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ADAC Motorwelt 12/1954

So groß ist Westberlin

 

In Westberlin, der größten deutschen Stadt, leben heute 2,2 Millionen Menschen. Barrikaden, Gräben und Stacheldrahtzäune ziehen sich um die 153 Kilometer lange Grenze dieser Inselstadt, die in den letzten Jahren viele Beinamen erhalten hat.

Die Westberliner kümmern sich weniger darum, ob ihre Stadt die „Drehscheibe Europas“ oder der „Vorposten des Abendlandes“ genannt wird. Sie haben keine Zeit darüber nachzudenken. Sie müssen versuchen, ihre eingeschlossene Stadt wirtschaftlich zu sichern.

 


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Berlin verlor kriegsbedingt 85 Prozent seiner Industriekapazität


„Tag und Nacht treffen Versorgungsgüter ein. Tag und Nacht fahren Lastwagen Kartoffeln und Gemüse, Milch und Fleisch, Mehl und Fett von Westdeutschland nach Westberlin. Tag und Nacht transportieren Güterzüge und Schleppkähne Kohlen und Holz, Zement und Treibstoff über Hunderte von Kilometern in die Inselstadt. Tag und Nacht treffen aber auch innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 300 bis 400 Menschen in Westberlin ein, die ihre Heimatorte in der sowjetischen Zone verlassen mussten.

2,2 Millionen Menschen wohnen auf engem Raum, und die Hälfte von ihnen muß als Arbeitslose, Rentner oder Flüchtlinge von Unterstützungsgeldern leben. Gegenüber Westdeutschland besteht im Sozialprodukt ein erheblicher Abstand. In Westberlin betrug das Sozialprodukt je Einwohner zu Beginn dieses Jahres nur 2.500 DM, dagegen in westdeutschen Großstädten rund 3.500 DM. Diese Differenz gewinnt an Gewicht, wenn man berücksichtigt, daß das Sozialprodukt in Westberlin ohne die Bundeshilfe noch erheblich kleiner wäre, wobei erwähnt sein soll, dass auch die Bürger dieser eingeschlossenen Stadt Beiträge für das „Notopfer Berlin“ zu entrichten haben.

Heute zählt Westberlin wieder zu den größten und leistungsfähigsten Industrie-Städten Deutschlands, obwohl der eigentliche Wiederaufbau erst nach Aufhebung der sowjetischen Blockade im Winter 1949/50 beginnen konnte.

Durch Krieg und Demontagen hatte die Westberliner Industrie 85 Prozent ihrer Kapazität verloren, und die Produktion erreichte 1950 nur ein Drittel des Umfanges von 1936 , während in der westdeutschen Industrie zu diesem Zeitpunkt die Vorkriegsproduktion bereits um 10 Prozent überschritten war …“



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ADAC Motorwelt 12/1954


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