DruckenPDF

ADAC Motorwelt 02/1953

Hochzeitsreise 1901

 

"In einer Zeit, da das Auto noch höchst selten auf den Landstraßen gesehen wurde, schlug mir mein Verlobter vor, unsere Hochzeitsreise in einem solchen Vehikel zu machen.

Er hatte mancherlei Erfahrungen auf diesem Gebiet, besaß den Wagen Nr. 3 der Firma Benz in Mannheim und hatte damit verschiedene Reisen von Reichenberg in Nordböhmen an die Mosel und nach Frankreich gemacht (mehr dazu lesen Sie hier).  

 

Mehr ADAC Motorwelten finden Sie auf www.zwischengas.com

  • Der Wagen wurde extra für die Reise gebaut

    Außerdem war er ein begeisterter Sportfahrer und hatte auf mehreren Rennen Preise gewonnen. Als wir uns verlobten, bat ich ihn, diesen gefährlichen Sport aufzugeben, was er mir auch versprochen und gehalten hat. Trotzdem spielte das Auto in unserem Leben eine große Rolle, aber nur im guten Sinne, denn niemals hatten wir ein Unglück.

    Die Hochzeitsreise wurde nun beschlossen und mein Verlobter traf alle Vorbereitungen für diese Expedition. Von einem Freund, Vischer v. Röslerstamm, Direktor der Waggonfabrik Nesseldorf im Kronland Mähren, ließ er sich einen Wagen bauen, der wie in halbgedeckter Kutschierwagen aussah, mit zwei Sitzen und dahinter einem Sitz für den Chauffeur. Das Wägelchen war aber nicht für große Lasten bestimmt und wir verzichteten auf Begleitpersonen. Dafür wurde ein alter Rennwagen aus derselben Fabrik in einen Gepäckwagen umgebaut. Der Chauffeur meines Verlobten, Anton Thyll, und ein Mechaniker, Haban, hatten auf dem Renn-Gepäckwagen zwei Sitze und folgten unseren Spuren.

    Anfang Mai 1901 ging es zuerst per Bahn von Nordböhmen nach Klagenfurt in Kärnten. In Klagenfurt standen unsere Chauffeure und die Wagen bereit, uns aufzunehmen. Und am Morgen des 8. Mai ging es der italienischen Grenze zu. Diese war damals viel südlicher als nach den Kriegen. Unser Fahrtempo war mit dem heutigen verglichen gering. Erst am Abend ereichten wir Pontafel, den Grenzort, und mußten ziemlich hoch in den Bergen in einem ungemütlichen Dorfwirtshaus übernachten. Ansonsten waren damals die Zustände ganz ideal.

    Einen Reisepaß kannte man überhaupt nicht, auch keine Devisenbescheinigung. Man konnte so viel Geld mitnehmen als man wollte und hatte. Auch im fremden Lande genügte die Vorweisung eines Kreditbriefes bei den Banken, um das nötige Reisegeld zu erhalten. Der Autofahrer hatte es allerdings schwerer als heute ...“


    Lesen Sie hier den gesamten Artikel im Original PDF 279 kB

     

    ADAC Motorwelt 02/1953


Weitere interessante Themen für Sie

Oldtimermuseen

Schöne Oldtimermuseen und Sammlungen hier im Überblick. Mehr

Geschichte & Geschichten

Die Geschichte der Oldtimer und weitere interessante Themen zu historischen Fahrzeugen. Mehr

Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität