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ADAC Motorwelt 12/1952

Knallende Türen

 

„Warum müssen am Kraftwagen, deren Zahl schon in die Millionen geht, ausnahmslos nur durch mehr oder minder geräuschvolles Zuwerfen die Türen zu schließen sein? Haben sich die Herren Karosseriebauer darüber einmal den Kopf zerbrochen, ob eine gut schließende Kraftwagentür nicht auch so zu bauen ist, daß man sie geräuschlos zuklinken kann?

Bei der Vielzahl von störenden Geräuschen, denen der moderne Mensch von Seiten des Verkehrs ausgesetzt ist, dürfte das Zuschlagen der Türen auf die Dauer eines der störendsten sein. Die armen Anwohner eines Platzes in den Städten, an denen „sich ausruhende" Kraftwagen zusammenballen, an den Parkplätzen, den Droschkenhalteplätzen, bei Veranstaltungen, z. B. wenn zu Zeiten, da viele Menschen schon der Ruhe pflegen (oder es wenigstens möchten) also etwa nach Theaterveranstaltungen! Mindestens zwei Türen je Kraftwagen werden krachend zugeschlagen, nämlich, wenn der Fahrgast im Wagen sitzt und der Fahrer, wenn er sich an das Lenkrad gesetzt hat. Man fragt: Muß das sein?

Bei einer derartigen Bauweise der Türen am Kraftwagen kann es doch auch nicht Wunder nehmen, wenn über kurz oder lang die Türen in ihren zu ihrer Funktion nun einmal notwendigen Teilen, wie Angeln und Schloß, zu klappern beginnen. Die Kundendienststation aller Automobilfabriken können hiervon ein Lied singen, Gummipuffer, Gummiprofilbänder und Schwammgummi usw. müssen herhalten, um den Schluß der armen, ständig gequälten und mißhandelten Tür wieder Sitz, Geräuschlosigkeit und Dichtigkeit zu geben, damit während der Fahrt auftretende Geräusche die Insassen nicht mehr stören. Daß der Kraftfahrer aber beim Zuknallen der Türen seine Mitmenschen stört, damit ärgert, vielleicht sogar erschreckt, daran denkt er nicht, im Gegenteil, er glaubt, es manchmal als den Ausdruck eines gewissen Selbstbewußtseins tun zu müssen.

Man packe zur Abhilfe das Übel an der Wurzel an. Der Kraftfahrer, der die Türen seines Kraftwagens zuschmeißt, ist wohl weniger an dieser Störquelle schuld als die Fabriken, die solche Türen bauen. Der Kraftfahrer wird ja infolge der Konstruktion der Türen einfach dazu verleitet, sie zuzuknallen! Man verstopfe also möglichst rasch diese Quelle des Ärgers und der unnötigen Nervenanspannung des modernen Menschen, besonders des Großstadtmenschen. Dürfte nicht ein derartiger Vorschlag auch ein Beitrag zur Hebung der Verkehrssicherheit sein?“ 
 

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ADAC Motorwelt 12/1952


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