Saab auf Basis des Saab 900 auf den Markt.

    Im Dezember 1989 entstand die Kooperation mit dem US-Konzern General Motors. GM erwarb 50 Prozent der Unternehmensanteile. Im Jahr 2000 übernahm GM die Fahrzeugproduktion vollständig. Seit Beginn der Kooperation erwirtschaftete Saab mit einigen wenigen Ausnahmen überwiegend Verluste. Die zuvor erwarteten Synergieeffekte stellten sich nicht ein und die Zusammenführung der unterschiedlichen Firmenkulturen erwies sich schwieriger als ursprünglich angenommen. Ein weiterer Faktor, der zum Niedergang der Marke führte war das Unverständnis der amerikanischen Konzernmutter über den Charakter und den Kern von Saab. Hierdurch entstanden immer austauschbarere Produkte mit verwässertem Charakter, wodurch die bislang treue und auf Individualität setzende Kundschaft nach und nach fernblieb.

  • Der Weg in die Insolvenz
    Seit April 2011 musste die Produktion aufgrund finanzieller Engpässe mehrfach unterbrochen werden. Im September teilte Saab noch mit, der chinesische Autohersteller Youngman und die Autohandelskette Pang Da würden eine Art Überbrückungskredit zur Verfügung stellen. Im Gegenzug wollten diese Saab-Lizenzen erwerben.

    Ende Oktober gab es dann wiederum ein neues Angebot, Pang Da und Youngman beabsichtigten nach wiederholten Verhandlungen alleiniger Eigentümer der schwedischen Traditionsmarke zu werden. Für die geplante Übernahme stand jedoch noch die Zustimmung der chinesischen und schwedischen Behörden, sowie der Europäischen Investitionsbank und dem US-Konzern General Motors als früherem Saab-Eigner aus.

    Anfang November verkündet GM die Lieferung bestimmter Teile und Fahrzeuge zu stoppen, wenn Saab wie geplant an die chinesischen Unternehmen verkaufe. Die Weitergabe von Technologien an die neuen Besitzer sei nicht im Interesse der Aktionäre, begründete GM den Entschluss. Diese Entscheidung führte letztlich zum Scheitern des geplanten Verkaufs und zur Bekanntgabe der Einreichung des Insolvenzantrags am 19. Dezember 2011. Seit dem gibt es immer wieder Gerüchte über ein Kaufinteresse seitens verschiedener Unternehmen.

  • SAAB-Werksauktion in Trollhättan
    Im Zuge der Insolvenz musste Saab 120 Fahrzeuge aus dem Museum und den Lagern im Stammwerk versteigern. Darunter befanden sich unter anderem der Ur-Saab 92001 von 1946, frühe Saab 92, Rallye-Varianten des Saab 93, 99 und 900, die Kombivarianten 95 und verschiedene Studien des 900.

    Auch Vorserien- und Serienfahrzeuge, Testwagen, Studien und Rennwagen wurden versteigert, darunter der 94 Sonett von 1956, die Studie Catherina von 1965 und der Kleinbus Elbil mit Elektroantrieb aus dem Jahr 1976. An neueren Fahrzeugen stand der 9-2X, 9X, 9-3X und AeroX zum Verkauf.

    Das Saab-Museum jedoch ist gerettet. Die Kommune Trollhättan, die Saab AG, welche immer noch im Flugzeugbau aktiv ist und die Familie Wallenberg, die vor dem Einstieg von GM Anteilseigner bei Saab war, haben das Museum mit seinen wertvollen Schätzen gekauft.

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